Rechteverhältnis Patient-Krankenkasse-Arzt

Dieses Thema "Rechteverhältnis Patient-Krankenkasse-Arzt - Medizinrecht" im Forum "Medizinrecht" wurde erstellt von Morgan le Fay, 9. Februar 2009.

  1. Morgan le Fay

    Morgan le Fay Senior Mitglied 09.02.2009, 16:33

    Registriert seit:
    9. Februar 2009
    Beiträge:
    276
    Zustimmungen:
    18
    Punkte für Erfolge:
    18
    Renommee:
    30
    100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)
    Rechteverhältnis Patient-Krankenkasse-Arzt

    Hallo Experten,
    es herrscht offensichtlich große Unsicherheit bezüglich der Rechte der Kassenpatienten gegenüber ihrer Ärzte und Krankenkassen.
    Zunehmend sind die Patienten unzufrieden mit den Leistungen ihrer (niedergelassenen) Ärzte.
    Das drückt sich beispielsweise in sehr langen Wartezeiten auf einen Termin aus, in verweigerten "echten" Verordnungen, für die es stattdessen "Empfehlungen" gibt, das drückt sich aus in den Patienten abgenötigten "individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL)", die stets vom Patienten selbst zu zahlen sind, das drückt sich aus in z.T. nachweislich wahrheitswidrigen Befunden usw.

    Welche Rechte hat der Patient seinem Arzt gegenüber? Was ist eine zumutbare Terminvergabe und inwieweit steht dem Kunden ein Recht auf eine echte Verordnung zu? Kann der Patient bei nachweislich möglicher, aber verweigerter Hilfe den Arzt verklagen (Stichwort "freiwillige übernommene Garantenpflicht")?
    Inwieweit darf der Patient Einfluss nehmen auf die Zahlungen seiner Krankenkasse an den Arzt, wenn der Verdacht besteht, dass dieser unrechtmäßig abrechnet? Wer ist hier beweispflichtig?

    Dürfen in ländlichen Gebieten, in denen niedergelassene Fachärzte oftmals selten sind, ihre Marktmacht ausspielen und einen unliebsamen Patienten, der kein Notfall ist, ablehnen?

    Weitere Fragen werden noch aufgeworfen werden müssen, wenn dieses Thema Interesse findet.

    Herzlichen Dank zunächst
    Morgan
     
  2. Humungus

    Humungus V.I.P. 09.02.2009, 16:46

    Registriert seit:
    5. August 2007
    Beiträge:
    22.903
    Zustimmungen:
    1.803
    Punkte für Erfolge:
    113
    Renommee:
    1.840
    99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)
    AW: Rechteverhältnis Patient-Krankenkasse-Arzt

    Hm. Erwartest Du hier tatsächlich eine vollständige Aufarbeitung des Kassenarztrechts? Am besten noch in einem Beitrag?

    Vielleicht stellst Du mal ein- oder zwei Fragen, und sind die geklärt, gehts weiter in einem anderen Thread.

    Und nutze die Suchfunktion. Die Umstände, die einen Arzt zur Ablehnung eines Patienten berechtigen, wurden hier schon besprochen.

    Übrigens: die "Marktmacht" wird sich in Zukunft noch ganz anders darstellen, wenn die Kommunisten es schaffen, die Fachärzte zu vernichten. Dann gibts Großambulatorien mit stundenlangen Wartezeiten und schöner Anonymität.
     
    radiomann1 gefällt das.
  3. Morgan le Fay

    Morgan le Fay Senior Mitglied 09.02.2009, 16:59

    Registriert seit:
    9. Februar 2009
    Beiträge:
    276
    Zustimmungen:
    18
    Punkte für Erfolge:
    18
    Renommee:
    30
    100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)
    AW: Rechteverhältnis Patient-Krankenkasse-Arzt

    Nein, aber allzu viele Fragen habe ich nicht gestellt. Darauf kann man m.E. antworten.
    Habe ich schon versucht, aber nur teilweise verwendbare Infos gefunden.
    Das ist eine persönliche Einschätzung, die man teilen kann oder nicht. Das wollte ich aber nicht erörtern.
    Gegenfrage: Soll das im Umkehrschluß bedeuten, dass der den gesamten Apparat finanzierende Patient sich jede Laune, Ungerechtigkeit und womöglich Unverschämtheit vom Arzt gefallen lassen soll, damit dieser nicht das Weite sucht? Sorry, das halte ich für eine gewagte Einstellung.
    Aber wie gesagt.., das war nicht gefragt.
     
