Prädikatsexamen Jura

Jurastudium

Im juristischen Kreis wird des Öfteren das Wort Prädikatsexamen benutzt. In den seltensten Fällen kennt man jedoch deren Bedeutung. Grundsätzlich wird ein Examen mit erheblich über den Durchschnitt liegenden Prüfungsergebnissen so genannt.

In der juristischen Ausbildung erlangt der Absolvent das Jura-Prädikatsexamen ab einer Bewertung mit „voll Befriedigend“. Also wenn der Geprüfte zusammen mindestens 9 Punkte bekommt.

Gerade im öffentlichen Dienst wird ein solches Examen überwiegend vorausgesetzt, aber auch in anderen Bereichen, wie zum Beispiel einer großen Wirtschaftskanzlei ist ein Prädikatsexamen zwingende Einstellungsvoraussetzung. In Fachkreisen spricht man auch von der sogenannten Richternote.

Folgerichtig lässt sich die Aussage treffen, dass ein Jura-Prädikatsexamen alle Chancen offen lässt eine erfolgreiche Karriere zu haben.

Allerdings ist es äußerst schwer ein Examen mit überdurchschnittlicher Leistung zu bekommen. Im Grunde muss sich der Absolvent mit allen Rechtsgebieten auseinandersetzten können und in jeglicher Situation zu einem vertretbaren Ergebnis kommen. Dass dies in der Praxis nicht leicht ist, versteht sich dabei von selbst. Gerade im ersten Examen spielt es oftmals eine große Rolle dem für sich richtigen Prüfungssachverhalt zu bekommen und daran sein Können zu zeigen.

Wie die unteren Tabellen zeigen, lässt sich die Aussage treffen, dass ungefähr 25 % der Geprüften im ersten Staatsexamen und circa 15 % im zweiten Staatsexamen mindestens mit Vollbefriedigend abschließen. Hierbei sei besonders darauf hinzuweisen, dass einige Inhalte der Tabelle keine wirkliche Aussagekraft besitzen. Grund dafür ist ganz einfach, dass die Anzahl der der Geprüften in machen Bundesländer sehr gering war und darüber hinaus die Anzahl der Geprüften variiert.

Dementsprechend lässt sich nicht sagen, wie auf dem ersten Blick die Tabelle vielleicht verrät, dass in Schleswig-Holstein es insgesamt leichter als im Saarland ist eine gute Examensnote zu bekommen.

Statistik über die Prädikatsexamen in der Ersten Juristischen Staatsprüfung nach Bundesland (neues Recht 2007)

BundeslandVollbefriedigendGutSehr gut
Baden-Württemberg21,6% -8,1% -0,0% --
Bayern30,9% -6,5% -1,6% -
Berlin42,1% ++12,3% ++0,0% --
Brandenburg56,0% ++12,0% ++0,0% --
Bremen* 9,1% --0,0% --0,0% --
Hamburg17,86% -7,28% ++0,57% --
Hessen19,2% --7,7% -3,8% ++
Mecklenburg-Vorpommern27,3% -9,1% -0,0% --
Niedersachsen* 25,0% -0,0% --0,0% --
Nordrhein-Westfalen25,9% -4,5% -0,0% --
Rheinland-Pfalz32,9% -5,1% -0,0% --
Saarland14,9% --13,5% ++2,7% ++
Sachsen* 50,0% ++0,0% --0,0% --
Sachsen-Anhalt* 33,3% -* 33,3% ++0,0% --
Schleswig-Holstein* 75,0% ++0,0% --0,0% --
Thüringen* 30,0% -* 10,0% ++0,0% --

* Diese Daten sind leider nur wenig aussagekräftig, da sie sich lediglich auf eine sehr geringe Anzahl von Prüfungsergebnissen stützen (zwischen 1-3 Ergebnisse).

Statistik über die Prädikatsexamen in der Ersten Juristischen Staatsprüfung nach Bundesland (altes Recht 2007)

BundeslandVollbefriedigendGutSehr gut
Baden-Württemberg10,3% ++2,1% -0,1% -
Bayern9,3% -2,6% -0,3% -
Berlin11,7% ++1,0% --0,0% --
Brandenburg8,5% -0,2% --0,0% --
Bremen8,0% -1,3% --0,4% ++
Hamburg17,8% ++6,4% ++0,6% ++
Hessen13,2% ++4,1% ++0,4% ++
Mecklenburg-Vorpommern9,2% -2,9% -0,0% --
Niedersachsen14,2% ++3,3% ++0,4% ++
Nordrhein-Westfalen10,1% ++2,0% -0,1% -
Rheinland-Pfalz14,3% ++2,4% -0,3% -
Saarland5,6% --2,8% -0,0% --
Sachsen9,9% -2,6% -0,0% --
Sachsen-Anhalt5,7% --0,0% --0,0% --
Schleswig-Holstein10,0% ++2,2% -0,0% --
Thüringen8,9% -0,4% --0,0% --

