Schadenersatz bei Abflug erst am nächsten Tag?

Dieses Thema "ᐅ Schadenersatz bei Abflug erst am nächsten Tag? - Reiserecht" im Forum "Reiserecht" wurde erstellt von gabyH, 10. Februar 2008.

  1. gabyH

    gabyH Forum-Interessierte(r) 10.02.2008, 00:39

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    Schadenersatz bei Abflug erst am nächsten Tag?

    Hallo,
    mich interessiert, ob es für den folgenden Fall Schadenersatz gibt:

    Ein Abflug mit einer deutschen Airline auf einem Samstag um 13 Uhr (Direktflug nach Florida)
    wird erst 2 Stunden wegen techn. Defekt an der Maschine verschoben und nach 3 St. Wartezeit am Flughafen gibt es einen Gutschein für 1 Softgetränk.

    Etwa 4 Std. später wird bekanntgegeben, dass die Maschine nicht mehr repariert werden kann (oder es für eine Landung in Fort Myers zu spät wird? gab verschiedene Aussagen) und erst am nächsten Tag um 7.30 starten wird.

    Die Gäste haben zur Wahl nach Hause zu fahren oder das angebotene Hotel zwecks Übernachtung aufzusuchen.
    Hotelkosten und ein karges Abendessen inkl. 1 Softgetränk werden übernommen und ein Frühstück bestehend aus Kaffee und einem Croissant ebenfalls.

    Hotel wurde genutzt, da der Wohnort etwa 300km vom Abflugort lag.
    Ärgerlich, wenn somit von 7 Tagen Florida nur noch 6 Tage übrig bleiben.

    1. Ist es richtig, das man wegen der nur noch 6 statt 7 Urlaubstagen keinen Anspruch geltend machen kann, da es keine Pauschalreise ist?

    2. Können die 600 Euro Schadenersatz für Verspätungen von mehr als 6 Stunden geltend gemacht werden?

    Bordkarten oder Tickets wurden keine neuen ausgestellt und es ist am nächsten Tag nach 8 Uhr die gleiche Airline geflogen. Das Gepäck wurde wieder ausgeladen, damit sich einige Reisende etwas aus dem Koffer nehmen konnten, danach wieder eingeladen mit den gleichen Gepäcklabels. Wenige Leute haben ihre Koffer mit in das Hotel genommen und mussten sie am nächsten Tag wieder neu einchecken.

    Besteht in diesem Fall Anspruch auf Schadenersatz? Oder gibt es keinen Schadenersatz weil die gleiche Airline am nächsten Tag geflogen ist?

    Falls es Schadenersatz gibt, beläuft sich der auch auf 600 Euro pauschal wenn das Ticket für den Hin- und Rückflug nur 430 Euro gekostet hat?

    Vielen Dank!
     
  2. mosaik

    mosaik Senior Mitglied 11.02.2008, 15:32

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    AW: Schadenersatz bei Abflug erst am nächsten Tag?

    Grundsätzlich träfen hier die Bestimmungen der Fluggastverordnung bzgl. Annullierung zu. Aber die ERfahrung zeigt, dass die Fluglinien meist streiten und der Anspruch von € 600.-- nur bei Gerichten durchzusetzen sein werden.

    War die "Verspätung" im Rahmen einer Pauschalreise, also Flug und Programm in Einem - nicht Flug getrennt vom Hotel gebucht! - dann läge auch ein Reisemangel vor, den der Reiseveranstalter zu vertreten hätte.

    Sollten die € 600.-- Entschädigung nicht für den tatsächlich, nachweisbaren Schaden ausreichen, so wäre die Fluglinie verpflichtet, die fehlende Differenz ebenfalls zu bezahlen.

    Meint
    Peter
     
  3. gabyH

    gabyH Forum-Interessierte(r) 11.02.2008, 15:43

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    AW: Schadenersatz bei Abflug erst am nächsten Tag?

    vielen Dank!
    Es war keine Pauschalreise, sondern nur der Flug gebucht.

    Einen Schadenersatz in Höhe von 600 Euro kann nicht nachgewiesen werden.
    Bedeutet das, wenn nur 150 Euro Schaden nachgewiesen werden kann, dass es auch nur 150 Euro Schadenersatz gibt?

    Ich war davon ausgegangen, dass es sich um eine Pauschale handelt und nur bei einem höherem Schaden der tatsächliche Schadenersatz nachgewiesen werden muß.
     
