KunstUrhG - Gesetz betreffend das Urheberrecht an Werken der bildenden Künste und der Photographie

Übersicht



Das KunstUrhG vom 01. Juli 1907, auch Kunsturhebergesetz oder Kunsturheberrechtsgesetz genannt, beschreibt unter anderem die Schutzfristen für das Urheberrecht an Werken der bildenden Künste.

Kunstgalerie (© arsdigital - Fotolia.com)
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Es stammt aus der Rechtsmaterie des Zivilrechts. Es sieht eine Schutzfrist von 50 Jahren für die Werke bildender Künste vor. Vor 1934 galt hier eine Frist von 30 Jahren. Das fristauslösende Ereignis, der Zeitpunkt, von dem an die Frist läuft, war hier der Tod des Urhebers. Im Jahre 1940 wurde auch die Schutzfrist für Photographien von erst 10 Jahren auf 25 Jahre verlängert. Ausschlaggebend war eine Novellierung mit dem Namen „Gesetz zur Verlängerung der Schutzfristen für das Urheberrecht an Lichtbilden.“ Das fristauslösende Ereignis ist hierbei die Veröffentlichung des Bildes, außer dem Fall, dass die Photographie vor dem Tod des Künstlers noch nicht erschienen war. Das Urheberrecht ist in unseren Tagen im Urheberrechtsgesetz aus 1965 gesammelt.

Entwicklung ab 1966

Das Kunsturheberrecht wurde nämlich 1966 zu sehr großen Teilen außer Kraft gesetzt. Lediglich die Paragrafen, welche den Schutz von Bildnissen betreffen, sind weiter geltend. Was die 25-jährige Schutzfrist für die Photographien, welche nun Lichtbilder hießen, betraf, gab es, außer der Fristberechnung, bis dato keine Änderungen durch das Urheberrechtsgesetz von 1965. Dieses Gesetz über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte ersetzte die Vorgänger „Gesetz, betreffend das Urheberrecht an Werken der Literatur und der Tonkunst“ sowie das Gesetz betreffend das „Urheberrecht an Werken der bildenden Künste und der Photographie“. Im Jahre 2008 gab es im zweiten Korb der Urheberrechtsreform noch einmal umfangreiche Neuerungen dieser maßgeblichen Gesetzesgrundlage für das bundesdeutsche Urheberrecht und seine verwandten Leistungsschutzrechte.

(1) Ohne die nach § 22 erforderliche Einwilligung dürfen verbreitet und zur Schau gestellt werden:
1.
Bildnisse aus dem Bereiche der Zeitgeschichte;
2.
Bilder, auf denen die Personen nur als Beiwerk neben einer Landschaft oder sonstigen Örtlichkeit erscheinen;
3.
Bilder von Versammlungen, Aufzügen und ähnlichen Vorgängen, an denen die dargestellten Personen teilgenommen haben;
4.
Bildnisse, die nicht auf Bestellung angefertigt sind, sofern die Verbreitung oder Schaustellung einem höheren Interesse der Kunst dient.
(2) Die Befugnis erstreckt sich jedoch nicht auf eine Verbreitung und Schaustellung, durch die ein berechtigtes Interesse des Abgebildeten oder, falls dieser verstorben ist, seiner Angehörigen verletzt wird.

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