  4. Humungus

    Humungus V.I.P. 09.02.2009, 17:05

    Registriert seit:
    5. August 2007
    Beiträge:
    22.903
    Zustimmungen:
    1.803
    Punkte für Erfolge:
    113
    Renommee:
    1.840
    99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)
    AW: Rechteverhältnis Patient-Krankenkasse-Arzt

    Soll er nicht. Er hat ein Recht auf eine Behandlung nach den Regeln ärztlicher Kunst sowie auf einen korrekten Umgang, der ihn nicht entwürdigt oder beleidigt.

    Und der Kassenpatient hat (um gleich adäquat einzuschränken) ein Recht auf eine Behandlung, die das Notwendige, Ausreichende, Zweckmäßige und Wirtschaftliche erfüllt. Genau das: eine Minimalversorgung, nicht mehr und nicht weniger.

    Logische Konsequenz ist beispielsweise, dass ein beschwerdefreier Patient, bei dem kein krankheitsbedingter Kontrollbedarf besteht, überhaupt kein Recht auf eine Behandlung im Rahmen kassenärztlicher Versorgung hat.
     
  5. Morgan le Fay

    Morgan le Fay Senior Mitglied 09.02.2009, 17:21

    Registriert seit:
    9. Februar 2009
    Beiträge:
    276
    Zustimmungen:
    18
    Punkte für Erfolge:
    18
    Renommee:
    30
    100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)
    AW: Rechteverhältnis Patient-Krankenkasse-Arzt

    Danke, soweit hast Du das, was ich schon einmal gelesen habe, bestätigt!
    Aber nun wird´s spannend. Wer beurteilt denn, was "Notwendig" und Ausreichend" und "Zweckmäßig" ist? Insbesondere dann, wenn es um rechtliche Belange geht, wie z.B. der erforderlichen und vorgeschriebenen Sehkraft für einen Kraftfahrer? Was, wenn zwischen Hörgeräteakustiker und HNO unterschiedliche Auffassungen darüber bestehen, ob ein neues Hörgerät dem Patienten mehr Sicherheit im Alltag verschaffen könnte.
    Angenommen, der Arzt verneint das und der Hörgeräteakustiker kann belegen, dass dem doch so ist? Kann der Patient den Arzt verklagen, wenn er ihm ein Rezept für ein Brille vorenthält, weil angeblich "die Sehschärfe unverändert" sei, der Optiker belegt aber, dass dem nicht so ist. Und der Kunde dies auch bestätigt?
    Abgesehen davon: Ist es "ausreichend", wenn seh-/hörschwache Leute mit einfachen Brillen/Hörgeräten eine äußerst eingeschränkte Teilnahmemöglichkeit am täglichen Leben haben, obwohl mit modernen Hörgeräten/vergrößernden Sehhilfen diesen Leuten zu helfen wäre?

    Was, wenn ein solcher Mensch verunfallt, weil er ein Auto nicht gesehen/gehört hat?
     
  6. Humungus

    Humungus V.I.P. 09.02.2009, 17:26

    Registriert seit:
    5. August 2007
    Beiträge:
    22.903
    Zustimmungen:
    1.803
    Punkte für Erfolge:
    113
    Renommee:
    1.840
    99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)
    AW: Rechteverhältnis Patient-Krankenkasse-Arzt

    Das beurteilt stets der Arzt. Die Entscheidung des Arztes kann durch verschiedene Kontrollgremien hinterfragt werden. Fehlentscheidungen können standes- zivil- und strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.
     
