Wartezeit sinnvoll nutzen

Rechtsreferendariat

Da die Wartezeiten auf den ersehnten Referendariatsplatz manchmal einige Monate und unter Umständen sogar Jahre dauern können, ist es empfehlenswert, diese Zeit sinnvoll zur Fortbildung zu nutzen. Schließlich sind mehrjährige Lücken im Lebenslauf bei Bewerbungen nicht gerade zuträglich. Oder möchten Sie im Bewerbungsgespräch darauf verweisen, dass Sie die lange Freizeit vor dem Referendariat nur zum Faulenzen genutzt haben? Während der Wartezeit zwischen dem Ersten juristischen Staatsexamen und dem Rechtsreferendariat bietet es sich geradezu an, endlich die juristischen Kenntnisse in der Praxis anzuwenden und damit Geld zu verdienen. Potentielle Arbeitgeber für Juristen mit bestandenem Ersten juristischen Staatsexamen können beispielsweise Rechtsanwälte, öffentliche Verwaltungen oder Versicherungen sein. Wer nicht direkt nach dem Ersten Staatsexamen arbeiten möchte, für den bieten sich sinnvolle Fortbildungen als Überbrückung an. In dieser Hinsicht muss jeder selbst entscheiden, welche Weiterbildung sinnvoll ist. Vielleicht möchten Sie vor dem Referendariat noch einmal Ihre Sprachkenntnisse intensivieren oder das 10-Finger-Tippsystem erlernen?

Theoretischer Fachanwaltskurs vor dem Rechtsreferendariat

Eine Möglichkeit, um schon vor dem Rechtsreferendariat eine berufliche Weiterqualifikation zu erlangen, ist das Durchführen des theoretischen Teils eines Fachanwaltslehrgangs. Ein Fachanwaltskurs besteht immer aus Theorie und Praxis. Wer den theoretischen Kurs zum Fachanwalt erfolgreich absolviert hat, darf sich nicht automatisch gleich Fachanwalt nennen. Vielmehr ist auch die praktische Bearbeitung einer bestimmten Anzahl von Fällen im jeweiligen Rechtsgebiet notwendig. Außerdem wird eine bestimmte Berufserfahrung (Dienstjahre) als Rechtsanwalt für die Erlangung des Titels vorausgesetzt. Trotzdem kann der Theorieteil schon vor dem Referendariat abgeschlossen werden. Dies hat zudem den Vorteil, dass die Preise für die Fachanwaltskurse deutlich niedriger ausfallen als bei den Volljuristen. Unter diesem Link finden Sie ausführliche Berufsinformationen für die Weiterbildung zum Fachanwalt.

Mediator - Ausbildung in der Wartezeit

Eine andere Möglichkeit, die Zeit zwischen dem Ersten juristischen Staatsexamen und dem Rechtsreferendariat zu überbrücken, ist die Weiterbildung zum Mediator. Ein Mediator ist eine Art Streitschlichter, der als neutrale Person zwischen den Streitparteien fungiert. In der Zusammenarbeit mit den Parteien soll er diesen zur Schlichtung des Streites verhelfen, mit dem Ziel, eine rechtsverbindliche Vereinbarung zu treffen. Tätigkeitsfelder können beispielsweise im familienrechtlichen Umfeld, in der Wirtschaft oder bei Nachbarschaftsstreitigkeiten sein.

Hier finden Sie weitere Informationen über die Tätigkeit als Mediator.

LL.M.-Studiengang absolvieren

Unter bestimmten Voraussetzungen kann ein LL.M. Studium schon vor dem Zweiten Staatsexamen erworben werden. LL.M. bedeutet Master of Laws. Der Titel ist vor allem in englischsprachigen Ländern verbreitet, findet allerdings auch in Deutschland immer weitere Verbreitung. Im Ausland erworbene LL.M. Titel sind besonders bei Großkanzleien sehr beliebt, da dadurch besondere Sprachkenntnisse nachgewiesen werden können. Weitere Informationen finden Sie unter dem Punkt LL.M.  

Überbrückung der Wartezeit im Rechtsreferendariat durch Jurajobs

Es muss nicht immer eine fachspezifische Weiterqualifizierung sein, welche die Lücke zwischen Erstem Staatsexamen und Referendariat schließt. Als sinnvoll können sich auch Nebenjobs mit juristischem Hintergrund erweisen. So kann juristisches Arbeiten in der Praxis angewandt werden und gleichzeitig Geld verdient werden. Geeignete Arbeitgeber sind in einem solchen Fall vor allem öffentliche Behörden, Rechtsanwaltskanzleien oder Versicherungen. Eine solche berufliche Praxiserfahrung macht sich später im Lebenslauf wesentlich besser, als der Verweis auf ein Jahr Auszeit-Urlaub am Ballermann. Wer nach dem Examen eine Tätigkeit als Rechtsanwalt anstrebt, für den ist es sicherlich sinnvoll, eine Aushilfsstelle bei einem Rechtsanwalt in der Nähe zu suchen. Die Tätigkeiten können hierbei sehr unterschiedlich sein und reichen von reinen Hilfstätigkeiten bis hin zu anspruchsvollen juristischen Aufgaben.

Wer auf der Suche nach einer solchen Tätigkeit ist, der sollte sich am besten telefonisch in den Kanzleien vorstellen oder in den Referendar-Abteilungen nach Aushängen Ausschau halten. Eine Nebentätigkeit beim Rechtsanwalt bietet Ihnen die Gelegenheit, sich bei Ihrem Arbeitgeber zu profilieren. Sollte Ihr Arbeitgeber mit Ihrer Arbeit zufrieden sein, so käme für Ihn vielleicht sogar eine Anstellung als Rechtsanwalt nach dem Bestehen des Zweiten Staatsexamens in Frage.

Doch nicht nur Rechtsanwaltskanzleien bieten die Gelegenheit, juristische Praxisluft zu schnuppern und dabei Geld zu verdienen. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, eine Tätigkeit bei den Behörden aufzunehmen. Verwaltungen suchen oft nach Jurastudenten mit abgeschlossenem Erstem Staatsexamen. Um zu erfahren, ob in der behördlichen Verwaltung noch Bedarf an Juristen mit abgeschlossenem Ersten Staatsexamen besteht, sollten Sie am besten zum Telefonhörer greifen und bei der entsprechenden Personalstelle anfragen.



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