  4. mosaik

    mosaik Senior Mitglied 11.02.2008, 18:11

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    AW: Schadenersatz bei Abflug erst am nächsten Tag?

    War nur der Flug gebucht, greift eben wahrscheinlich die Fluggastverordnung, die bie Annullierung des Fluges eine Pauschalentschädigung von € 600.-- auf dieser Strecke zuspricht. Ist ein tatsächlich nachweisbarer Schaden aber höher, so muss die Fluggesellschaft eben den vollen Schaden bezahlen.

    Gestritten wird immer, ob so eine "Verspätung" eine Verspätung oder Annullierung darstellt

    Gruß
    Peter
     
  5. gabyH

    gabyH Forum-Interessierte(r) 11.02.2008, 20:20

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    AW: Schadenersatz bei Abflug erst am nächsten Tag?

    Wann handelt es sich denn um eine Annullierung und ab wann um eine Verspätung?
    Gibt es da eindeutige Merkmale?

    Muß für die 600 Euro Regelung ein Schadenersatz nachgewiesen werden? Oder kann der pauschal ohne Nachweise gefordert werden?

    Dann habe ich auch noch folgendes gefunden, demnach hätte man in diesem Fall (technischer Defekt) überhaupt keinen Anspruch:

    Die Fluggesellschaften kommen nur dann ohne Ausgleich davon, wenn der Flugausfall auf höhere Gewalt zurückzuführen ist. Zu höherer Gewalt zählt zum Beispiel ein plötzlicher technischer Defekt sowie ein wetterbedingter Ausfall.

    vielen Dank!
    Zuletzt bearbeitet: 12. Februar 2008
     
  6. Christof

    Christof Junior Mitglied 12.02.2008, 12:07

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    AW: Schadenersatz bei Abflug erst am nächsten Tag?

    Nein es bestehen nach EU-Verordnung keine weiteren Ansprüche gegen die Fluggesellschaft.

    Im Falle von Verspätungen greift die EU-Verordnung und verpflichtet die Fluggesellschaft zu Unterstützungsleistungen.

    Der Gutschein für das Softgetränk mag dürftig sein, ist aber bereits die erste Unterstützungsleistung der Fluggesellschaft. Als sich abzeichnete, dass der Flug über Nacht verspätet sein würde, wurden Unterkunft und Verpflegung gestellt: Abendessen, Hotel, Frühstück, dies sind weitere Unterstützungsleistungen.

    Die Verspätung wurde durch die Reparatur am Flugzeug verursacht. Die Fluggesellschaft hat die für die Dauer der Verspätung die entsprechenden Unterstützungsleistungen erbracht.

    Um an Geld nach EU-Verordnung zu kommen, hätte es einer Annullierung des Fluges bedurft. Dagegen sprechen meiner Ansicht nach, dass keine neuen Bordkarten und Tickets ausgegeben wurden und die Verspätung relativ moderat war und der Flug schließlich mit der gleichen Fluggesellschaft stattfand.

    Allenfalls könnte man versuchen eine Minderung des Flugpreises auszuhandeln, weil der Flug ja nicht wie angeboten und vereinbart durchgeführt wurde.

    meint Christof
     
  7. tubbs

    tubbs Boardneuling 15.04.2008, 08:55

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    AW: Schadenersatz bei Abflug erst am nächsten Tag?

    Ich will mich da gleich anhängen mit meiner Frage.
    Ähnlicher Fall: Deutsche Luftlinie. Wir auf dem Rückflug aus der Karibik (nur Flug gebucht), Maschine die uns abholen soll nach Abflug in Deutschland defekt. Wir in ein (billiges) Hotel verfrachtet. Ich Probleme, meinem Arbeitgeber zu erklären, wo ich stecke. Verdienstentgang durch notwendigen zusätzlichen Urlaubstag etc.
    Ich habe in Web-Meldungen zu einem EU-Gesetz gelesen, dass es Entschädigungen bei Ausfall UND starker Verspätung gibt. Bei uns waren es 21 Stunden, bis der Flieger (eine Ersatzmaschine) wirklich ging. Gilt das als Ausfall? Und wenn nicht? Steht uns jetzt eine Entschädigung zu?

    Vielen Dank, ihr Juristen für die Beantwortung dieser wohl schon sehr oft in ähnlicher Form gestellten Frage!
     
  8. Christof

    Christof Junior Mitglied 15.04.2008, 11:20

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    AW: Schadenersatz bei Abflug erst am nächsten Tag?

