Informationen zum LL.M.-Studium in den USA

Dr.jur. (Promotion) & LL.M.

USA Einreise

Sind die Bewerbungen erst einmal geschrieben, die Finanzierung des LLM-Aufbaustudiums gesichert und die Zusage der ausländischen Hochschule eingetroffen, dann müssen schnellstmöglich die Reisevorbereitungen getroffen werden. Viele wichtige Formulare müssen von Deutschland aus eingereicht werden, damit alle Formalitäten zur USA Einreise geklärt sind. Im Folgenden finden Sie eine Auflistung der notwendigen Schritte, um das LLM-Studium in den USA vorzubereiten.

Einreise-Visum für die USA

Als Deutscher müssen Sie in den USA auf jeden Fall ein Visum vorlegen, um in das Land einreisen zu dürfen. Grundsätzlich lassen sich zwei verschieden Visumformen unterscheiden. Das F-1- und das J-1-Visum. Das F1-Visum (mit dem Formular I-20) wird bei eigenständig organisierten USA-Studien benötigt. Hierunter fallen alle LL.M.-Aufbaustudiengänge, die mithilfe deutscher Stipendien  oder Auslandsbafög finanziert werden. Das J-1-Visum (mit dem Formular DS-2019) hingegen wird bei Studienaufenthalten benötigt, die direkt oder indirekt durch die USA finanziert werden. Sind Sie an einer US Hochschule zum LLM-Studium zugelassen, dann erhalten Sie von dieser normalerweise automatisch das passende Formblatt für das USA Visum per Post. Das zugesandte Formular muss (z.B. I-20) dann zusammen mit dem Formular DS-160 bei dem zuständigen Konsulat eingereicht werden. Zur Beantragung eines Einreise-Visum müssen zudem folgende Unterlagen beigefügt werden:

  • Pass (biometrisch) oder Reisepass
  • I-20 oder DS-2019 Formular
  • Farbiges Passfoto (Bestimmungen beachten!)
  • Bearbeitungsgebühr für das Visum (derzeit 131€, Überweisung muss manuell getätigt werden)
  • Nachweis über die Sevis-Gebührenzahlung
  • Frankierter Rückumschlag (1,45€ Briefmarke, an sich selbst adressiert) für die Rücksendung des Passes

Zur Einreichung der Unterlagen ist ein persönliches Erscheinen beim jeweiligen Konsulat erforderlich. Der Termin muss vorher unter der Rufnummer  Tel.: 0900 - 1 - 85 00 55 (Montags – Freitags von 7-20 Uhr, 1,86 Euro/Min.) vereinbart werden. Vergessen Sie nicht, den Reisepass mitzunehmen, denn die Reisepassnummer ist für die Beantragung des USA Visums notwendig. Bei dem Termin werden nun nicht nur Ihre Unterlagen zum Einreise-Visum eingereicht, sondern es wird auch ein persönliche Interview von etwa dreimütiger Länge geführt, in dem Ihre Einreisepläne in den USA in einem lockeren Gespräch unter die Lupe genommen werden. Hat alles funktioniert, dann wird das Einreise – Visum innerhalb von mehreren Wochen erteilt. Das USA-Visum darf frühestens 120 Tage vor der geplanten Einreise in die USA ausgestellt werden.

Gesundheitszeugnis

Die meisten Universitäten verlangen zudem vor Antritt des Studiums ein Gesundheitszeugnis. Dies kann von jedem, in Deutschland zugelassen, Arzt erstellt werden. In dem Zeugnis wird festgehalten, dass der Einreisewillige über notwendige Impfungen gegen ansteckende Krankheiten (Masern, Tetanus etc.) verfügt. Sollte im Rahmen des Gesundheitszeugnisses eine HIV-Erkrankung festgestellt werden, wird die USA Einreise versagt werden.

Krankenversicherung

Auch wenn Präsident Obama im Jahr 2010 die Einführung einer Krankenversicherung für alle Amerikaner vorangetrieben hat, so verfügen Sie als Ausländer dort über keinen Krankenversicherungsschutz. Für Ihren Studienaufenthalt in den USA sollten Sie unbedingt eine Krankenversicherung abschließen, denn die ärztliche Versorgung in den USA ist vor allem eins: teuer! Schließen Sie auf jeden Fall eine Krankenversicherung ab, die auch für einen 12 monatigen USA-Aufenthalt geeignet sind und umfassende medizinische Versorgung gewährleistet. Mit einer normalen Reiseversicherung ist es in diesem Fall nicht getan. Sie sollten daher eine richtige Auslandskrankenversicherung abschließen, die auch teure zahnärztliche Behandlungen, stationäre Krankenhausaufenthalte, Arzneimittel und eventuell Sehhilfen einschließt.

