KfW Förderung

Kanzleigründung

Öffentliche Förderungsdarlehen

Der Staat unterstützt Gründer kleiner und mittlerer Unternehmen mit Investitionskrediten der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau). Die KfW Förderung ist allerdings an Bedingungen gebunden und wird nicht einfach so jedem Gründer zugesprochen. So muss mindestens ein Eigenkapitalanteil von 15 % vor Beantragung dieser Förderung vorhanden sein. Zudem sollte die angestrebte Unternehmung in Zusammenhang mit der fachlichen Kompetenz stehen und kaufmännisches Grundwissen vorhanden sein. Der Antrag sollte schon vor Beginn der Kanzleigründung gestellt werden und erfolgt über die Hausbank. Es werden nur tragfähige Unternehmungen unterstützt, die eine Vollzeitexistenz ermöglichen (Businessplan!). Die KfW Förderung ist nicht für die private Haushaltsführung, sondern ausschließlich für Unternehmensinvestitionen und Betriebskosten gedacht. Die KfW stellt unterschiedliche Förderungsangebote für Gründer zur Verfügung. Diese unterscheiden sich vor allem im Kapitalbedarf und in der Laufzeit.

KfW Förderung - Unternehmerkapital (Stand September 2009)

Wer einen hohen Kapitalbedarf für die Kanzleigründung benötigt, sollte sich die Fördermöglichkeit KfW Unternehmerkapital einmal genauer ansehen. Mit dieser Förderung werden gewerbliche und freiberufliche Unternehmungen, Unternehmenskäufe und auch tätige Beteiligungen bis 500000 Euro gefördert. Der Vorteil bei dieser KfW Förderung liegt eindeutig in der langen Laufzeit und einem ausgedehnten tilgungsfreien Zeitrahmen.  Zudem handelt es sich um ein Nachrangdarlehen und es werden keine Sicherheiten gefordert. Die Laufzeit erstreckt sich über einen Zeitraum von 15 Jahren und dem geht eine tilgungsfreie Zeit von 7 Jahren voraus.

KfW Förderung - KfW Startgeld (Stand September 2009)

Eine weitere Möglichkeit zum Erhalt eines Förderungsdarlehens besteht in der Beantragung von KfW Startgeld. Hierbei liegt der Höchstförderbetrag allerdings bei lediglich 50000 Euro. Das Startgeld bietet den Vorteil, dass eine 80% Haftungsfreistellung gewährt wird und vorzeitige Tilgungen des Kredites ohne Mehrkosten möglich sind. Sollte der Höchstbetrag von 50000 Euro bei der ersten Antragsstellung nicht überschritten worden sein, dann kann unter Umständen eine erneute Startgeldförderung ermöglicht werden. Allerdings nur um den Differenzbetrag zwischen vorheriger Förderung und der Förderungshöchstgrenze. Gefördert werden auch hier ausschließlich Investitionen und Betriebsmittel. Die tilgungsfreie Zeit wird auf 1 oder 2 Jahren festgesetzt und die Laufzeit beträgt 5 oder 10 Jahre.

KfW Förderung - Mikro-Darlehen

Für Kanzleigründungen, bei denen ein eher geringer Kapitalbedarf notwendig ist, kann auch auf die Förderungsleistungen mithilfe des Mikro-Darlehens zurückgegriffen werden. Allerdings werden hier nur Gründer gefördert, deren Unternehmen nach drei Jahren nicht mehr als 10 Beschäftigte hat. Die Förderung mit dem Mikro-Darlehen wird bis maximal 25000 Euro gewährt. Daneben existiert noch das Mikro 10 Darlehen, bei dem eine Förderung zwischen 5000-10000 Euro gewährt wird. Eine Haftungsfreistellung von 80% wird hierbei gewährt. Es müssen also lediglich 20% des Förderungsbetrages als Sicherheit vorliegen. Die Laufzeit liegt bei 2 bis 5 Jahren, wobei die Zinsen über die Laufzeit festgeschrieben werden. Die Tilgungsfreiheit liegt bei sechs Monaten. Seit 1. Januar 2008 wurde das Mikro Darlehen zum KfW Startgeld zusammengefasst. Die in diesem Artikel dargestellten Konditionen sind auch im Rahmen des Startgeldes möglich. Das Mikro Darlehen wurde lediglich in das Produkt KfW Startgeld integriert.

Wie ist der Ablauf?

Wenn Sie eine Förderdarlehen für Ihre Kanzleigründung anstreben, sollten Sie als Erstes einen Businessplan erstellen. In diesem Geschäftsplan sollten folgende Punkte enthalten sein:

  1. Vorhabensbeschreibung
  2. Investitionsplanung
  3. Rentabilitätsvorschau (GuV-Planung)
  4. Liquiditätsplanung

Sie sollten dem Businessplan noch einen Lebenslauf und die Zeugnisse beider Staatsexamina beifügen. Dies reicht aus, um Ihre fachliche Eignung für das Gründungsvorhaben zu unterstreichen. Der Businessplan dient der eigenen Planungssicherheit und zeigt dem Neugründer zunächst auf dem Papier, ob die angestrebte Unternehmung auch tragfähig ist. Zudem muss bei jeder öffentlichen Unternehmensförderung und somit auch bei diesem Förderdarlehen ein solcher Plan vorgelegt werden. Dadurch sichern sich die Geber der Fördergelder gegen nicht tragfähige Neugründungen ab. Hier finden Sie ein Beispiel für einen Businessplan einer Anwaltskanzlei:

Businessplan für Rechtsanwälte (Muster) als PDF
Businessplan für Rechtsanwälte (Muster) als Word-Dokument (*.doc)

Finanzplan für Rechtsanwälte (Muster) als PDF
Finanzplan für Rechtsanwälte (Muster) als Word-Dokument (*.doc)

Ist der Businessplan erstellt, können Sie sich an Ihre Hausbank (z.B. Sparkasse) wenden. Großbanken sollten Sie in diesem Fall eher meiden, da diese sich eher mit höheren Kreditvolumina auseinandersetzen. Die Hausbank wird nun Ihren Businessplan auf Rentabilität prüfen und Ihnen im Fall einer positiven Entscheidung einen Antrag zur Förderung von der Kreditanstalt für Wiederaufbau Mittelstandbank vorlegen. Haben Sie diesen Antrag ausgefüllt, so wird dieser durch die Hausbank an die Mittelstandbank weitergeleitet.


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