    Vorneweg, ich bin kein Jurist. Aber Annulierungen von Flügen etc. von denen ich selbst betroffen war haben mich veranlasst mich mit der Materie zu beschäftigen. Nach anfänglicher Hilflosigkeit gegenüber den Fluggesellschaften habe ich es geschafft mit entsprechender Argumentation, das zu bekommen was mir meiner Meinung nach zusteht, wenn ein gebuchter Flug plötzlich nicht stattfindet, weil die Fluggesellschaft ihren Flugplan geändert hat, weil der Flug kurzfristig annuliert wird oder sich ein Flug verspätet.

    Grundsätzlich gibt es die EU-Verordnung, welche greift, wenn Flüge 14 Tage oder weniger vor dem geplanten Abflug betroffen sind insbesondere bei Nichtbeförderung, Überbuchung, Verspätungen. Hier ist immer zu unterscheiden zwischen Nichtbeförderung und Verspätung.

    Nichtbeförderung bedeutet das Flugezeug hebt ohne den Passagier ab, z.B. bei Überbuchung, Änderung des Flugzeugtyps und dadurch kleinere Maschine mit nicht genügend Sitzplätzen oder der Flug wird total gestrichen und man wird auf einen anderen regelmäßig verkehrenden Linienflug umgebucht.

    Die Fluggesellschaft ist von der Zahlung von Ausgleichsleistungen befreit, wenn der Grund auf außergewöhnliche Umstände zurückzuführen ist und die Flugesellschaft alles zumutbare unternommen hat, die Beförderung durchzuführen.

    Verspätung ist wenn der Flug mit Verspätung abhebt. Merkmale hierfür sind: gleiche Flugnummer, Gepäck bleibt eingecheckt. Ab zwei Stunden Verspätung greift die EU Verordnung, die Fluggesellschaft muss in jedem Fall Unterstützungsleistungen erbringen: Verpflegung und für Unterkunft sorgen, wenn die Verspätung z.B. über die Nacht hinweg andauert. Verspätungen können also durchaus bedeuten einen Tag oder länger Aufenthalt insbesondere bei "abgelegenen" Zielen, wo Reparaturen am Flugzeug oder die Beschaffung eines Ersatzflugzeuges mehr Zeit benötigen.

    Ok nun zu deinem Rückflug aus der Karibik, der natürlich nie stattfand, sondern fiktiv ist. Also nehemen wir mal an einer macht Urlaub in der Karibik und ihm passiere eben das was du beschreibst: hier sieht mir alles nach einer Verspätung aus: das Flugzeug war defekt, die Reparatur nicht möglich und die Fluggesellschaft hat einen Ersatzflugzeug organisiert. Das dauert seine Zeit, in diesem Fall 21 Stunden.

    Unterstützungsleistungen wurden erbracht, jedenfalls Unterkunft wurde gestellt. Üblich sind einfache Hotels der Touristenklasse. Wie sieht es mit Verpflegung und Transfer zum Hotel aus? Abendessen, Getränke, Frühstück, Transfer zum und vom Hotel? Falls das nicht erbracht wurde Quittungen bei Selbstbezahlung einreichen und Geld zurückfordern.

    Ich sehe keinen Anhaltspunkt für eine Nichtbeförderung, für die es nach der EU-Verordnung Ausgleichszahlungen gibt, also Bargeld!!

    Schadenersatz nach deutschem Recht kann man verlangen, wenn ein Schaden entstanden ist. z.B. der nachweisbare Verdienstausfall, weil die Fluggesellschaft ihren Beförderungsvertrag nicht eingehalten hat und die Ursache hierfür in ihrem Einflussbereich lag.

    Gerade bei technischen Defekten lese ich hier und in anderen Foren immer wieder, technische Defekte seien höhere Gewalt. Ich bin nicht dieser Meinung. Maßgebend ist jedoch wie ein Richter das sieht, vor dem ein solcher Fall dann verhandelt wird. Und wie wir wissen denkt der eine so und der andere eben anders.

    Meine Faustregel: Erst mal die Quittungen und Nachweise bereitlegen für Mehrkosten die ausschließlich entstanden sind, weil der Flug nicht wie geplant stattfand.

    Dann würde ich die Fluggesellschaft freundlich anschreiben: die Mehrkosten auflisten und den Gesamtbetrag als Schadenersatz einfordern mit einer Fristsetzung von z.B. 14 Tagen.