Sozialversicherungsnummer (Social Security Number)

Obwohl die Social Security Number für die USA Einreise nicht unbedingt verpflichtend ist, werden Sie darum nicht herumkommen. Die Social Security Number ist vergleichbar mit der deutschen Sozialversicherungsnummer. Allerdings wird diese im Gegensatz zu Deutschland in den USA auch im Alltag oft verlangt. Mit der Social Security Number (SSN) können Personen eindeutig identifiziert werden. Dies ist in den USA von Bedeutung, da nicht wie in Deutschland eine Meldepflicht besteht. Die Sozialversicherungsnummer wird bei vielen alltäglichen Handlungen benötigt. Egal ob Sie einen Telefon- oder Kabelanschluss benötigen, eine Wohnung mieten wollen oder ganz einfach einen Stromvertrag abschließen möchten. In all diesen Fällen werden Sie ohne Social Security Number nicht weiterkommen. Doch wie erhält man eine solche Sozialversicherungsnummer? In den USA ist die Social Security Administration für die Zuteilung der Nummer zuständig. Entsprechende Behörden befinden sich über das gesamte Land verteilt. Zur Beantragung der Nummer sollten Sie Ihren Personalausweis und eine Geburtsurkunde mitnehmen. Die Geburtsurkunde wird zwar nicht immer benötigt, allerdings können Sie damit zweifelsfrei die Stimmigkeit der Personalausweisdaten belegen. Zudem ist auch ein Nachweis über den legalen Aufenthalt in den USA notwendig. Die Beantragung der Social Security Number sollte bei Ihrer USA Einreise einer der ersten Schritte sein. Schließlich ist die Nummer für die meisten Dinge alltäglichen Bedarfs unentbehrlich. Erkundigen Sie sich am besten schon vor der USA Einreise, welche Dokumente für die Beantragung der Sozialversicherungsnummer beigefügt werden müssen.

Bankkonto in den USA

Ebenso wichtig wie die Ausstellung einer Sozialversicherungsnummer in den USA,  ist das Eröffnen eines Bankkontos. Dazu ist auf jeden Fall die Social Security Number notwendig.  Bei einem Auslandsjahr ist die Eröffnung eines USA-Kontos der Abwicklung über ein deutsches Girokonto mit Kreditkarte auf jeden Fall vorzuziehen. Da bei der Ankunft meist hohe Geldbeträge (für Versicherungen, Unterkunft, Automobil, Kaution, Studiengebühren etc.) zusammenkommen, wird das Kreditvolumen der Karte recht schnell ausgeschöpft sein. Zudem sind alle Auslandsüberweisungen in die USA mit hohen Kosten verbunden. Schon aus diesen Beweggründen heraus sollten Sie sich für ein USA Konto entscheiden. Das Konto sollte über eine Kreditkarte und Schecks verfügen. Zur Vermeidung von hohen wiederkehrenden Kosten durch Auslandsüberweisungen aus Deutschland, sollten Sie am besten das gesamte, für den Aufenthalt benötigte Geld, mit einem Schlag auf das Konto überweisen.

Wohnung in den USA finden

Die Wohnungssuche in den USA sollte am besten direkt vor Ort durchgeführt werden, da so keine bösen Überraschungen bei der Anreise entstehen und man einen persönlichen Eindruck von der Unterkunft gewinnen kann. Am besten Sie mieten sich nach der Anreise in einem günstigen Motel ein oder kümmern sich schon von Deutschland aus um einen Platz im Studentenwohnheim. So können Sie dann mit der eigentlichen Wohnungssuche beginnen. Die Hochschulen in den USA besitzen auch eigene Vermittlungsstellen für Wohnungsangebote, die sogenannten Housing Offices.  Zudem verfügen alle Hochschulen in den USA über einen Housing Service, der den Studenten bei der Wohnungssuche behilflich ist. Auf jeden Fall ist es lohnenswert dort einmal vorbeizuschauen, um sich einen Überblick über die Angebote und den studentischen Wohnungsmarkt zu verschaffen. Die meisten ausländischen Studierenden in den USA suchen sich für die erste Zeit an der Universität einen Platz im Studentenwohnheim. Diese befinden sich meist auf dem Campus (on campus). Wohnungen in der näheren Umgebung der Hochschule werden als off campus bezeichnet. Eine Wohnung in den Studentenwohnheimen besitzt den Vorteil, dass man sofort Kontakte knüpfen kann. Allerdings bestehen im Gegensatz zu Deutschland auch gravierende Unterschiede. So herrschen dort meist ein striktes Rauch-, Alkoholverbot, Kleiderordnung und Ruhezeiten. Es ist in den Studentenwohnheimen üblich, sich ein Zimmer mit einem anderen Studenten zu teilen. Ein eigenes Zimmer ist nur für Studenten mit abgeschlossenem Erststudium (Graduate Students) vorgesehen. Sollten Sie sich für eine Wohnung außerhalb des campus (off campus) entscheiden, dann sollten Sie unbedingt auf das ortsübliche Preisniveau und eine gute Verkehrsanbindung durch den öffentlichen Nahverkehr achten. In Großstädten wie Los Angeles oder New York ist es oftmals am schwierigsten, geeigneten Wohnraum zu finden.