  7. Morgan le Fay

    Morgan le Fay Senior Mitglied 09.02.2009, 17:35

    Registriert seit:
    9. Februar 2009
    Beiträge:
    276
    Zustimmungen:
    18
    Punkte für Erfolge:
    18
    Renommee:
    30
    100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)
    AW: Rechteverhältnis Patient-Krankenkasse-Arzt

    Okay, und wer hat die Beweispflicht in einem solchen Streitfall?
    Fiktiver Fall: Ein Patient erhält die Auskunft des Arztes, die alte Brille reiche noch aus, obwohl der Patient bereits Probleme beim Sehen äußert. Ein Optiker stellt fest, dass der Kunde Schieler ist und einer entsprechenden Korrektur bedarf.
    Kann der Kunde eine Art Schmerzensgeld und Aufwandsentschädigung dafür verlangen, dass der Arzt nicht imstande war, eine Schielstellung zu erkennen und zu behandeln?
    Und welche Kontrollgremien sind das, die den Ärzten auf die Finger schauen?
     
  8. Humungus

    Humungus V.I.P. 09.02.2009, 17:46

    Registriert seit:
    5. August 2007
    Beiträge:
    22.903
    Zustimmungen:
    1.803
    Punkte für Erfolge:
    113
    Renommee:
    1.840
    99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)
    AW: Rechteverhältnis Patient-Krankenkasse-Arzt

    Man müsste sich den Fall genau ansehen. Eine Schielstellung kann nicht durch eine Brille "behandelt" werden. Bestehen Probleme durch eine dekompensierte Phorie, können Prismen helfen.

    Achtung: insbesondere im Bereich "Winkelfehlsichtigkeit" sind verschiedene Optiker tätig, die zwar geschäftstüchtig sind, den Patienten aber nicht ausreichend über die Nachteile der Korrektur informieren.

    Hier sollte der Patient eine zweite Meinung einholen, am besten bei einem Augenarzt mit Sehschule/Orthoptistin.

    Äußert der Patient Zweifel an der ärztlichen Behandlung, kann er sich an seine Krankenkasse und die Schlichtungsstelle der Landesärztekammern wenden. Diese nehmen die Beschwerde auf und veranlassen ggfs. ein Gutachten.

    Der Schaden durch die fehlerhafte Behandlung muss vom Patienten nachgewiesen werden. Dieser muss auch den Beweis für die fehlerhafte Behandlung antreten, solange der Arzt nicht Fehler begeht, die zu einer Beweislastumkehr führen.

    Übrigens, eines sollte man auch nicht vergessen: die Krankenkasse zahlt bei weitem nicht jedes Hilfsmittel. Gerade bei Brillen und Hörgeräten ist die Zuzahlung minimal bzw. nicht vorhanden. Das ist nicht Schuld des Arztes, sondern der Krankenkassen.
     
  9. Morgan le Fay

    Morgan le Fay Senior Mitglied 09.02.2009, 18:39

    Registriert seit:
    9. Februar 2009
    Beiträge:
    276
    Zustimmungen:
    18
    Punkte für Erfolge:
    18
    Renommee:
    30
    100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)
    AW: Rechteverhältnis Patient-Krankenkasse-Arzt

    :)

    Danke für die Warnung!
    Ich wusste nicht, dass ich es neben einem Jura-Kenner auch noch mit einem "Medizin-Crack" zu tun habe.

    Mit "behandeln" meinte ich natürlich die Versorgung mit prismatischen Gläsern.

    Allerdings gebe ich die Warnung zurück:

    Achtung: insbesondere im Bereich "Winkelfehlsichtigkeit" sind verschiedene Augenärzte zu beschäftigt oder zu wenig ausgebildet, beim Patienten eine erforderliche Korrektur überhaupt korrekt zu ermitteln.
    Sogar pupillenerweiternde Mittel werden vor einer Stärkenprüfung verabreicht.

    Hier sollte der Patient auf jeden Fall eine zweite Meinung einholen, am besten beim Optikermeister/Optometrist, der die Zeit und die nötigen Kenntnisse mitbringt, eine verträgliche und entlastende Brille anzumessen und zu fertigen und auch die erhältlichen Produkte kennt.

    Die Kassen zahlen bis auf wenige Ausnahmen keine Sehhilfen mehr für Erwachsene, was m. E. allein schon wegen der Pauschalität einer rechtlichen und genauen Überprüfung wert wäre, aber für sog. "Vergrößernde Sehhilfen" zur Korrektion von Amblyopie (Sehschwäche) würde ein Zuschuss gezahlt.
    .......wenn es der Arzt nur verschreiben würde und nicht einfach behaupten, dass dies nichts brächte.
     