Statistik über die Prädikatsexamen in der Zweiten Juristischen Staatsprüfung nach Bundesland (2007)

BundeslandVollbefriedigendGutSehr gut
Baden-Württemberg10,1% -1,6% -0,0% --
Bayern13,6% -2,2% ++0,0% --
Berlin18,6% ++1,5% -0,0% --
Brandenburg12,7% -0,0% --0,0% --
Bremen11,1% -2,5% ++0,0% --
Hamburg28,5% ++5,0% ++0,6% ++
Hessen16,5% ++2,6% ++0,0% --
Mecklenburg-Vorpommern4,3% --1,7% -0,0% --
Niedersachsen14,5% ++0,8% --0,0% --
Nordrhein-Westfalen14,8% ++2,5% ++0,0% --
Rheinland-Pfalz20,3% ++1,5% -0,0% --
Saarland16,9% ++0,8% --0,0% --
Sachsen7,5% --0,5% --0,0% --
Sachsen-Anhalt5,7% --1,0% -0,0% --
Schleswig-Holstein14,3% -2,3% ++0,2% -
Thüringen8,2% --2,0% ++0,0% --

Statistik über Ergebnisse der universitären Schwerpunktbereichsprüfung nach Bundesland (neues Recht 2007)

Bundeslandbestandendurchgefallen
Baden-Württemberg96,2% ++3,8% ++
Bayern100% ++0% ++
Berlin92,2% -7,8% -
Brandenburg89,1% --10,9% --
Bremen97,2% ++2,8% ++
Hamburg99,7% ++0,3% ++
Hessen97,4% ++2,6% ++
Mecklenburg-Vorpommern96,8% ++3,2% ++
Niedersachsen88,2% --11,8% --
Nordrhein-Westfalen(Keine Daten)(Keine Daten)
Rheinland-Pfalz82,5% --17,5% --
Saarland95,3% ++4,7% ++
Sachsen90,1% -9,9% -
Sachsen-Anhalt93,9% -6,1% -
Schleswig-Holstein86,2% --13,8% --
Thüringen100% ++0,0% ++

Statistik über die Ergebnisse der staatlichen Pflichtfachprüfung nach Bundesland (altes Recht 2007)

Bundeslandbestandendurchgefallen
Baden-Württemberg79,2% ++20,8% ++
Bayern74,1% ++25,9% ++
Berlin89,6% ++10,4% ++
Brandenburg79,4% ++20,6% ++
Bremen38,7% --61,3% --
Hamburg58,8% -41,2% -
Hessen65,3% -34,7% -
Mecklenburg-Vorpommern78,6% ++21,4% ++
Niedersachsen60,9% -39,1% -
Nordrhein-Westfalen63,5% -36,5% -
Rheinland-Pfalz74,6% ++25,4% ++
Saarland75,4% ++24,6% ++
Sachsen80,0% ++20,0% ++
Sachsen-Anhalt45,8% --54,2% --
Schleswig-Holstein100,0% ++0,0% ++
Thüringen90,9% ++9,1% ++

Statistik über die Ergebnisse des Freischusses in der staatlichen Pflichtfachprüfung nach Bundesland (neues Recht 2007)

Bundeslandbestandendurchgefallen
Baden-Württemberg82,5% ++17,5% ++
Bayern73,4% ++26,6% ++
Berlin90,2% ++9,8% ++
Brandenburg70,6% ++29,4% ++
Bremen23,1% --76,9% --
Hamburg64,9% -35,1% -
Hessen67,6% -32,4% -
Mecklenburg-Vorpommern75,0% ++25,0% ++
Niedersachsen58,3% -41,7% -
Nordrhein-Westfalen66,3% -33,7% -
Rheinland-Pfalz75,3% ++24,7% ++
Saarland73,7% ++26,3% ++
Sachsen66,7% -33,3% -
Sachsen-Anhalt46,7% --53,3% --
Schleswig-Holstein100% ++0,0% ++
Thüringen100% ++0,0% ++


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Bisherige Kommentare (1)

Süsse, Roland  (11.10.2015 17:20 Uhr):
Man sollte eine Bewertung, wie in allen anderen akademischen Prüfungen auch, vornehmen. Das gilt für Promotionen und für Habilitationen gleichermaßen. Warum Ausnahmen? Ein Jurist muss in der späteren Praxis kaum Risiken eingehen, denn einer bezahlt immer. Der Arzt, der Ingenieur, etc. kann und darf sich wegen der Verluste an Menschen, ff. keine Fehler leisten.

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