Kanzleimarketing

Allgemeines

Allgemeins zum KanzleimarketingDas Marketing Ihrer Kanzlei ist prägend für das Image, welches Sie nach außen transportieren. Menschen sind visuelle Wesen und nehmen unbewusst Einrichtungsstil, Farben und Materialien einer Kanzlei wahr und bilden sich dadurch schon im Unterbewusstsein einen Qualitätseindruck. Deshalb sollte schon beim Bestellen der Einrichtung für die neue Kanzlei genau überlegt werden, welcher Einrichtungsstil stilprägend sein sollte. Stellen Sie sich vor, welchen Unterschied es macht, ob Ihre Kanzlei im klassischen Stil des 19. Jahrhunderts oder im modernen Industriestil eingerichtet ist. Dabei ist es wichtig, auch die zukünftigen Mandantenschaft zu berücksichtigen. Eine Kanzlei die vornehmlich Landwirte bedient, sollte sicherlich eher konservativer eingerichtet sein, als eine moderne Kanzlei, die sich auf IT-Recht spezialisiert hat. Insgesamt gesehen ist es wichtig, im Kanzleimarketing einen stimmigen Gesamteindruck zu hinterlassen. Dies gilt auch für die Kleiderwahl. Ein lässig-modern gekleideter IT - Rechtsanwalt würde vor dem Hintergrund einer klassischen Kanzlei im Stil des 19. Jahrhunderts eher deplaziert wirken. Deshalb müssen Sie als Rechtsanwalt schon von Anfang an darauf achten, Ihre Kanzlei in allen Aspekten einheitlich und auf die jeweilige Zielgruppe auszurichten. Dies fängt schon bei der Namenswahl für die Kanzlei an und geht über die Entwicklung eines Kanzleilogos für Briefköpfe bis hin zur Raumausstattung sowie der Materialwahl. Wie Sie sehen, ist das Kanzleimarketing ein weites Feld dem jeder Rechtsanwalt unbedingt Beachtung schenken sollte, da es Ihren Erfolg maßgeblich beeinflussen kann.

Kanzleinamen auswählen

Eine der wichtigsten Entscheidungen für Ihr Kanzleimarketing sollte zunächst einmal die Wahl eines einprägsamen Kanzleinamens sein. Die einfachste Variante wäre die Verwendung Ihres Vor- und Nachnamens in Verbindung mit der Berufsbezeichnung "Rechtsanwalt" (Beispiel: Heinrich Bergmann, Rechtsanwalt). Eine andere Variante wäre die Nennung eines Nachnamens in Verbindung mit nicht ausdrücklich genannten Kollegen (Beispiel: Bergmann und Partner, Rechtsanwälte). Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Nachnamen aller Kollegen einer Kanzlei in das Schild einzubauen (Bergmann, Gruber & Reimann, Rechtsanwälte). Natürlich können die Namen auf dem Kanzleischild zusätzlich noch mit erworbenen Titeln (Beispiel: LLM oder Fachanwaltstitel) ergänzt werden, die Ihre berufliche Kompetenz unterstreichen.

Was Sie bei der Wahl des Kanzleinamens beachten sollten

Vorsicht bei der Verwendung von Floskeln wie "Spezialist für ...". Laut OLG Nürnberg (NJW 2007, 1984) setzt die Verwendung der Bezeichnung Spezialist berufliche Qualifikationen voraus, die noch oberhalb einer fachanwaltlichen Weiterbildung angesiedelt sind. Deshalb ist es meist sinnvoller, bestimmte Schwerpunkte der juristischen Arbeit anzugeben. Seit 2006 ist gemäß § 7 BORA (Berufsordnung für Rechtsanwälte) die Nennung von mehr als 5 Schwerpunktrechtsgebieten zulässig. Jede Nennung eines Schwerpunktbereiches muss jedoch vor dem Hintergrund der beruflichen Kompetenzen nachweisbar sein (z.B. durch erworbene Kenntnisse im Rahmen der Berufstätigkeit). Wer über keine gesonderte Fachanwaltsausbildung verfügt, darf natürlich auch nicht mit "Fachanwalt für ..." werben. Dies sollten Sie unbedingt in Ihrem Kanzleimarketing beachten. Falls keine gesonderte Weiterqualifizierung in einem bestimmten Rechtsgebiet vorliegt und trotzdem die Kompetenzen der Kanzlei schon im Kanzleischild hervorgehoben werden sollen, empfiehlt es sich, eher auf allgemeinere Formulierungen zu setzen. Mit Entscheidung des BGH, NJW 2001, 1573 widerspricht die Kanzleibezeichnung "Kanzlei für Arbeitsrecht und allgemeines Zivilrecht" nicht den Bestimmungen von §6 BORA. Eine solche Formulierung ist somit im Kanzleinamen unbedenklich. Sollten Sie über den Honorarprofessorentitel verfügen, dann ist Ihnen erlaubt, auch diesen im Kanzleinamen aufzuführen. Allerdings muss die Art des Professorentitels dann genau erläutert werden. Verbeamtete Professoren erhalten gemäß § 7 Nr.10 und §14 II Nr.5 BRAO (Bundesrechtsanwaltsordnung) keine Zulassung als Rechtsanwalt. Folglich ist die Verwendung eines derartigen Professorentitels auf dem Kanzleischild auch nicht erlaubt. Auch bei der Verwendung von Fantasienamen im Marketing ist Vorsicht geboten. Die Verwendung derartiger Namen ist derzeit noch nicht ausdrücklich geregelt. Jedoch bestehen trotz dieser Bestimmungen immer noch Einschränkungen. Durch Fantasienamen kann möglicherweise ein Bild der Kanzlei vermittelt werden, welches nicht der Wahrheit (z.B. Kanzleigröße). Sollte dies der Fall sein, so kann der Fantasiename als unzulässig gewertet werden. Das OLG-Nürnberg hat in einem ähnlichen Fall folgendermaßen entschieden: Mit Entscheidung des OLG-Nürnberg, NJW-RR 2000, 440 ist der Fantasiename "Pro Videntia" als unzulässig zu werten, da dieser im vorliegenden Fall eine Kanzleigröße suggeriert, welche nicht den Tatsachen entspricht.

Werbemittel für Kanzleimarketing

Der Kanzleiname sollte natürlich auch bekannt werden. Dies kann man schaffen, indem man Werbegeschenke mit dem Kanzleinamen bedruckt. Bei Personello Fotogeschenke gibt es viele Produkte, die man mit dem Firmenlogo und dem Kanzleinamen oder einem anderen Text gestalten kann. Besonders gut geeignet sind Werbetassen, denn aus ihnen können die Klienten und Partner ihren Kaffee oder Tee trinken. Auch der Notizblock ist ein ideales Werbemittel, da er allzeit präsent auf dem Schreibtisch steht. Der Schlüsselanhänger kann ebenfalls mit dem Firmenlogo oder Kanzleinamen gestaltet und den Klienten überreicht werden.

Grundregeln beim Kanzleimarketing

Das Wichtigste dabei ist, dass Sie sich von den anderen Mitbewerbern auf dem Markt abheben. Bei der Wahl Ihres Kanzleinamens sollten daher folgende Punkte unbedingt erfüllt sein:

  • Ist leicht zu merken
  • Ein Nutzen wird deutlich (Beispiel: Fachanwalt für Steuerrecht)
  • Der Kanzleiname unterscheidet sich von den Mitbewerbern


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