Dr.jur. / Promotion

Dr.jur. (Promotion) & LL.M.

Dr.jur. und LL.M. sind in aller Munde. Weiter- und Fortbildung sind „in“. Diesem Thema möchten wir uns auch hier im JuraForum nicht verschließen. Daher haben wir für Dich zahlreiche Informationen zum Thema Promotion und Dissertation sowie zum LLM. zusammengestellt. Hierbei haben wir insbesondere unsere eigenen Erfahrungen aus dem Studium und dem Rechtsreferendariat einfließen lassen. Es kann jedoch nicht auf jede Eigenart der jeweiligen Promotionsordnung der Universitäten eingegangen werden. Es empfiehlt sich daher dringend, immer bei der für einen zuständigen Uni hinsichtlich der Promotions- oder Masterordnung nachzufragen! Die Mitarbeiter der Unis helfen Dir oft hinsichtlich der Promotions- und Masterordnung schnell und unbürokratisch

Welche Voraussetzungen / Note braucht man für die Promotion?

Dr.jur. / PromotionDie Voraussetzungen für eine Promotion variieren nach den jeweiligen Prüfungsordnungen der Fakultäten. Generell problemlos promovieren kann man mit einem mindestens vollbefriedigenden ersten juristischen Staatsexamen (also 9 Punkte und mehr). Aber auch für ausreichende befriedigende Examina es in vielen Prüfungsordnungen Ausnahmeregelungen. Oft hat man in diesem Falle einen Seminar zu belegen und mit einer sehr guten oder rote oder muss sich auch freiwillig ein Jahr lang bei seinem Doktorvater und entgeltlich profilieren durch Mitarbeit am Lehrstuhl.

Dauer der Promotion

Die Promotion dauert in der Regel 1 bis 5 Jahre bis sie fertig ist, dies variiert stark anhand des gewählten Themas. So hört man von einigen wenigen Absolventen, da sie ihre Promotion sogar einem halben Jahr Vollzeitarbeit geführt haben wollen. Andere Absolventen schaffen dies wohl eher in der Regel innerhalb von zwei Jahren. Arbeitet man jedoch noch als wissenschaftlicher Mitarbeiter an einem Lehrstuhl mit einer halben Stelle mit, so hat man oft einen zwei oder fünf Jahres-Vertrag, wo im Rahmen dieses Vertrages dann versucht die Promotion ebenfalls durchzuziehen.

Promotionsthema

Als Promotionsthema muss man ein Thema auswählen, das zuvor noch niemand anderes wissenschaftlich untersucht hat. Würde das eigene Thema schon durch jemand anderes bearbeitet wurden kurz zuvor veröffentlicht, wäre die eigene Promotion aussichtslos. Als Thema bieten sich somit vor allen Dingen auch neue Rechtsbegriffe an: die wirklich ganz neue Willenserklärung, wer noch nicht da gewesene Begriff der Übereignung und vor allem natürlich auch Rechtsvergleichung wie Pornographie in Deutschland im Vergleich zu rumänischen oder polnischen Recht usw. usw.

Wann promovieren?

Dr.jur. / PromotionDie Promotion bietet sich unseres Erachtens insbesondere direkt nach dem ersten Staatsexamen an. Denn zu diesem Zeitpunkt ist man noch am besten mit der Lehre und dem Hausarbeiten schreiben involviert. Zudem bietet sich nach vielen Regelungen der Länder für das Referendariat oft auch die Möglichkeit, dass man während des Referendariat noch eine mehrmonatige Unterbrechung genehmigt bekommen, um seine Promotion abzuschließen. Es soll hierbei nicht unerwähnt bleiben, dass diese Regelung nicht selten zu einer größeren und längeren Examensvorbereitung im Hinblick auf das zweite juristische Staatsexamen genutzt wird. Man bekommt somit einfach ein paar Monate mehr Zeit als die andern.

Was ist Rigorosum und Disputation?

Mit Rigorosum und Disputation bezeichnet man die Abschlussprüfung der Dissertation. Hat man den schriftlichen Teil, sagen mal seiner 289 Seiten Dissertation eingereicht und ist diese für ausreichend erachtet worden, so wird man zu diesen Prüfungen geladen.

Mit Rigorosum bezeichnet man hierbei die für Doktoranten nicht so erfreuliche Variante, weil dieses im Grunde für eine mehr oder weniger normale mündliche Prüfung steht, bei der allgemeinen nicht nur das Promotionsthema abgeprüft wird, sondern auch andere Fächer. Bei einer Disputation hingegen findet in der Regel nur ein Streitgespräch über das eigene Promotionsthema statt. Es versteht sich natürlich von selbst, dass man zu diesem Thema wohl etwas sagen können wird. Welche dieser beiden Varianten für die eigene Promotion einschlägig ist, findet man in der jeweiligen Promotionsordnung der eigenen Fakultät.

