Sklavenarbeit

Dieses Thema "Sklavenarbeit - Aktuelle juristische Diskussionen und Themen" im Forum "Aktuelle juristische Diskussionen und Themen" wurde erstellt von Sklave, 3. Oktober 2013.

  1. Sklave

    Sklave Neues Mitglied 03.10.2013, 12:54

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    Sklavenarbeit

    Angenommen fiktiver Fall: Person A geht bei einer Discothek, die nenn ich einfach nurnoch D, arbeiten. A will bei D einen Job als Barkeeper beginnen. Es ist sein erster Tag, er hat noch keinen Vertrag unterschrieben, lediglich formale "Papiere" eingereicht. Um die Arbeit auszuführen, bekam A mehrere Seiten eine Merkliste für Bewerber, auf den der Großteil der Arbeit abgedeckt ist. Auf dieser Merkliste steht z. B. "Ein Mitarbeiter, der noch eingearbeitet werden muss, erhält für den Einarbeitungstag keine Lohnzahlung!" stehen. Da A sich unter diesen "Einarbeitungstag" selbstverständlich humane Bedingungen und kurze Arbeitszeit vorstellt, geht er hin, schliesslich wird man für diese Arbeit nicht bezahlt.
    A nimmt kein Geld mit, auch nichts zu Essen, da er davon ausgeht, dass es sich auf keinen Fall um mehr als 4 Stunden halten kann, eher um 2-3h.
    Ein weiterer Vermerk könnte zum Beispiel "Arbeitsbeginn an diesem Tag um 20:30 Uhr. Bitte sei pünktlich, so das wir genügend Zeit für deine Einarbeitung haben." Zudem würde noch der Vermerk "Es ist ausdrücklich verboten, jegliche Getränke in D mitzubringen" vorhanden sein.

    A arbeitet etwa 2 Stunden. Dann beschliesst er sich ein Wasser aus den Wasserhahn in ein Glas zu füllen und es zu trinken. A wird von der Thekenleiterin nachdrücklich darauf hingewiesen, das man keine offenen Getränke trinken darf, auch kein Hahnewasser. Man müsse am Automat sich etwas unter vergünstigten Bedingungen kaufen. Da A denkt es ist eh bald aus, trinkt A um Konflikten mit der Thekenleiterin aus den Weg zu gehen und weil es sein erster Tag ist aus dem Wasserhahn aus der Toilette. Er fühlte sich schon so gut eingearbeitet. Nach ca. 3 Stunden Arbeitszeit darf A etwa 10 Minuten in die Pause. Er frägt wann er aus hat: Die Thekenleiterin meint um 7 Uhr. Es ist unvorstellbar für ihn das es sich um keinen Scherz halten muss, er nimmt es nicht ernst. Er arbeitet weiter.
    Dadurch das A kein Getränk am Arbeitsplatz hat dehydriert A und bekommt starke Schwindelgefühle. Nach weiteren Stunden bekommt er nochmals 10 Minuten Pause. Er frägt wieder wann er aus hat, wieder war die Antwort 7 Uhr. Natürlich nimmt er das nicht ernst, niemand erwartet von einen unbezahlt 10,5 Stunden zu sogut wie durchzuarbeiten. Schliesslich reicht es ihm, er sagt hakt nach wann er ernsthaft aus hat. Als ihm nach ca. 7 Stunden klar wird dass es kein Scherz ist, beschliesst er unverzüglich zu gehen.

    A setzt es ca 20 Min später auch in die Tat um. A wird lediglich darauf hingewiesen das er sich den Job selbstverständlich nun abschreiben kann und was das für eine Arbeitseinstellug sei.

    Nun möchte A Schadensersatz fordern, weil er unter Einarbeitungstag sich etwas anderes vorstellte als unbezahlt 10,5 Stunden ohne am Arbeitsplatz trinken zu können mit gesundheitlichen Folgen und 20 Minuten Pause. Er wäre sofort gegangen oder nicht gekommen hätte man ihn nur in entferntesten auf diese Bedingungen hingewiesen.

    Zudem hat dieser Einarbeitungstag psychische Folgen auf A hinterlassen. Er hat nun sehr hohe Ansprüche an Arbeitsplätzen, dies könnte zu Folge haben das er für längere Zeit keinen Arbeitsplatz erhält, da er sehr misstrauisch geworden ist.

