Jura-Klausuren

Jurastudium

Klausuren im Jurastudium unterscheiden sich von den Klausuren in den meisten anderen Studiengängen enorm. Sie sind keine klassischen „Frage & Antwort“ Prüfungen.

Der Geprüfte muss vielmehr sein gelerntes Wissen auf einem praktischen Fall transformieren.

Genau dabei trennt sich die Spreu vom Weizen. Viele begehen den Fehler abstrakt zu lernen und bekommen dadurch gerade in den Klausuren Schwierigkeiten das angeeignete Wissen konkret anzuwenden. Was allerdings genauso wichtig für erfolgreiche Jura-Klausuren ist, ist die detaillierte Auseinandersetzung mit dem Sachverhalt.

Die Sachverhaltsanalyse in den Jura-Klausuren

Wer sich nicht genau mit dem Sachverhalt auseinandersetzt riskiert die Gefahr wichtige Details zu übersehen, und dadurch somit schlechte Jura-Klausuren abzuliefern.

Sie müssen sich im Grunde zuerst klar machen, dass im Normalfall jede Jura-Klausur einen zu lösenden Sachverhalt darstellt. Dementsprechend ist es Ihre erste Aufgabe, dass Sie völlig unbefangen den Sachverhalt lesen. Idealerweise ignorieren Sie dabei auch die Fallfrage. Dadurch wird verhindert, dass Sie sich zu sehr auf die kritischen Punkte zu der Fallfrage im Sachverhalt konzentrieren.

Haben Sie alles soweit erfasst und verstanden, beginnt der nächste Schritt. Nun beginnen Sie sich mit der Fallfrage auseinanderzusetzten und lesen den Sachverhalt erneut. Dabei markieren Sie, die für Sie wichtigen Passagen. Fallen Ihnen spontane Ideen, Paragraphen etc. ein, schreiben Sie diese am besten direkt daneben. So vermeiden Sie später vielleicht wichtige Gedankengänge zu vergessen. Ist der Sachverhalt komplexer und lang, empfiehlt es sich oftmals den Sachverhalt zu teilen und gegeben falls die Verbindungen der Personen untereinander zu skizzieren.

Der dritte Schritt der Sachverhaltsanalyse in den Jura-Klausuren ist, dass Sie versuchen sollten, alle relevanten Normen im Gesetz zu finden und diese neben der jeweiligen Textstelle zu notieren.

Lösungsskizze

Haben Sie den Sachverhalt in den Jura-Klausuren verstanden, skizziert und die in Frage kommende Rechtsgrundlagen gefunden, ist zu empfehlen eine Lösungsskizze anzufertigen. Einige Personen titeln das Vorgehen als Zeitverschwendung ab, allerdings gerade bei komplexeren Sachverhalten läuft man dadurch schnell die Gefahr etwas zu übersehen.

Gerade die Lösungsskizze soll Ihnen ein Überblick verschaffen und Ihre Gedanken zu ordnen.

Wichtig ist besonderes, dass die Lösungsskizze genauso aufgebaut sein sollte, wie Ihre spätere Niederschrift. Dadurch wird später vermieden, dass Sie unnötig Zeit wegen einer schlechten und nichtlesbaren Lösungsskizze verlieren.

Es ist nicht zu vergessen, dass es sich „nur“ um eine Skizze handelt. Definitionen oder gar ganze Subsumtionen sind unangebracht und kosten wieder nur unnötig Zeit. Haben Sie ihre Skizze fertig, schauen Sie sie noch einmal Sorgfältig an und überdenken sie diese. Fehlt vielleicht etwas, oder ist etwas gar überflüssig?

Haben Sie das für sich beantwortet, sollten sie anhand ihrer Skizze erkennen wo ihr, im Idealfall auch der des Klausurstellers, Schwerpunkt liegt.

Niederschrift

Zuletzt kommt der wichtigste der Teil in den Jura-Klausuren, die Niederschrift. Sie sollten dabei wissen, dass der Korrektur nur diese Leistung von Ihnen erhält. Gedankengänge und vorige Leistungen bleiben unberücksichtigt. Gerade deswegen ist es wichtig, eine ordentliche und saubere Niederschrift abzugeben.

Die Lösungsskizze dient Ihnen dabei als Hilfe und soll vor allem ein Durcheinander vermeiden. Bilden Sie sinnvolle Überschriften und Gliederungspunkte, aber nicht unnötige. Unterbrechungen durch ständig neue Überschriften stören den Lesefluss und nerven den Korrektor.

Wichtig ist auch, dass Sie immer am Fall bleiben und die Argumente aus dem Sachverhalt ziehen. Abstrakte Argumentation, kosten nur unnötige Punkte und zeigen darüber hinaus eventuelle Schwächen beim Übertragen von abstrakten Rechtsproblemen auf den konkreten Fall. Das allerdings wird gerade in den Jura-Klausuren von Ihnen erwartet. Angeeignetes Wissen auf den Fall zu transformieren.

Sind Sie mit der Niederschrift fertig und haben noch genügend Zeit, dann lesen Sie Ihre Arbeit nochmal sorgfältig durch und nehmen, wenn nötig, Verbesserungen vor.

Halten Sie alle Punkte einigermaßen ein, steht einer erfolgreichen Klausur nichts mehr im Wege!



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