Die anwaltliche Berufshaftpflichtversicherung

Anwaltshaftung

1. Allgemeines

Im Rahmen der Vermögensschadenhaftpflichtversicherung besteht kein Direktanspruch des Geschädigten gegenüber dem Versicherer.

Die Berufshaftpflichtversicherung ist Voraussetzung für die Zulassung als Rechtsanwalt und ihr Wegfall führt zum Widerrufsgrund der Zulassung (§§ 12 Abs. 2 S. 2 und 14 Abs. 2 Nr. 10 BRAO). § 51 Abs. 6 BRAO regelt hingegen die Mitteilungspflichten des Versicherers an die RAK. Die Berufshaftpflichtversicherung schützt den Rechtsanwalt durch Befriedigung begründeter und ab der unbegründeter Schadensersatzansprüche und gibt gegebenenfalls Hilfestellungen, um „Pannen noch auszubügeln“. Gemäß § 51 BRAO ist eine gesetzliche Pflichtversicherung mit einer Mindestversicherungssumme von 250.000 € pro Versicherungsfall bei vierfacher Jahreshöchstleistung notwendig. Möglich ist auch Objektversicherung; gemäß Nr. 7007 VV zum RVG kann die Prämie als Auslage vom Mandanten verlangt werden

2. Deckungsumfang

Gemäß § 1 AVB besteht Deckung für den Fall, dass der Anwalt wegen eines, bei der Ausübung seiner beruflichen Tätigkeit begangenen Verstoßes, von einem anderen aufgrund gesetzlicher Haftpflichtbestimmungen privatrechtlichen Inhalts für einen Vermögensschaden verantwortlich gemacht wird.

Die Deckung umfasst allerdings keine anwaltsfremden Tätigkeiten (Makler, Hausverwalter). Enthalten sind jedoch so genannte „typische Einschlusstätigkeiten“ wie beispielsweise die Testamentsvollstreckung. Es gilt das „Verstoßprinzip“, der auf Verstoß muss also in der Zeit zwischen Beginn der Versicherung und ihrer Beendigung liegen. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit des Abschlusses von Rückwärtsversicherungen.

Versicherung in Sozietäten richten sich nach der so genannten „Durchschnittsleistung“. Damit ist die Summe der einzelnen Versicherungssummen der Sozien gemeint. Diese wird dann durch die Anzahl der Sozien geteilt. In solchen Fällen ist Vorsicht geboten, denn es besteht die Gefahr von Deckungslücken.

3. Obliegenheiten im Versicherungsfall im Rahmen der Anwaltshaftung

Der Rechtsanwalt ist verpflichtet unverzüglich, spätestens innerhalb einer Woche ab Kenntnis seiner Versicherung schriftlich davon zu unterrichten, wenn der Versicherungsfall eingetreten ist.

Der Versicherungsfall im Rahmen der Anwaltshaftung liegt bereits dann vor, wenn der Rechtsanwalt bemerkt, dass ihm möglicherweise ein anwaltlicher Fehler unterlaufen ist, der eventuell Vermögensschäden des Mandanten verursacht hat oder auch erst noch verursachen wird (vg. § 153 VVG, § 5 Abs. 2 Nr. 1 AVB).

Verletzungen der versicherungsvertraglichen Obliegenheiten gemäß § 5 AVB führen bei grober Fahrlässigkeit und Kausalität für die Feststellung des Versicherungsfalls oder bei Vorsatz gemäß §§ 6 Abs. 3 VVG, 62 Abs. 2 VVG, 6 AVB zur Leistungsfreiheit des Versicherers. Dabei gilt eine vom Versicherungsnehmer zu entkräftende Vorsatzvermutung.

4. JuraForum.de-Tipp zur Berufshaftpflichtversicherung für junge Rechtsanwälte:

Gerade für Berufsanfänger empfiehlt es sich eine Berufshaftpflichtversicherung abzuschließen, die nach Jahresumsätzen gestaffelt ist. „Normale“ Berufshaftpflichtversicherungen, die keine Umsatzbeschränkung haben, kosten schnell zwischen 800,- und 1.000,- Euro pro Jahr. Wird der Jahresumsatz z.B. im ersten Jahr auf 12.000 Euro geschätzt liegen die Kosten für eine Berufshaftpflichtversicherung als Rechtsanwalt oft unter 400,- Euro und erst mit steigendem Umsatz, z.B. ab 50.000,- Euro pro Jahr, ist der reguläre Beitrag zu zahlen.

Ein sehr günstiges Beispiel für Rechtsanwälte, die z.B. noch separat als Justiziar oder Geschäftsführer angestellt sind und daher nicht so hohe Kanzleiumsätze haben, stellt diese Berufshaftpflichtversicherung für Rechtsanwälte der R+V Versicherung dar, die unter 100,- Euro pro Jahr bei maximal 20.000,- Euro Umsatz kostet und exklusiv mit 35% Rabatt nur hier bei der vs GmbH angeboten wird:


zurück



Kommentar schreiben

23 + Sec;hs =

Bisherige Kommentare (3)

Jonas  (23.02.2017 14:23 Uhr):
Mangels transparentem Kostenvergleich habe ich mir mal ein paar Angebote für eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung eingeholt. Parameter: niedrigste Umsatzstufe, Mindestdeckung, höchster SB und Laufzeit 1 Jahr (bei längerer wird es noch günstiger), keine DAV-Mitgliedschaft, Einzelkanzlei, Kammerbezirk Frankfurt, keine Vorschäden, Stand 2017. Brutto-Jahresprämien: - HDI 107 Euro (Umsatz 14.000, SB fix 750), - R+V 109 Euro (Umsatz 20.000, SB 2.500), - Nürnberger 128 Euro (Umsatz 19.900, SB 1.500).
Minas  (08.04.2016 23:59 Uhr):
und falls der fall mal eintritt,.. wird kein anwalt so ehrlich sein und es zugeben,.. und dann finde mal eine krähe die der anderen ein auge aushackt ;) habe grade so einen fall es ist eindeutig bewiesen das meien anwältin fahrlässig gehandelt hat da sie zwei firsten verpennt hat,.. trozdem bin ich der gearschte
Rechtsanwaltskunde  (17.02.2015 09:38 Uhr):
Darf ein Anwalt vom Mandanten verlangen, die Prämie für eine Erhöhung der Anwaltshaftpflichtversicherung zu bezahlenverlangen? Weil der Fall gefährlicher als seine bisherige Abdeckung ist?
mapoli-photo — Fotolia.com

Neu dabei

© 2003-2017 JuraForum.de — Alle Rechte vorbehalten. Keine Vervielfältigung, Verbreitung oder Nutzung für kommerzielle Zwecke.