Strafrecht in den Medien - "Extreme Körperverletzung"

Dieses Thema "ᐅ Strafrecht in den Medien - "Extreme Körperverletzung" - Recht, Politik und Gesellschaft" im Forum "Recht, Politik und Gesellschaft" wurde erstellt von TomRohwer, 29. Dezember 2017.

  1. TomRohwer

    TomRohwer V.I.P. 29.12.2017, 19:46

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    Strafrecht in den Medien - "Extreme Körperverletzung"

    Die Darstellung strafrechtlicher Sachverhalte ist in den Medien manchmal nicht weniger skurril als in TV-Krimis (wo nicht nur gefährliche und schwere Körperverletzung gerne durcheinandergewürfelt wird).

    Die Online-Ausgabe der WELT bereicherte das deutsche Strafrecht in einem Bericht über die Flucht von vier Strafgefangenen aus der JVA Plötzensee heute nun um einen ganz neuen Straftatbestand: die "extreme Körperverletzung". Ein § wurde immerhin nicht genannt...


    „Es liegt in der Natur der Sache, dass Häftlinge während ihrer Flucht weitere, sogenannte Begleittaten begehen, um überhaupt entfliehen zu können“, sagt Rechtsanwalt Stoewer. Wenn zum Beispiel Gitterstäbe durchgesägt werden, ist das klassische Sachbeschädigung, für die bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe drohen. Werden Wärter oder Mithäftlinge niedergeschlagen, ist das Körperverletzung (bis zu fünf Jahre), in manchem Fall sogar extreme Körperverletzung. Bestechung, Geiselnahme oder Bedrohung sind weitere mögliche Straftaten, die neue Strafen nach sich ziehen könnten.
    ("Warum ein Gefängnisausbruch nicht strafbar ist")
     
  2. Christovur

    Christovur Star Mitglied 29.12.2017, 20:09

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    Damit will ich mich nicht befassen, das ist mir zu extrem.
     
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  3. Marie Larsen

    Marie Larsen V.I.P. 31.12.2017, 15:20

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  4. TomRohwer

    TomRohwer V.I.P. 31.12.2017, 16:55

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    Kann man bei Gefängniskleidung überhaupt Zueignungsabsicht unterstellen? Oder liegt nicht vielmehr nahe, daß die Geflüchteten diese Kleidung so schnell wie möglich loswerden und sich keinesfalls zueignen wollten?
     
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  5. mumpel

    mumpel V.I.P. 31.12.2017, 18:12

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    Hallo!

    Diebstahl würde ich ausschließen. Denn die Häftlingskleidung wurde ihnen zur Nutzung überlassen. Es käme eine "Zerstörung fremden Eigentums" in Frage, da sie die Kleidung sicher so wegwerfen dass sie nicht mehr nutzbar ist. Unterschlagung könnte man eventuell unterstellen, da die Kleidung nicht zurückgegeben wurde.

    Gruß, René
     
  6. Phil79

    Phil79 V.I.P. 01.01.2018, 16:31

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    Naja, so einfach ist das nun auch nicht. Bei der Unterschlagung geht es ja darum, dass der Überlassende seine Sache in den Gewahrsam des Täters übergibt und es dementsprechend nicht zur Wegnahme der Sache vonseiten des Täters kommen kann.
    Bei (u.a.) der Häftlingskleidung ließe sich allerdings durchaus argumentieren, dass ebendiese nicht übergeben wird, sondern im gelockerten Gewahrsam der Anstalt bleibt und somit wegnahmefähig ist.
     
  7. BackInBlack

    BackInBlack Senior Mitglied 03.01.2018, 18:28

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    Ich tendiere dazu, dass ein Fliehender nicht zwangsläufig Aneignungsabsicht hat, sondern sich vielmehr die Kleidung ausleiht. Wenn sich der Flüchtende der Kleidung alsbald entledigt, ist das ein weiteres Indiz dafür, dass er sich diese nicht aneignen will.
     
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