Jura-Zwischenprüfung

Jurastudium

Da das Jurastudium unter § 15 I S. HRG (Hochschulrechtsrahmengesetz), wonach jeder Studiengang mit einer Regelstudienzeit von mindestens 4 Jahren eine Prüfung vorsieht, fällt ist eine sogenannte Zwischenprüfung erforderlich. Normalerweise ist diese am Ende des Grundstudiums abzulegen.

Ein Scheitern der Jura-Zwischenprüfung bedeutet die automatische Exmatrikulation. Das Fortführen des Jurastudiums in Deutschland ist damit nicht mehr möglich. Die Durchfallquote ist ungefähr vergleichbar mit der im juristischen ersten Staatsexamen.

Zwischenprüfungsablauf

ZwischenprüfungDen Ablauf und die Bestandteile der Zwischenprüfung regelt jede Universität in einer eigenen Zwischenprüfungsordnung. Diese ist in der Regel auf der jeweiligen Internetseite der Fakultät zu finden.  

Die von den Universitäten durchgeführten verschiedenen Modelle unterscheiden sich erheblich. An den meisten Universitäten wird eine Sukzessivprüfung verlangt. Diese besteht zum einen aus den bestandenen Klausuren aus den Anfängerübungen in den Bereichen des Zivilrechtes, des Strafrechtes und des Öffentlichen, sowie den dazugehörigen Semesterferienhausarbeiten. Mündliche Prüfungen in der Form, wie sie im Examen stattfinden, gibt es während des gesamten Studiums nicht.

Darüber hinaus wird zum Teil verlangt, dass eine bestimmte Anzahl an Grundlagenscheine erworben wurde. Genau hierbei wird häufig auf die Eigenverantwortung der Studierende in einem nicht verschulten Universitätssystem hingewiesen. Genau dabei besteht die Gefahr, dass das systematische Lernen bis zum Erreichen der Jura-Zwischenprüfung zu versäumen und sich dadurch später bei der Examensvorbereitung sich schwerwiegende Lücken auftun.

Ein weiterer wichtiger Unterschied innerhalb der Zwischenprüfung ist die Widerholungsmöglichkeit der einzelnen Klausuren, sowie der Zeitpunkt zu dem die Wiederholungen stattfinden können.

Zwischenprüfungsziel

Die Jura-Zwischenprüfung besitzt zwei Ziele. Zum einen soll mit der Zwischenprüfung die Überprüfung des im Grundstudium erzielten Studienerfolgs erzielt werden. Daraus lassen sich dann Erkenntnisse für die weitere Vorgehensweise im Hauptstudium entnehmen.

Fragen wie zum Beispiel, ob ich bisher alles richtig gemacht habe oder ist meine jetziger Lernplan in der Form sinnvoll, lassen sich beantworten.

Ferner besteht die die Möglichkeit fehlende Grundlagen nachzuarbeiten oder gegeben falls aufzuarbeiten. Anders als in anderen Studiengängen kann das bis zur Jura-Zwischenprüfung erlangte Wissen nicht ad acta gelegt werden, denn der Wissenserwerb in höheren Semestern setzt das Grundlagewissen voraus und knüpft daran an. Folgerichtig lässt sich festhalten, dass durch das erfolgreiche Bestehen der Jura-Zwischenprüfung das bis dahin gesammelte Wissen sich nicht abhaken lässt.

Das zweite wichtige Ziel der Zwischenprüfung ist es herauszufinden, ob der Studierende die erforderliche Qualifikation besitzt. Andersherum könnt man auch sagen, dass die Jura-Zwischenprüfung eher eine Eignungsprüfung darstellt. Es soll festgestellt werden, ob der Student das Basiswissen verstanden hat und die „Gabe“ besitzt das Wissen konkret auch anwenden zu können. Genau dies soll durch die Klausuren erreicht werden. Problematisch ist hierbei allerdings, dass gerade in den Anfängerklausuren nur punktuell Wissen abgefragt wird, sodass ein Überblick über den bisherigen Stoff fehlt und der eigene Kenntnisstand oftmals nicht richtig eingeschätzt werden kann. Er wird nur in Bezug auf eine eingegrenzte Klausur überprüft. Gerade bis zur Jura- Zwischenprüfung, also in der Regel bis zum Abschluss des 4. Semesters, werden die Zusammenhänge der einzelnen Rechtsgebiete nicht gelehrt. Vielmehr werden sie alleinstehend semesterweise durch den jeweiligen Dozenten gelehrt.



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