Wahlstation

Rechtsreferendariat

An die Rechtsanwaltsstation, die in der Regel mit den Klausuren im 2. juristischen Staatsexamen endet, schließt sich die Wahlstation an. Dies dauert in der Regel 4 Monate und bietet die Möglichkeit ohne den vorherigen Klausurendruck, aber vor der mündlichen Prüfung noch einmal über den juristischen Tellerrand zu schauen. Es empfiehlt sich in der Wahlstation die Station zu vertiefen, die man später als Beruf anpeilt.

Mögliche Stellen sind:

  • Zivilgericht,
  • Strafgericht oder Staatsanwaltschaft,
  • Unternehmen oder Rechtsabteilung,
  • behördliche Verwaltung,
  • Rechtsanwaltskanzlei (Im In- oder Ausland).
Dauer

Die Pflichtstationen müssen zwischen drei bis fünf Monate abgeleitet werden. Eine Ausnahme bildet die Rechtsanwaltskanzlei, hier ist eine neunmonatige Anwesenheit erforderlich. Neben diesen verpflichtenden Praxisbereichen hat der Prüfling die Möglichkeit, sich für eine Wahlstation zu entscheiden. Diese könnte z.B. die Arbeit bei Versicherungsträgern, Stiftungen, Unternehmen oder Verbänden darstellen. Auch Auslandsaufenthalte können im Zusammenhang durchgeführt werden. Wer später einmal Rechtsanwalt werden möchte, sollte die Wahlstation auch bei einer Anwaltskanzlei absolvieren, um so mehr Praxiserfahrung zu sammeln.

Wann beginnt die Wahlstation?

Die Wahlstation ist die letzte Station des Rechtsreferendariats und sollte dazu genutzt werden, um die eigenen beruflichen Praxiskenntnisse weiter zu vertiefen. Wer später seine berufliche Perspektive im Beruf des Rechtsanwaltes sieht, der sollte diese Station entsprechend anpassen. Für eine Karriere im öffentlichen Dienst sollten natürlich passende  Praxiserfahrungen bei den jeweiligen Behörden angestrebt werden. Die Referendare können innerhalb der Wahlstation Ihren persönlichen Schwerpunktbereich (z.B. Verwaltung, Strafrecht oder Europarecht) wählen und so das Referendariat an die eigenen Bedürfnisse anpassen.

Die wählbaren Schwerpunktbereiche sind je nach Bundesland unterschiedlich und Nordrhein-Westfalen und das Saarland verzichten sogar ganz auf die Nennung von Schwerpunktbereichen, damit die Referendare sich in der Wahlstation, gemäß ihrer späteren beruflichen Interessen, frei entfalten können.

In einigen Wahlfachgruppen besteht zudem die Möglichkeit, Fachanwaltskurse zu belegen. Wer sich also für einen beispielsweise für die Wahlfachgruppe Steuern entscheidet, der könnte während dieser Station einen Fachanwaltskurs für Steuerrecht besuchen. Referendare, deren Schwerpunkt im Verwaltungsbereich angesiedelt ist, können einen Fachanwaltskurs für Verwaltungsrecht belegen. Von diesem Vorhaben sollte die Ausbildungsbehörde auf jeden Fall rechtzeitig informiert werden, damit entsprechende Vorkehrungen (evtl. Sonderurlaub) getroffen werden können.

Auslandaufenthalte

Auch Auslandsaufenthalte sind im Rahmen der Wahlstation möglich. Allerdings sollte schon bei der Planung des Auslandsaufenthaltes berücksichtigt werden, dass die mündlichen Prüfungen während der Absolvierung der Wahlstation stattfinden.

In den meisten Bundesländern muss die Wahlstation aus bestimmten Schwerpunktbereichen ausgewählt werden und es ist nur eine Wahl zwischen den vorgegebenen Vertiefungsschwerpunkten möglich. Egal für welche Wahlstation Sie sich entscheiden, sorgen Sie dafür, dass die Bewerbung rechtzeitig erfolgt (mindestens drei Monate vorher). Wer einen Auslandsaufenthalt anstrebt, kann sich für den Wahlbereich Europarecht oder Internationales Recht entscheiden, aber auch andere Wahlstation lassen sich mit einem Auslandsaufenthalt  verbinden. Wichtig ist nur, dass die Wahlstation auch in irgendeiner Weise mit der anvisierten Ausbildungsstelle im Ausland konform ist. Ein Auslandsaufenthalt kann nicht nur eine Erweiterung des eigenen Horizontes zur Folge haben, sondern gleichzeitig noch dazu dienen, Sprachkenntnisse zu vertiefen. Dies kann nicht zuletzt bei einer späteren Bewerbung bei einem Arbeitgeber von Vorteil sein.

Unternehmen - Rechtsabteilung

Referendare, die mit dem Gedanken spielen, nach dem Referendariat in einem Unternehmen eine juristische Karriere zu beginnen, sollten sich am besten in für eine Station in einem Unternehmen entscheiden. Die Wahlstation bietet hierzu die passende Gelegenheit auch einmal in den Arbeitsalltag von Unternehmensjuristen hineinzuschauen. Ob die jeweils gewünschten Ausbildungsstellen für die Referendarstation geeignet sind, ist von den jeweiligen Prüfungs- und Ausbildungsordnungen des Referendariatsstandortes abhängig. Geeignet sind für die Unternehmensstationen auch Industrie- und Handelskammern.



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