    1 Person gefällt das.
  10. Morgan le Fay

    Morgan le Fay Senior Mitglied 09.02.2009, 19:44

    Registriert seit:
    9. Februar 2009
    Beiträge:
    276
    Zustimmungen:
    18
    Punkte für Erfolge:
    18
    Renommee:
    30
    100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)
    AW: Rechteverhältnis Patient-Krankenkasse-Arzt

    Offtopic ein Auszug aus unserer Fachpresse bzw. Forum:
    "Die Fallvergütung (Anm.: beim Augenarzt)beträgt pro Fall im Durschschnitt ca. 22,50€ (ein Patient nur ges. Kasse).
    Der durschnittliche AA behandelt pro Quartal 1288 Fälle."
    Zitatende

    22,50 Euro pro Fall ist natürlich eine Sauerei sondergleichen, da sind wir uns einig.
    Aber 1288 Fälle im Schnitt pro Quartal??!!
    Ich habe mir die "Mühe" gemacht auszurechnen, was da pro Patient zur Verfügung steht, wenn der Arzt niemals auf die Toilette muss, keinen Vertreterbesuch empfängt, keine Administration erledigt, keine OP, keine Komplikation etc.pp., nämlich "SATTE" 24 MINUTEN!

    Und nun erkläre mir mal jemand, wie man in 24 Minuten eine kompletten Augencheck hinbekommt, wenn man nicht schludert oder sich angelernten Personals bedient, das mit Sicherheit keine fundiertere Ausbildung hat als ein Arzt oder Augenoptikermeister.

    Feedbacks meiner Kunden (!) sind übrigens der Anlass, warum ich hier schreibe. Es ist also keineswegs so, dass hier Pferde scheu gemacht werden. Die sind längst scheu, spätestens seit Norbert Blüm´s Reform 1988, ohne dass man die Verantwortlichen mal zur Rechenschaft zieht, von Moral und Anstand gar nicht zu reden.
     
  11. Humungus

    Humungus V.I.P. 09.02.2009, 21:34

    Registriert seit:
    5. August 2007
    Beiträge:
    22.903
    Zustimmungen:
    1.803
    Punkte für Erfolge:
    113
    Renommee:
    1.840
    99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)
    AW: Rechteverhältnis Patient-Krankenkasse-Arzt

    Korrekt. Eine gute und umfassende orthoptische Untersuchung wird von den wenigsten Augenärzten geleistet. Schon das eigentlich kleine Problem der Nahexophorie, das viele Kinder zu Lesemuffeln macht, sollte zum Routineprüfgang gehören.

    Über die Winkelfehlsichtigkeit wurde viel untersucht. Ich bin prinzipiell in dieser Richtung neutral, warne aber vor der zu großzügigen Verordnung der notorischen "Zwei Prismen Basis außen". Diese können vorübergehend so manches Problem beheben. Aber nach längerer Zeit endet die Prismenaufbauerei im schlimmsten Fall in der Schiel-OP, die auch noch im Gegensatz zur "Standard-OP" Probleme machen kann.
    Wenn Du Zykloplegika meinst: die sind bei jeder unklaren Störung nach der orthoptischen Untersuchung absolut indiziert, solange eine nennenswerte Akkomodation besteht. Man erlebt so manche Überraschung...reine Mydriatika sind natürlich Unsinn

    Einspruch! :mad:

    Stimmt. Das bitterste im Bereich Heil- und Hilfsmittelverordnung ist allerdings, dass selbst Behinderte ihre Brille selber zahlen müssen, wenn keine besondere Indikation besteht.

    Niemand klagt dagegen, das ist bitter! Aber so ist es eben: die Lobby dieser Menschen ist schlicht nicht vorhanden, und dann wird zugegriffen.
    Nun, das ist richtig und spätestens seit der Einführung des Regelleistungsvolumen existenzbedrohend.

