Verkehrsunfall zwischen Luxus-kfz mit Schrott-kfz

Dieses Thema "ᐅ Verkehrsunfall zwischen Luxus-kfz mit Schrott-kfz - Straßenverkehrsrecht" im Forum "Straßenverkehrsrecht" wurde erstellt von AlfredJKwak, 6. Dezember 2017.

  1. AlfredJKwak

    AlfredJKwak Forum-Interessierte(r) 06.12.2017, 11:35

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    Verkehrsunfall zwischen Luxus-kfz mit Schrott-kfz

    folgender fiktiver Fall, der meinen Gerechtigkeitssinn anregt.

    A fährt mit einem Luxus-kfz auf der Straße und kollidiert mit einem 30 Jahre alten fast wertlosen Auto des B.

    Die Reparaturkosten am Luxuswagen belaufen sich auf 100.000 €.
    Die Reparaturkosten am anderen Wagen belaufen sich auf nur 100 €.

    Beide verklagen sich widerklagend auf Ersatz dieser Kosten.

    Das Gericht stellt fest, dass A den Unfall zu 80% verursacht hat und B mit der Betriebsgefahr von 20% haftet.

    Für die Kosten der Reparatur bedeutet dies, dass B dem A 20.000€ ersetzen muss und seine eigenen Schäden zu 20% trägt. A hingegen muss dem B nur 80€ zahlen und seine Kosten zu 80% selbst tragen.

    Unterm Strich muss B also weitaus mehr zahlen, obwohl A den Unfall zu 80% verursacht hat. Habe ich hier einen Denkfehler? Regt sich mein Gerechtigkeitssinn zu Unrecht an? Ist der Gerechtigkeit schon dadurch Genüge getan, dass A sehr hohe eigene Kosten in Höhe von 80% hat?

    Oder gibt es ein schützendes Regulat für Unfälle mit besonders teuren Kfz, § 242 BGB?

    Danke fürs Lesen und etwaige Beantworten meiner Fragen!
     
  2. hambre

    hambre V.I.P. 06.12.2017, 19:04

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    Du hast keinen Denkfehler. Eine Haftungsbegrenzung für Fahrer von Schrottautos gibt es nicht.

    Da B versichert ist, ist es für sein persönliches Vermögen egal, ob dem A nun 2.000€ oder 20.000€ zustehen.
     
  3. Kataster

    Kataster V.I.P. 06.12.2017, 19:29

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    Ich verstehe die Frage nicht, das regeln doch dann die Haftpflichtversicherungen und der Versicherte wird i.d.R. pro Schadensfall hochgestuft und nicht nach der Schadenssumme. Gefundene Ausnahme bei einigen Versicherungen wohl: Rücknahme Hochstufung bei Kleinschäden nach z.B. 6 Monaten.

    Sinn der Haftpflichtversicherung ist ja gerade, dass man nicht die nächsten Jahre 999€ Prämie pro Monat zahlt. Dann könnte man sich die VS auch sparen ...

    Im fiktiven Falle kann A der Hochstufung entgehen durch Selbstzahlung des Schadens der Gegenseite, das kann B in der Praxis nicht.

    Dafür bleibt A auf einem Eigenschaden von 80.000€ sitzen, wenn er nur Haftpflicht und nicht Kasko- oder Vollkaskoversicherung hat.

    Wer hat denn geklagt und warum?

    Gehen wir von Kfz weg: B verursacht A einen Schaden von 100.000€. Das Gericht stellt fest, dass der B daran zu 20% schuld ist und diesen Anteil am Schaden ersetzen muss. Ja und???
     
  4. TomRohwer

    TomRohwer V.I.P. 08.12.2017, 11:23

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    Ja. Der Denkfehler ist, in € zu denken und nicht in %.

    A muß 80 % des gegnerischen Unfallschadens bezahlen, B nur 20 %.

    Daß A ein fast wertloses altes Auto gefahren hat und B eine "Luxuskarosse", ändert ja daran nichts.