Notenskala bei der Dissertation

Bei der Dissertation gibt es fünf Notenstufen. Die beste lautet „summa cum laude“ und steht für mit höchstem Lob.

  1. summa cum laude ("mit höchstem Lob")
  2. magna cum laude ("mit großem Lob")
  3. cum laude ("mit Lob")
  4. rite ("genügend")
  5. non rite ("ungenügend")

Pro / Contra – Sind Doktoren bessere Juristen?

Nur wirklich etwas überheblich sagte einmal ein Kollege zu mir, dass er mit einem Doktortitel dann über allen anderen Menschen stehen würde. Daher fragt man sich: Ist ein Doktortitel wirklich das Non-plus-ultra? Fest steht zumindest, dass der Doktortitel unter den Juristen noch relativ rar gesät ist. Nach meiner Einschätzung haben circa 2-3 % der Juristen einen Doktortitel. Dies ist also nur rund jeder 40-50. Alles, was knapp ist, ist ja auch oft teuer und gut.

Als Kritiker einer Promotion und eines Doktortitels könnte man wohl anzuführen, dass die Beschäftigung lediglich mit einem einzigen winzigen juristischen Spezialthema (Vollzeit) über schlappe zwei Jahre unter Umständen nicht gerade hinsichtlich der Konservierung des restlichen juristischen Grundwissens förderlich sein kann. Insbesondere wenn es sich hierbei auch noch um ein nicht seltenes rechtsgeschichtliches Thema wie die „Steinigung der Hexen im Mittelalter“ handelt. Andererseits bietet eine Promotion auch die einmalige Chance, sich in einem Spezialthema zu profilieren und vor allem einen „Namen“ zu machen, indem man auch während der Promotion zahlreiche Aufsätze zu dem Thema veröffentlicht und natürlich ein Promotionsthema wählt, das nicht total weltfremd und für die Praxis untauglich ist. Denkbar wäre beispielsweise, dass ein Jurist, der sich für das Internet interessiert und später als Rechtsanwalt für IT-Recht arbeiten möchte, ein Thema wählt, das sich mit bestimmten Domainstreitigkeiten und Markenrechten auseinandersetzt.

In der Praxis hat sich natürlich der Fachanwaltstitel auch immer mehr durchgesetzt. Denn dieser Titel ist kein akademischer, sondern ein praxisbezogener Titel und erfährt dadurch immer mehr Beachtung auch seitens der rechtssuchenden Klienten. Es ist daher schwer zu sagen, ob der Fachanwaltstitel bezogen auf die Quote der Mandatserteilung sich nicht vielleicht sogar noch besser als ein Doktortitel auswirkt. Zumindest bietet der Fachanwalt den Vorteil, dass ihn jeder Rechtsanwalt im Grunde neben seiner regulären Arbeit und damit neben dem normalen Verdienst erwerben kann. Es geht daher im Idealfall keinerlei Geld verloren.

Ghostwriter und Vermittler

Da wir alle in Hannover Jura studiert haben, kennen wir das Problem der Dr.-Vermittler recht gut. Sagen wir mal so, Ghostwriting und die Vermittlung von Dr.-Titeln sollte man einfach lassen. Denn es gibt ja wohl nichts beschämender es, als wenn man dann als gestandener Rechtsanwalt, der natürlich auf jedem seiner Kanzleischilder den Dr.-Titel verewigt hat, diesen wieder abkratzen muss. Darüber hinaus könnte auch eine Betrugsstrafbarkeit oder eine Urkundenfälschung vorliegen.



zurück



Kommentar schreiben

34 + Zwe .i =

Bisherige Kommentare (2)

LawLove753  (09.12.2015 14:48 Uhr):
Im Abschnitt "Welche Voraussetzungen / Note braucht man für die Promotion?" ist der letzte Satz fehlerhaft. ("Oft hat man in diesem Falle einen Seminar zu belegen und mit einer sehr guten oder rote oder muss sich auch freiwillig ein Jahr lang bei seinem Doktorvater und entgeltlich profilieren durch Mitarbeit am Lehrstuhl.")
Abazeed  (17.10.2015 10:24 Uhr):
Ich würde gerne meine promotion jura bei Ihnen machen. Freut mich über Ihre Rückmeldung Lg
emeraldphoto — Fotolia.com

© 2003-2017 JuraForum.de — Alle Rechte vorbehalten. Keine Vervielfältigung, Verbreitung oder Nutzung für kommerzielle Zwecke.