Vorstellungsgespräch: Vorbereitung

Bewerbung als Jurist

Die Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch

Vorstellungsgespräch: VorbereitungUm Ihr Interesse an dem Unternehmen und der angebotenen Stelle auch im Bewerbungsgespräch verdeutlichen zu können, sollten Sie am besten vorher Informationen über die Kanzlei und das Unternehmen zusammentragen. Dazu können Sie sich unterschiedlicher Quellen bedienen. Entsprechende Informationen finden Sie im Internet auf der Kanzleihomepage, in den Suchmaschinen, in Firmenverzeichnissen oder bei Berufsverbänden. Natürlich können Sie sich auch telefonisch bei Ihrem potentiellen Arbeitgeber erkundigen. Sobald Sie anhand der Informationen ein Bild von Ihrem möglichen Arbeitgeber gemacht haben, sollten Sie die wichtigsten Dinge notieren. Die Informationssammlung können Sie nun für die Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch nutzen. Außerdem sollten sich jetzt auch noch offene Fragen ergeben, die Sie im Bewerbungsgespräch stellen können. Als Beispiel finden Sie im Folgenden eine Auflistung von möglichen Fragenstellungen:

Fragen zur Kanzlei bzw. zum Unternehmen:

  • Aus welcher Klientel setzten sich die Mandanten zusammen?
  • Wie entscheidet sich die Verteilung der Mandate zwischen den Kollegen?
  • Ist jeder Kollege nur für ein bestimmtes Rechtsgebiet zuständig oder bestehen generell keine Spezialisierungen?
  • Auf welche Form des Marketings setzt die Kanzlei?
  • Wie viele Mitarbeiter aus nichtjuristischen Berufen sind in der Kanzlei angestellt?
  • Über welche Organisationsstruktur verfügt die Kanzlei?

Fragen zur angestrebten Position:

  • Welche Entwicklungsmöglichkeiten bietet die angestrebte Stelle?
  • Besteht die Stelle vornehmlich aus Zuarbeiten oder werden Mandate bearbeitet?
  • Wird der Arbeitsvertrag befristet sein?
  • Wird die Bürotätigkeit von einer Sekretärin unterstützt?
  • Besteht eine betriebliche Altersvorsorge?
  • Sind Sondervergütungen enthalten? (Urlaubsgeld, Sachleistungen wie Firmenwagen etc.)
  • Wie sieht ein regulärer Arbeitstag aus?
  • Wird Samstagsarbeit vorausgesetzt?
  • Bestehen feste Sprechzeiten für die Mandantenschaft?

Sicherlich fallen Ihnen noch weitere mögliche Fragestellungen ein. Die obere Auflistung soll lediglich als Beispiel für etwaige Fragen dienen und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Hindernisse auf dem Weg zum Vorstellungsgespräch

Wenn Sie die Checklisten sorgfältig durchgearbeitet haben, dann steht Ihrem Erfolg im Vorstellungsgespräch eigentlich nichts mehr im Wege. Fast nichts. Denn jetzt kommt es nur noch darauf an, die schlimmsten Hindernisse aus dem Weg zu räumen, die den Bewerbungserfolg später trotzdem noch trüben könnten. Dazu gehört in erster Linie die Pünktlichkeit. Ein Zuspätkommen zum Vorstellungsgespräch ist eine ziemlich peinliche Angelegenheit und wird mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer Absage nach dem Vorstellungsgespräch führen. Was soll ein zukünftiger Arbeitgeber auch von einem Mitarbeiter halten, der nicht einmal beim Vorstellungsgespräch in der Lage ist, Termine einzuhalten?

Unvermeidbare Verspätungen

Deshalb sollten Sie schon einen Tag vor dem Bewerbungsgespräch alle Faktoren ausräumen, die Ihr Zuspätkommen beim Vorstellungsgespräch begünstigen könnten. Machen Sie sich bewusst, dass es eigentlich nur zwei Faktoren gibt, die Ihre Unpünktlichkeit verursachen können. Einerseits kann die Unpünktlichkeit durch Selbstverschulden (z.B. Wecker nicht gestellt) auftreten. Andererseits können auch unvorhergesehene Umstände für das Zuspätkommen zum Vorstellungsgespräch ursächlich sein (z.B. Autounfall).

Gegen unvorhergesehene Zwischenfälle können Sie nichts machen. Sollten Sie am Tag Ihres Vorstellungsgespräches von einem solchen unerwarteten Ereignis betroffen sein, empfiehlt es sich, sofort bei dem potentiellen Arbeitgeber anzurufen und diesen über den Grund der Verspätung informieren. Bei unvermeidbarer Unpünktlichkeit wird Ihnen daraus sicher kein Strick gedreht. Wahrscheinlich findet das Vorstellungsgespräch dann einfach ein paar Stunden später oder an einem neuen Termin statt. Notieren Sie sich daher schon am Vortag des Bewerbungsgespräches die Telefonnummer des Arbeitgebers. Nur so können Sie auch in unerwarteten Situationen angemessen reagieren.

Vermeidbare Verspätungen durch Planung verhindern

Unvermeidbare Verspätungen werden von den meisten Arbeitgebern eher wohlwollend betrachtet. Schließlich können Sie nichts dafür. Anders sieht es hingegen bei selbstverschuldetem Zuspätkommen aus. Deshalb sollten Sie schon im Vorhinein alle Faktoren ausräumen, die eine selbstverschuldete Verspätung zur Folge haben könnten. Das fängt schon mit der Planung Ihrer Fahrt zum Vorstellungsgespräch an. Wenn Sie mit der Bahn fahren, dann kaufen Sie den Fahrschein am besten schon einen Tag vor dem Termin und nicht morgens in aller Eile am Schalter. Planen Sie Ihre Anfahrt so, dass Sie schon eine Stunde vor dem eigentlichen Termin am Ort des Vorstellungsgespräches sein könnten. So können Sie bei Verspätungen trotzdem noch pünktlich sein. Sollten Sie mit dem Auto anreisen, dann informieren Sie sich rechtzeitig über ungünstige Witterungsbedingungen, die Ihre Anreise verzögern könnten. Im Zweifelsfall ist es besser, auf die Bahn umzusteigen. Nehmen Sie eine Karte mit, mit der Sie den Ort des Vorstellungsgespräches schnell finden können. Wenn Sie Angst haben, den Vorstellungstermin zu verschlafen, empfiehlt es sich, zwei Wecker aufzustellen. So stellen Sie auf jeden Fall sicher, dass Sie auch geweckt werden. Legen Sie sich schon am Tag vor dem Gespräch die passende saubere und gebügelte Kleidung heraus, so dass Sie ganz entspannt in den Tag starten können. Denken Sie unbedingt daran, Schreibutensilien und einen Schreibblock einzupacken, damit Sie sich während des Vorstellungsgespräches auch notwendige Notizen machen können.

Falls doch einmal etwas schief gehen sollte: Informieren Sie Ihren potentiellen Arbeitgeber immer rechtzeitig über eine Verspätung. Wenn Sie schon am Vortag wissen, dass der Vorstellungstermin nicht haltbar ist (z.B. durch Krankheit oder gestrichenen Urlaub), sollten Sie auch schon einen Tag vorher dort anrufen. Einen schlechten Eindruck werden Sie auf jeden Fall immer dann hinterlassen, wenn erst nach dem verpassten Vorstellungsgespräch ein Anruf bei Ihrem Arbeitgeber erfolgt.


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