    Beschimpfungen, leere Drohungen etc. amüsieren allerhöchstens die Mitarbeiter der Fluggesellschaft, welche Reklamationen bearbeiten. Kurz und knapp aber zackig sind weitaus besser.

    An die Schadersatzforderung kann man durchaus noch einen Wunsch anhängen. Ein angemessenes "Schmerzensgeld" für den ganzen Ärger, Schreibaufwand, schlechter Abschluss des ansonsten perfekten Urlaubs etc.

    meint

    Christof

    P.S. zuletzt erfolgreich eingefordert 385,- Euro bei einer österreichischen Fluggesellschaft. Bekommen 235,- Euro im Januar 2008. Ohne oben besagten zackigen aber freundlichen Brief wären es 0,- Euro gewesen.
     
  9. tubbs

    tubbs Boardneuling 15.04.2008, 11:42

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    AW: Schadenersatz bei Abflug erst am nächsten Tag?

    Hallo, Christof!

    Erstmal danke für die Info. Ist interessant für den Ernstfall zu wissen, dass eine Flugverspätung (im rechtlichen Sinn) auch 21 Stunden dauern darf und dann nicht automatisch zu einer "Annullierung" wird, weil sie eben SEHR lange dauert.
    Dass Belege, Taxi, Essen, Übernachtung etc. abgerechnet werden können, wenn die Fluglinie das nicht von vornherein übernimmt, ist mir klar. Schwierig wird es dann, wenn man als Selbständiger nachweisen muss, dass einem ein Tätigkeit, die mittels Honorar bezahlt wird durch die um einen Tag verspätete Ankunft entgangen ist. Schwierig scheint mir auch, wenn z.B. ein Student, der eine solche Reise in seinen Ferien unternommen hat wegen der Verspätung eine Vorlesung verpasst bei der Anwesenheitspflicht wäre und diese dadurch erst im nächsten Semester absolvieren kann, was natürlich sein Studium verzögert.
    Aber da hast Du natürlich auch schon den richtigen Hinweis gegeben. Es macht wohl Sinn einer Fluglinie die Schwierigkeiten zu schildern, die man durch die Flugverspätung bekommen hat und dabei den Ton zu wahren. Schließlich ist wohl alles außergerichtliche (und das ist ja unter allen Umständen anzustreben) eine Frage der Kulanz.

    tubbs (danke für die rasche Antwort)
     
  10. mosaik

    mosaik Senior Mitglied 16.04.2008, 08:58

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    AW: Schadenersatz bei Abflug erst am nächsten Tag?

    Wann gilt eine Verspätung als Annullierung? Diese Frage wurde vor einigen Wochen dem EuGH zur eindeutigen Klärung vorgelegt.

    Bisher haben Gerichte sehr unterschiedlich dies interpretiert. Ein Gericht meinte, ab sechs Stunden sei es schon eine Annullierung, anderen wiederum halten 26 Stunden für Zulässigung für eine "Verspätung", wieder andere meinen, innerhalb eines Kalendertages sei es anzuerkennen als Verspätung.

    Grundsätzlich haben sich aber schon als Indizien für eine Annullierung folgende Punkte, UNABHÄNGIG von der Anzahl der Stunden, heraus kristallisiert:

    Eine Annullierung liegt jedenfalls dann vor
    - wenn das Gepäck neu eingecheckt werden mus
    - und oder eine neue Boarding-Card ausgegeben wird
    - und oder sich die Passagierzahl und oder Zusammensetzung ändert
    - und oder der Flug unter einer neuen Flugnummer durchgeführt wird

    Die Ausgleichszahlungen laut Fluggastverordnung müssen in diesen Fällen gezahlt werden. Übersteigt ein nachweisbarer Schaden diese Summe, so haftet die Fluglinie auch für diese Mehrkosten. Somit ist die Ausgleichszahlung NICHT das Limit!

    Wichtig ist jedoch bei Schadenersatzforderungen: man muss nachweisen können, welcher Betrag entstanden ist. Also beispielsweise bei Honorarausfall das Schreiben des Kunden, dass er keinen Ersatztermin für die vereinbarte Beratung beispielsweise wahrnehmen will. Also einen echten Verdienstausfall hat; oder der Arbeitgeber muss den Bruttolohn bestätigen und dass der Arbeitnehmer nunmehr einen zusätzlichen Urlaubstag nehmen musste. Daraus lässt sich dann der Schaden errechnen. usw.

    meint
    Peter
     
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