    Wie sehen die Chancen für A auf Schadensersatz oder etwas wie Schmerzensgeld aus? Würden sich für A rechtliche Schritte lohnen? Wie hoch könnte dieser Schadensersatz sein?

    Euer Sklave
     
  2. OliverL

    OliverL Star Mitglied 04.10.2013, 11:31

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    AW: Sklavenarbeit

    Vereinbart war ein kostenfreier "Arbeitstag". Wenn A denkt, dass Arbeitstage 2-3 Stunden lang sind, dann ist das ein unbeachtlicher Motivirrtum. Der Tag wurde wohl kaum wahrgenommen, um zu zeigen, dass man 2 Stunden arbeiten kann, sondern es wird getestet, ob man die komplette Schicht arbeiten kann und wie der AN zu unterschiedlichen Zeiten/ Streßsituationen umgeht.

    Wenn beiden klar war, dass dies kostenlos erfolgen soll, gibt es auch keinen Schadensersatz.

    Bei den Schmerzensgeldansprüchen wäre der AN voll beweisbelastet. So wie beschrieben, gibt es die Möglichkeit Getränke zu konsumieren. Wenn der AN aus eigenem Antrieb nicht trinkt, wird der AG auch kaum dafür verantwortlich sein. Schließlich wurde dem AN nicht verboten etwas zu trinken.

    Gruss
    Oli L.
     
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  3. Gerd aus Berlin

    Gerd aus Berlin V.I.P. 05.10.2013, 09:51

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    AW: Sklavenarbeit

    BGB § 138 Sittenwidriges Rechtsgeschäft; Wucher
    (1) Ein Rechtsgeschäft, das gegen die guten Sitten verstößt, ist nichtig.
    (2) Nichtig ist insbesondere ein Rechtsgeschäft, durch das jemand unter Ausbeutung der Zwangslage, der Unerfahrenheit, des Mangels an Urteilsvermögen oder der erheblichen Willensschwäche eines anderen sich oder einem Dritten für eine Leistung Vermögensvorteile versprechen oder gewähren lässt, die in einem auffälligen Missverhältnis zu der Leistung stehen.


    Aus diesem Grunde müssen Firmen nach gängiger Rechtsprechung auch immer Gehalt nachzahlen, wenn sie weniger gezahlt haben, als dem Tarif entsprach, oder wenn das Gehalt um mehr als 30 % unter dem ortsüblichen Gehalt lag.

    Dies ist unabhängig davon, ob das sittenwidrige Gehalt zuvor beidseitig vereinbart worden war. Und sittenwidrig ist auch ein Gehalt von Null Euro.

    Dies gilt für eine normale produktive Tätigkeit. Nicht für A) eine reine Einweisung oder B) eine reine Erprobung nach dem Motto

    A: "So funktioniert es bei uns/bei der Maschine XY!"

    B) "Nu zeigen Sie mal, ob Sie 300 Anschläge blind schaffen/Maschine XY auch wirklich bedienen können!"

    Wer solche Sachen 3 Stunden lang demonstriert, dem ist das sein Hobby. Wer aber 3 Stunden lang produktiv tätig wird, also für den Betriebszweck, der ist nicht mehr in einer Einweisungs-Situation -

    sondern in einer Probe-Arbeit. Und dafür gibt es ein Gehalt - und eine einfache Kündigungsmöglichkeit, wenn es denn doch nicht klappen sollte.

    Wer seine Probe-Arbeit aber schon nach drei Stunden abbricht, kann nicht mehr als 30 % des ortsüblichen Gehalts für diese drei Stunden verlangen.

    Wenn die Firma davon ausging, dass der Probe-Arbeiter eine ganze Schicht arbeitet, aber schon nach drei Stunden abhaut,

    dann kann die Firma wiederum Schadensersatz verlangen von ihrem Probe-Arbeiter: Denn auch der hat sich an die Abmachung zu halten - und nur die übliche Kündigungsfrist in der Probezeit von zwei Wochen!

    Geht ein Umsatz flöten von 300,-, durch die fluchartige Kündigung nach drei Stunden, und damit ein Gewinn von 100,-, so wäre der womöglich zu ersetzen.

    Das wären immerhin mehr als ortsübliche 18,- für drei Stunden zapfen.

    Gruß aus Berlin, Gerd
     

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