Vorstellungsgespräch Jurist: Ablauf

Bewerbung als Jurist

Vorstellung

In seinem Ablauf kann das Vorstellungsgespräch je nach Gesprächspartner ganz unterschiedlich sein. Vielleicht erwartet Sie ein bis ins Detail ausgearbeitetes Bewerbungsinterview, es kann allerdings auch sein, dass der Ablauf in dem Vorstellungsgespräch eher unstrukturiert verläuft oder Monologe von Ihnen erwartet werden. Die meisten Kanzleien besitzen keine Personalprofis und daher ist wahrscheinlich eher ein unstrukturierter Ablauf im Vorstellungsgespräch zu erwarten, während bei Bewerbungen in der Wirtschaft schon eher mit einem strukturierten Ablauf des Vorstellungsgesprächs zu rechnen ist. Verlassen können Sie sich darauf allerdings nicht. Es kann natürlich auch passieren, dass Sie die ganze Zeit mit gezielten Fragen gelöchert werden. Um im Vorstellungsgespräch einen guten Eindruck zu hinterlassen, sollten Sie sich vorher auf jeden Fall gut darauf vorbereitet haben. Dazu gehört vor allem die Sammlung von Information über die angestrebte Kanzlei. Legen Sie sich unbedingt vorher eine Strategie zurecht, wie Sie mit eventuellen Lücken oder Unstimmigkeiten im Lebenslauf umgehen, falls Ihr Gesprächspartner darauf eingehen sollte. Versuchen Sie allerdings nicht, etwas zu vertuschen, sondern gehen Sie auf die damalige Situation ein. In mittleren und kleineren Kanzleien erfolgt meist kein formaler Test Ihrer juristischen Kenntnisse, sondern vielmehr ein oberflächlich erscheinendes juristisches Fachgespräch über aktuelle Rechtsprechungen und Sachverhalte. In dieses Gespräch sollten Sie Ihr juristisches Fachwissen mit einfließen lassen, um so Ihren Gesprächspartner von Ihrer Kompetenz zu überzeugen. Ein strukturiertes Vorstellungsgespräch gliedert sich in mehrere Phasen:

Phase 1: Kennenlernen

Allmählich wird es ernst und die Stunde der Wahrheit ist gekommen. Doch gerade in der Kennenlern-Phase des Vorstellungsgespräches können einige Fettnäpfchen auf Sie warten. Das Vorstellungsgespräch besitzt einen dreiteiligen Ablauf: Begrüßung, Vorstellung der Gesprächspartner und Getränkeausgabe. Die wichtigsten Verhaltensregeln in der 1. Vorstellungsphase finden Sie hier:

  • Betreten Sie den Raum pünktlich
  • Stellen Sie sich darauf ein, dass möglicherweise mehrere Gesprächspartner an dem Vorstellungsgespräch teilnehmen (Namen merken!)
  • Verhalten Sie sich freundlich (lächeln!)
  • Warten Sie ab, ob Ihr gegenüber Sie mit Handschlag begrüßt. Ist dies nicht der Fall, dann verzichten Sie lieber darauf
  • Wenn Sie mit einer Geste einen Sitzplatz angedeutet bekommen, sollten Sie sich erst setzen, wenn Sie dazu aufgefordert werden.
  • Setzen Sie sich nicht nur auf die Kante des Stuhls sondern nutzen Sie die komplette Sitzfläche, ansonsten wirkt es so, als seien Sie in Eile
  • Falls Sie die Wahl haben, setzen Sie sich immer Ihrem potentiellen Arbeitgeber direkt gegenüber
  • Keine zappeligen Beinbewegungen oder kippeln mit dem Stuhl
  • Entspannte (aber nicht zu lockere!) und offene Körperhaltung
  •  Halten Sie Blickkontakt (aber nicht permanent anstarren!)
  • Holen Sie Ihre Unterlagen (Schreibblock und Stift) aus der Tasche und stellen Sie diese neben sich auf den Boden
  • Nicht rauchen
  • Falls Sie nach einem Getränk gefragt werden, entscheiden Sie sich am besten für Wasser. Auf keinen Fall Alkohol verlangen!

