Stoßdämpfer nach einem Monat defekt

Dieses Thema "ᐅ Stoßdämpfer nach einem Monat defekt - Kaufrecht / Leasingrecht" im Forum "Kaufrecht / Leasingrecht" wurde erstellt von TwistCap, 24. Juni 2018.

  1. TwistCap

    TwistCap Boardneuling 24.06.2018, 11:30

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    Stoßdämpfer nach einem Monat defekt

    Heiko hat sich Anfang Mai 2018 einen VW-Gebrauchtwagen beim Händler gekauft. Zusätzlich hat er eine Gebrauchtwagengarantie abgeschlossen.

    Nach gut 800 km hat Heikos Auto eine Fehlermeldung angezeigt, dass etwas mit den Stoßdämpfern nicht in Ordnung sei. Daraufhin fuhr er zum Händler, in der Werkstatt wurde der Wagen geprüft und festgestellt, dass die elektronische Verstelleinheit eines Dämpfers defekt ist und dieser ausgetauscht werden muss. Aus Sicherheitsgründen werden Dämpfer immer nur paarweise getauscht, sprich 2 neue Dämpfer müssen verbaut werden.

    Heiko ging davon aus, dass die Garantie in dem Fall greift - tut sie aber nicht, da Stoßdämpfer zu den Verschleißteilen zählen. Daher muss er nun den Reparatur in Höhe von 800 € selber tragen.

    Ist das alles so rechtens? Muss der Händler nicht innerhalb der ersten 6 Monate beweisen können, dass der Fehler beim Verkauf noch nicht bestand?
     
  2. once

    once V.I.P. 24.06.2018, 13:35

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    AW: Stoßdämpfer nach einem Monat defekt

    Worin genau besteht der Defekt der elektronischen Verstelleinheit? Man könnte mit guten Grund argumentieren, daß sie KEIN Verschleißteil ist:

    "Als er, der Kläger, das Fahrzeug im März 2002 zur TÜV- und Abgasuntersuchung vorgestellt habe, habe sich gezeigt, dass der Katalysator defekt sei. (...)

    Die Beklagte [meint, es] würde sich nicht um einen Mangel im Sinne des § 434 BGB handelt, sondern um eine laufleistungs- und alterungsbedingte Verschleißerscheinung.

    Bei dem Defekt am Katalysator handelt es sich entgegen der Auffassung der Beklagten auch nicht um einen normalen Verschleiß, sondern um einen technischen Fehler. Ein Verschleiß kann an einem Katalysator nicht eintreten. Ein Katalysator ist kein Verschleißgegenstand wie zum Beispiel die Reifen an einem Fahrzeug, die einer dauerhaften Abnutzung unterliegen. Ein Katalysator dagegen ist entweder in Ordnung oder er ist defekt. Ein Verschleiß kann nicht eintreten. Ein Verschleiß ist auch deswegen nicht anzunehmen, weil vermutlich der Keramikkörper des Katalysators defekt war. Darauf deutet jedenfalls das von dem Zeugen ... bekundete Geräusch hin.

    Nach allem liegt somit ein Sachmangel im Sinne des § 434 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 BGB vor."

    Amtsgericht Zeven, 2002

    1. Rechte aus dem KAUFVERTRAG gegenüber dem VERKÄUFER:

    Nur sofern Art der Sache und des Mangels die Vermutung rechtfertigen, ein Defekt hätte bereits zum Zeitpunkt des Verkaufs vorgelegen, wird zugunsten eines Verbrauchers eine Anfangsfehlerhaftigkeit vermutet.

    ( Bei VERSCHLEISSTEILEN ist diese gesetzliche Vermutung vielleicht nicht gerechtfertigt - hier würde die Beweislastumkehr-Regelung vielleicht nicht greifen , sodaß -wie sonst auch immer- der Verbraucher die Beweislast für die Fehlerhaftigkeit tragen würde.

    2. Rechte aus der GARANTIE gegenüber dem GARANTIEGEBER:

    Grundsätzlich wird gesetzlich bei Garantien vermutet, daß ein Defekt von der Garantie abgedeckt ist, d.h. : der Garantiegeber wäre in der Beweispflicht, daß ein Mangel nicht bereits beim Verkauf vorhanden ( sondern erst später vom Käufer verursacht wurde. )

    11
     
  3. ElJogi

    ElJogi V.I.P. 25.06.2018, 02:33

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    AW: Stoßdämpfer nach einem Monat defekt

    Richtig. Diese Garantien nehmen Verschleißteile grundsätzlich aus. Egal ob der Defekt schon vorlag oder nicht.

    Das gilt so aber nicht für die Sachmangelhaftung (Gewährleistung) des Händlers.
    Bei dieser kann man innerhalb der ersten 6 Monate davon ausgehen, dass die Schadensursache (nicht unbedingt der Schaden selbst), bereits bei Kauf vorlag.

    Der Händler wäre also zur Gewährleistung heranzuziehen.
     
  4. once

    once V.I.P. 25.06.2018, 09:18

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    AW: Stoßdämpfer nach einem Monat defekt

    Enthält die Garantieerklärung ausdrücklich einen Ausschluß von "Stoßdämpfern"? Wenn die Garantieerklärung lediglich "Verschleißteile" ausnimmt, dann wäre eben näher zu prüfen, ob das ausgefallene Bauteil tatsächlich eines ist, das einem durch Gebrauch bedingten "Verschleiß" unterliegt.

    Wie ist der genaue Wortlaut der Garantieerklärung?
    Exakt welches (elektronische) Bauteil ist ausgefallen bzw. war für den Funktiosnverlust ursächlich? Handelt es sich um ein Bauteil, das durch Gebrauch einer Abnutzung unterliegt?

    Insbesondere bei Verschleißteilen würde die verbraucherbegünstigende Beweislastumkehr innerhalb der ersten 6 Monate dann nicht greifen, wenn wegen der Art der Sache ( ein Bauteil, das beim bestimmungsgemäßen Gebrauch einem Material-Verschleiß unterliegt ) und wegen der Art des Fehlers ( Ausfall aufgrund eines durch Abnutzung verschlissenen Bauteils ) die Vermutung nicht gerechtfertigt erscheint, daß eine bereits zum Kaufzeitpunkt vorhandene Mangelbeschaffenheit vorgelegen hatte.

    Ansonsten gilt: wenn die SchadensURSACHE feststeht und in einer nicht vertragsgerechten Beschaffenheit ( = Sachmangel ) besteht, dann wird verbraucherbegünstigend vermutet, daß sie bereits zum Kaufzeit bestanden hatte. ( Es wird im Rahmen der "Beweislastumkehr" nicht "automatisch" gesetzlich vermutet, daß eine fehlerhafte Funktion bzw. der Ausfall eines Bauteils ursächlich auf eine vertragswidrige ( = sachmangelhafte ) Beschaffenheit zurückgeführt werden könnte. Erst wenn ein fehlerhafter ( eventuell sich erst in einem späteren Ausfall zeigender ) Beschaffenheitszustand erwiesen wäre, würde verbraucherbegünstigend vermutet, daß er seit dem Kauf bestand ).

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