    Wenn z.B. A ein Auto im Wert von 30.000 € und B ein Auto im Wert von 50.000 € fahren würde, bliebe es im übrigen gleich. A muss dann 80 % von 50.000 € erstatten (40.000 €), B 20 % von 50.000 € (10.000 €).

    Noch extremer würde es übrigens, wenn der Luxuskarossenfahrer A (Wert des KfZ 100.000 €) beim Unfall einen Reisebus schrottet (Wert 1.000.000 €). Dann müsste A 800.000 € ersetzen, und bekäme von B nur 20.000 € ersetzt...
    Zum Glück aber regeln das die Haftpflichtversicherungen.

    Weil heute Freitag ist, und weil die Geschichte so wunderschön und obendrein wahr ist:
    Um 1974 herum kollidierte ein Monteur unseres Familienunternehmens mit seinem Firmenwagen - Opel Rekord Caravan - mit einem Mercedes 600, in dem drei Generaldirektoren einer Versicherungsgesellschaft samt Chauffeur auf dem Weg zum Frankfurter Flughafen waren, von wo aus sie eine Dienstreise in die USA antreten wollten.
    Unser Monteur war zweifelsfrei der Unfallverursacher, und die Haftpflichtversicherung - es war nicht die der drei Generaldirektoren... - regelte den Schaden.
    Mein Vater erfuhr später dann von unserem Versicherungsagenten, daß der Schaden der Gegenseite sich auf insgesamt fast eine Viertelmillion Deutsche Mark summiert hatte... Und das war 1974, da konnte man für 250.000 DM noch ein kleines Mehrfamilienhaus bauen...
    Der versicherungstechnische Totalschaden am 600er Benz war noch einer der geringeren Posten. Die Generaldirektoren verpassten ihren Linienflug, und damals gab es noch nicht so viele Flüge, sie mussten zu einer wichtigen Konferenz, und charterten kurzfristig ein Flugzeug, um noch rechtzeitig in die USA zu kommen, um dafür wiederum zum Flughafen zu gelangen, mussten sie mehr als 200km mit dem Taxi fahren, der Chauffeur musste am Unfallort übernachten und am nächsten Tag mit dem Zug zurückfahren, ein angemessenes Ersatzfahrzeug musste gemietet werden, usw. usf. ... Die Versicherungsgesellschaft jener Generaldirektoren lieferte ein perfektes Musterbeispiel der versicherungstechnischen Schadensoptimierung - für den Geschädigten...)
    Zuletzt bearbeitet: 8. Dezember 2017
     
  5. hambre

    hambre V.I.P. 08.12.2017, 11:44

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    Der Gedankengang von AlfredJKwak ist wohl so, dass A ja der Hauptschuldige ist und B trifft gar keine Schuld, da er "nur" aus Betriebsgefahr haftet. Im Ergebnis hat B aber erheblich größere Nachteile durch den Unfall (Rückstufung des SFR) als A, der nur 80€ zahlen muss.

    Das mag ungerecht erscheinen, jedoch würde jedes andere Ergebnis zu noch deutlich ungerechteren Ergebnissen führen, wenn sie allgemein angewendet würden. Letztendlich fordert AfredJKwak ja eine Begrenzung der Haftung bei einer Verteilung der Schuld in Abhängigkeit vom eigenen Schaden.

    Die Verschuldenshaftung ist ja auch nicht durch den Grad der Fahrlässigkeit beschränkt. Wer durch eine geringfügige Unachtsamkeit einen Millionenschaden verursacht, kann sich auch nicht darauf berufen, das sei ungerecht, weil der Nachbar bei einer groben Fahrlässigkeit nur einen geringen Schaden verursacht hat.

    Auch eine Geschädigten kann das sogenannte allgemeine Lebensrisiko treffen, wenn er z.B. einen großen Schaden dadurch erleidet, dass er einem Kind im Alter von 9 Jahren ausweicht. Der Geschädigte kann in so einem Fall durchaus auf seinem Schaden sitzen bleiben, da das Kind deliktunfähig ist.

    Gleiches gilt, wenn der Schädiger nicht versichert ist und kein pfändbares Einkommen hat
     
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