Telefon und Nebenkosten

Neben einer Wohnung in den USA ist natürlich auch ein Telefonanschluss notwendig. Zudem muss die Grundversorgung von Wasser, Gas und Strom gewährleistet sein. Dazu müssen Sie sich an die zuständigen lokalen Energieversorger wenden. Am besten Sie fragen gleich beim Vermieter nach, an wen man sich dabei wenden muss. Falls Sie zu Beginn Ihres USA-Studiums noch nicht über ein Telefon verfügen, können Sie am Anfang Ihres Aufenthaltes auch auf öffentliche Fernsprecher zurückgreifen. In nahezu jeder Supermarktkasse erhalten Sie kostengünstig Telefonkarten. Dies ist allerdings nur für die Übergangszeit empfehlenswert. Um immer erreichbar zu sein, sollten Sie sich schnell um einen Telefonanbieter kümmern. Die Housing Offices der jeweiligen Universitäten stellen meist kostenlos Informationen über die verschiedenen Anbieter zur Verfügung. Ähnlich wie in Deutschland ist der Telefonmarkt in den USA von vielen Anbietern mit unterschiedlichen Angeboten überschwemmt. Deshalb sollten Sie immer genau vorher vergleichen, ob auch innerörtliche Flatrates usw. vorhanden sind.

Internet in den USA

Wenn Sie Ihr LLM-Studium an einer Hochschule in den USA aufnehmen, erhalten Sie normalerweise auch Zugriff auf Hochschulrechner, mit denen Sie ins Internet gelangen können und für das Studium Recherchen durchführen können. Für die Erstellung einer Abschlussarbeit sind diese Rechner jedoch nur bedingt geeignet. Was liegt da näher, als den Rechner aus Deutschland mit in die USA zu nehmen? Dies ist jedoch nicht empfehlenswert, da amerikanische Rechner mit einer anderen Netzspannung betrieben werden, als in Deutschland (110 statt 220 Volt). Deshalb sollten Sie am besten in Deutschland schon einen Rechner erwerben, der über ein 110/120 Volt Netzteil verfügt. Die meisten neueren Laptops haben ein solches Netzteil integriert. In Deutschland muss nun nur noch der passende Verbindungsstecker zwischen Netzteil und Steckdose gekauft werden. Dieser heißt in Deutschland Reisestecker (foreign adapter plug). Es gibt in den USA derzeit drei verschiedene Formen von Internetanschlüssen. Unter Dial-Up wird eine Internetverbindung über das Festnetz bezeichnet. Diese blockieren zwar das Telefon während der Internetverbindung, allerdings ist dieser Anschluss besonders günstig. Trotz des Namens „Dial-Up“ handelt es sich hierbei um Flatrateverbindungen. Wer lieber schnellere Verbindungen bevorzugt, sollte sich nach einem DSL-Anschluss in den USA umschauen. Dieser Anschluss ist schneller, als ein normaler Dial-Up. Die DSL-Anschlüsse werden beispielsweise von den Anbietern Verizon, oder Earth-Link angeboten. Die teuerste und schnellste Internetverbindung in den USA stellt der High Speed Internet Access dar. Hierbei läuft die Kommunikation über das Fernsehkabel ab. Es ist allerdings auch der teuerste Internetanschluss. Das Unternehmen Time Warner Cable bietet einen solchen Anschluss an.

