Zivilprozessordnung | Jetzt kommentieren

§ 887 ZPO - Vertretbare Handlungen

Buch 8 (Zwangsvollstreckung) / Abschnitt 3 (Zwangsvollstreckung zur Erwirkung der Herausgabe von Sachen und zur Erwirkung von Handlungen oder Unterlassungen)

(1) Erfüllt der Schuldner die Verpflichtung nicht, eine Handlung vorzunehmen, deren Vornahme durch einen Dritten erfolgen kann, so ist der Gläubiger von dem Prozessgericht des ersten Rechtszuges auf Antrag zu ermächtigen, auf Kosten des Schuldners die Handlung vornehmen zu lassen.

(2) Der Gläubiger kann zugleich beantragen, den Schuldner zur Vorauszahlung der Kosten zu verurteilen, die durch die Vornahme der Handlung entstehen werden, unbeschadet des Rechts auf eine Nachforderung, wenn die Vornahme der Handlung einen größeren Kostenaufwand verursacht.

(3) Auf die Zwangsvollstreckung zur Erwirkung der Herausgabe oder Leistung von Sachen sind die vorstehenden Vorschriften nicht anzuwenden.


Erwähnungen von § 887 ZPO in anderen Vorschriften
Folgende Vorschriften verweisen auf § 887 ZPO:
  • Arbeitsgerichtsgesetz (ArbGG)
    • Dritter Teil (Verfahren vor den Gerichten für Arbeitssachen)
      • Erster Abschnitt (Urteilsverfahren)
        • Erster Unterabschnitt (Erster Rechtszug)
      • § 61 Inhalt des Urteils
  • Zivilprozessordnung (ZPO)
    • Buch 8 (Zwangsvollstreckung)
      • Abschnitt 1 (Allgemeine Vorschriften)
    • § 788 Kosten der Zwangsvollstreckung
      • Abschnitt 3 (Zwangsvollstreckung zur Erwirkung der Herausgabe von Sachen und zur Erwirkung von Handlungen oder Unterlassungen)
    • § 888a Keine Handlungsvollstreckung bei Entschädigungspflicht
    • § 891 Verfahren; Anhörung des Schuldners; Kostenentscheidung
    • § 892 Widerstand des Schuldners



Nachrichten zum Thema
§ 887 ZPO
Entscheidungen / Urteile
Entscheidungen zu § 887 ZPO
  • KG - Aktenzeichen: 12 W 19/16
    06.06.2016
    Der Gebührenstreitwert einer Feststellungsklage des Mieters, dass der Mietzins um einen bestimmten Betrag bzw. Prozentsatz gemindert sei, bestimmt sich gemäß §§ 48 GKG, 9 ZPO.Handelt es sich nach dem für die Streitwertbemessung maßgeblichen Vortrag des Mieters um einen behebbaren Mangel und ist die Mangelbeseitigung ebenfalls ein... » weiter lesen
  • VG-FREIBURG - Aktenzeichen: 3 K 1896/13
    30.04.2015
    Zum Antrag auf Vollstreckung eines gerichtlichen Vergleichs, der die Verpflichtung der Vollstreckungsschuldnerin zur Durchführung von Arbeiten und die Endabnahme dieser Arbeiten durch eine am Erkenntnisverfahren nicht beteiligten Behörde enthält. » weiter lesen
  • LAG-BERLIN-BRANDENBURG - Aktenzeichen: 10 Ta 1276/14
    02.07.2014
    Auch bei einer Verurteilung zur Weiterbeschäftigung muss sich die Art und Weise der Beschäftigung aus dem Titel selbst ergeben. Sofern die Tätigkeit ohne Einschränkungen im Titel genannt ist, gilt das volle Direktionsrecht des Arbeitgebers. » weiter lesen
  • HESSISCHES-LAG - Aktenzeichen: 18 Sa 1156/13
    26.02.2014
    Eine Auskunftsklage der U-LAK ist auch dann schlüssig, wenn diese nur vermutet, dass in dem Baubetrieb Arbeitnehmer beschäftigt werden. Es besteht kein Anspruch auf Festsetzung einer Entschädigung nach § 61 Abs. 2 ArbGG bei Nichterteilung der Auskunft, wenn die klagende Kasse nicht vorträgt, auf Grund welcher Anhaltspunkte sie von der... » weiter lesen
  • OLG-FRANKFURT-AM-MAIN - Aktenzeichen: 1 U 215/11
    18.03.2013
    1. Auch Erlasse und sonstige Verwaltungsvorschriften können Amtspflichten zugunsten Dritter begründen, aus deren Verletzung sich Amtshaftungsansprüche ableiten lassen. 2. Ein gemeinnütziger Verein kann jedenfalls dann keine Geldentschädigung für die Verletzung in seinem allgemeinen Persönlichkeitsrecht verlangen, wenn sein damals... » weiter lesen
  • VGH-BADEN-WUERTTEMBERG - Aktenzeichen: 10 S 81/13
    28.02.2013
    1. Die Bestimmung des § 172 VwGO ist nicht für alle Fälle der Vollstreckung aus einer einstweiligen Anordnung nach § 123 VwGO als abschließende Sonderregelung heranzuziehen. Vielmehr richtet sich die Vollstreckung einer einstweiligen Anordnung, die eine nicht vertretbare Handlungspflicht auferlegt, nach § 167 VwGO i.V.m. den... » weiter lesen
  • KG - Aktenzeichen: 8 W 80/12
    19.11.2012
    Wird neben der Herausgabe und Räumung eines Grundstücks auch die Beseitigung der auf dem Grundstück befindlichen Baulichkeiten verlangt, erhöht sich der Streitwert der Räumungsklage um die für die Beseitigung erforderlichen Kosten (im Anschluss an OLG Hamburg NZM 2008,1228). » weiter lesen
  • LAG-KOELN - Aktenzeichen: 7 Ta 275/12
    15.10.2012
    1 Die in einem gerichtlich festgestellten Vergleich vom Arbeitgeber übernommene Verpflichtung, "die Kosten einer Outplacement-Beratung des Klägers bis zu einem Betrag i. H. v. 20.000,-- € zzgl. gesetzlicher MwSt." zu übernehmen, unterliegt der Zwangsvollstreckung nach § 887 ZPO. 2 Die Verpflichtung geht nicht dadurch unter,... » weiter lesen
  • LAG-BADEN-WUERTTEMBERG - Aktenzeichen: 5 Ta 33/12
    30.05.2012
    1. Teil 2 GKG KV ist auch im arbeitsgerichtlichen Verfahren anwendbar, soweit das Arbeitsgericht Vollstreckungsorgan ist. 2. Beim erstmaligen Ansatz innerhalb eines Rechtszuges ist die Verfahrensgebühr Nr. 2111 KV GKG unabhängig von der Anzahl der dem Vollstreckungsantrag zu Grunde liegenden Ansprüche und Vollstreckungsgegenstände... » weiter lesen
  • OLG-STUTTGART - Aktenzeichen: 13 W 24/12
    23.05.2012
    Nach Abschluss einer Stufe ist das Stufenklageverfahren auch auf Antrag des Beklagten fortzusetzen. Das Rechtsschutzinteresse für einen solchen Antrag fehlt jedoch, solange noch ein Vollstreckungsverfahren anhängig ist. » weiter lesen

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