Die Kennenlern-Phase beginnt meist auch mit der Frage "Haben Sie gut zu uns gefunden?". Diese Frage dient eigentlich nur dazu, von Anfang an Spannung abzubauen. Doch schon hier lauern ein paar Fallstricke. Hüten Sie sich davor, auf diese Frage mit weitschweifigen Ausführungen über Ihren Anreiseweg zu antworten. Dies wird Ihnen potentiellen Arbeitgeber nämlich nicht sonderlich interessieren und wird Sie möglicherweise als Schwätzer entlarven. Ebenso sollten Sie sich davor hüten, über Verspätungen der Deutschen Bahn oder Staus zu schimpfen. Dadurch erwecken Sie nur den Eindruck eines Nörglers und Querulanten. Erwartet wird auf die Einstiegsfrage eigentlich nur eine knappe und höfliche Antwort, wie etwa "Danke, die Anreise war gut."

Phase 2: Vorstellung des Arbeitgebers im Vorstellungsgespräch

Nachdem der formale Begrüßungsteil im Vorstellungsgespräch mit dem Ablauf Kennenlern-Phase abgeschlossen ist und Sie nun wissen, mit wem Sie es zu tun haben, erfolgt in der zweiten Phase die Vorstellung des Arbeitgebers. Wenn Sie sich in einer Kanzlei auf die Stelle eines Rechtsanwalts beworben haben, dann wird Ihr Gesprächspartner wahrscheinlich kurz noch einmal auf die geforderten Kompetenzen für die ausgeschriebene Stelle eingehen. Auch wenn dieser Teil meist als Monolog erfolgt, sollten Sie aufmerksam zuhören und vor allem den Blickkontakt halten. Verzichten Sie in dieser Phase auf Mitschriften. Schließlich wird von Ihnen erwartet, dass Sie sich zuvor schon ausgiebig über das Unternehmen informiert haben. Im Rahmen Ihrer Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch haben Sie sicherlich eine Liste von Fragen zu dem Unternehmen ausgearbeitet. Diese können Sie in dieser Phase ruhig stellen. Schön ist es auch, wenn Ihnen spontan sinnvolle Fragen einfallen, die sich auf den Inhalt des Gespräches beziehen. Bitte verzichten Sie allerdings darauf, Ihre vorformulierten Fragen herauszuholen. Das wirkt unprofessionell und künstlich. Besser ist es, wenn die Fragen sich ganz natürlich aus dem Gespräch heraus entwickeln.

Phase 3: Das strukturierte Vorstellungsgespräch

Das eigentliche Vorstellungsgespräch beginnt in dieser Phase. Hier geht es Ihrem potentiellen Arbeitgeber vornehmlich darum, herauszufinden, ob Sie vor dem Hintergrund Ihrer beruflichen Qualifikation, Ihrer persönlichen Lebensverhältnisse und Motivation für die ausgeschriebene Stelle geeignet sind. Im Folgenden finden Sie einige ausgesuchte Fragen, die oft im Vorstellungsgespräch gestellt werden. Natürlich ist diese Liste nicht vollständig, aber es werden einige Fragen beleuchtet, die oft in Vorstellungsgesprächen gestellt werden. Gerade auf unangenehme Fragen sollten Sie sich vorbereiten, um auch im Vorstellungsgespräch einen souveränen Eindruck zu hinterlassen. Insgesamt lassen sich die Fragen im Vorstellungsgespräch in 9 verschieden Kategorien einteilen.

  • Fragen zur beruflichen Qualifikation
  • Fragen zur angestrebten Arbeitsstelle
  • Fragen zur Arbeitsmotivation
  • Fragen zur persönlichen Situation
  • Fragen zum Test der Persönlichkeit
  • Fragen zu den Bedingungen des Arbeitsvertrages
  • Fragen an Berufseinsteiger
  • Fragen mit provozierenden Inhalten
  • Fragen zum Abschluss des Gespräches


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