Führerschein in den USA

Wer sich nur für einige Monate in den USA aufhält, kann mit einem internationalen Führerschein seine Fahrtauglichkeit nachweisen. Der deutsche Führerschein ist allerdings immer mitzuführen. Internationale Führerscheine müssen schon in Deutschland bei den lokalen Führerscheinstellen beantragt werden. Ein internationaler Führerschein ist dann in den USA für 3 Monate gültig. Wer allerdings im Rahmen eines LLM-Studiums für etwa ein Jahr in den USA bleiben wird, für den ist ein USA Führerschein eigentlich unerlässlich. Der internationale Führerschein kann gut übergangsweise genutzt werden. Danach empfiehlt es sich, eine amerikanische Driving License zu erwerben, die gleichzeitig auch als Ausweisdokument fungieren kann. Viele Clubs und Liquor Stores (Alkoholläden) verlangen zum Eintritt eine gültige ID. Die Driving License ist ein Ausweis-Dokument, welches immer akzeptiert wird. Sie können natürlich auch Ihren deutschen Reisepass benutzen, dieser ist allerdings sehr klobig. Der Erwerb des Führerscheins in den USA ist nicht mit hohen Kosten verbunden. Meist kann die Driving License für unter 50$ erworben werden. Dazu sollten Sie sich an das Department of Motor Vehicles (DMV) wenden. Die eigentliche Fahrprüfung besteht dann aus einem Praxis- und einem Theorieteil. Die Theorieprüfung entspricht ungefähr den deutschen Anforderungen, allerdings sollten Sie diese nicht unterschätzen. Bereiten Sie sich ordentlich auf die Theorieprüfung vor, denn es gibt einige landesspezifische Besonderheiten in den Verkehrsregeln. Auf der Internetseite http://www.dmv.org können Sie sich auf die Anforderungen der theoretischen Prüfung vorbereiten. Die Praxisprüfung ist im Gegensatz zu Deutschland wesentlich einfacher zu bestehen. Sie wird als Road Test bezeichnet. Im Gegensatz zu Deutschland muss die Prüfung im eigenen Fahrzeug absolviert werden. Obwohl die einzelnen Prüfungsanforderungen von Bundesstaat zu Bundesstaat variieren können, ist mit einer etwa 10 minütigen Fahrt auf dem DMV-Gelände zu rechnen. Bei dem Test muss vornehmlich das Beherrschen der Vorfahrtsregeln und ein defensiver Fahrstil demonstriert werden.

Auto in den USA

Wer in den USA nicht auf ein Auto verzichten kann, der sollte vorher genau überlegen, ob ein Kraftfahrzeug  überhaupt notwendig ist. Mitten in einer amerikanischen Großstadt ist ein Auto sowieso nicht unbedingt sinnvoll, da öffentliche Verkehrsmittel in ausreichender Anzahl vorhanden sind. Wenn Sie allerdings Ihren Wohnsitz auf dem Land haben und für das LLM-Studium immer zur Universität pendeln müssen, dann kann ein Auto sinnvoll sein. Am besten ist es allerdings, den Wohnort in der Nähe des LLM-Studiums zu haben. Vor allem, da der Kontakt mit den anderen LLM-Studenten so am besten aufrecht erhalten werden kann. Grundsätzlich gibt es verschiedene Möglichkeiten, ein Auto in den USA zu erhalten: mieten oder kaufen. Ein Auto in den USA zu kaufen kann aus verschiedenen Gründen ein Risiko darstellen.  Ein gekauftes Auto kann sich als mangelhaft erweisen, was teure Reparaturen erforderlich macht. Zudem sind Autoversicherungsverträge mit kurzer Laufzeit teuer.  Als Alternative kann sich hier ein Mietwagen anbieten, der nur zu bestimmten Anlässen wie Ausflugsfahrten angemietet werden muss.

Umzug in die USA

Mit dem LL.M.-Studium verlagert sich Ihr Lebensmittelpunkt für etwa ein Jahr in die USA.  Dabei ist es notwendig, dass Sie zumindest einen Teil Ihres Hausstandes (Bücher, Haushaltsgeräte etc.) nach Amerika mitnehmen. Schließlich wollen Sie dort nicht immer alles wieder neu kaufen. Allerdings werden Sie auf keinen Fall alle Habseligkeiten im Handgepäck Ihres USA Hinfluges mitnehmen können. Deshalb empfiehlt sich, den Transport des Hausstandes per Flug- oder Seefracht abzuwickeln. Flugfracht hat den Vorteil, dass die Zustellung der Umzugsgegenstände zeitnah erfolgen kann. Die Flugfracht ist jedoch extrem teuer. Aus diesen Gründen wählen viele die Seefracht als Alternative aus. Die Versendung des Umzuges per Seefracht ist vor allem aus Kostengründen sehr attraktiv.  Es dauert jedoch meist mehrere Wochen, bis der Container in Amerika ankommt.



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