    Eben. Die Pferde sind scheu, machen aber keinen Ärger. Deutsche wehren sich erst dann, wenn es spät ist. Und dann nehmen sie leider oft Fackeln und Fahnen in die Hand. :kotz:

    Und nun noch etwas Rechtliches zur Abwechslung: :D
    Die Wartezeit auf Termine...wir beschränken uns auf Kassenpatienten.

    Die KV hat den Sicherstellungsauftrag von den KKen bekommen. Und zur Sicherung der Versorgung werden Bedarfsplanungen ausgeführt. Abhängig von der Art der Region (Land, Stadt, Ballungsraum) werden verschiedene Verteilungsmuster für Kassenarztsitze benutzt. Folge: Nur eine beschränkte Zahl an Ärzten eines Fachgebietes sind vorhanden. Diese sind verpflichtet, Kassenpatienten zu versorgen.

    1. Ein Notfall: keine Diskussion, muss drangenommen werden. Wird er zu spät untersucht und entsteht ein Schaden, muss der Arzt haften.
    2. Routinepatienten: kriegen einen Termin, der abhängig von der Auslastung des Arztes ist. Ist die Praxis voll, braucht der Arzt den Patienten überhaupt nicht mehr anzunehmen. Ist sie leerer, kann er terminieren. Er ist als Kassenarzt verpflichtet, nahezu vollzeitig zu arbeiten (max. drei Nachmittage frei), muss aber gleichzeitig beachten, dass er den vorgegebenen Zeitrahmen für eine Untersuchung nicht überschreitet, sonst wird er regressiert. Prinzipiell weiß der Arzt also bald, wieviele Patienten er behandeln muss, damit er einerseits seine Pflicht erfüllt und andererseits nicht zuviel behandelt. Und so pendelt sich die Patientenzahl ein. Folge: die Patienten müssen teilweise lange warten, insbesondere, wenn der Arzt überlaufen ist und der Patient eigentlich "nichts hat".

    Dazu kommt noch die Budgetierung. Behandelt der Arzt zuviele Kassenpatienten, wird er abgestaffelt, kriegt also beispielsweise als Augenarzt nur noch ca. 15 Euro pro Patient. Macht er noch mehr, kriegt er nur noch halbes Honorar. Dafür kann man schlicht nicht arbeiten, 10 Euro pro Patient!

    Da die Bedarfsplanung der KVen es vorsieht, dass langfristig nur ein Versorgungsgrad von 80-120% besteht und immer mehr Praxen nicht mehr nachbesetzt werden, führt dies dazu, dass die verbleibenden Ärzte immer überlaufener sind. Aber sie dürfen nicht mehr arbeiten, weil sie dann dafür bestraft werden! So konzentrieren sich viele auch auf P-Behandlung und IGeLei. In meiner Nachbarstadt ist ein Arztsitz verwaist. Folge: eine Verlängerung der Wartezeit auf einen Termin von früher einer Woche auf sechs Wochen und jeden Tag entrüstete Anrufe. Dafür kann der Arzt aber nichts!

    Verklagen müsste der Patient die KVen und KKen, da diese die Versorgung nicht angemessen gewährleisten.

    So, jetzt weißt Du, warum mehrere Fragen schnell den Umfang hier sprengen.
     
  12. Morgan le Fay

    Morgan le Fay Senior Mitglied 09.02.2009, 23:02

    Registriert seit:
    9. Februar 2009
    Beiträge:
    276
    Zustimmungen:
    18
    Punkte für Erfolge:
    18
    Renommee:
    30
    100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)
    AW: Rechteverhältnis Patient-Krankenkasse-Arzt

    Ein super Beitrag. Herzlichen Dank, auch wenn ich nicht ganz begreife, was der "Einspruch" mit dem grimmigen Smilie soll.
    Wir Augenoptiker sehen uns durchaus in der Lage, es im Falle einer Augenglasbestimmung mit einem Augenarzt aufzunehmen. Wir bekommen unsere Titel auch nicht geschenkt. Nebenbei bemerkt werde ich mit meinen 52 Jahren demnächst die neue Option nützen und ein Medizinstudium mit Fachrichtung Augenheilkunde beginnen.
    Ich möchte wissen, ob ich heute wirklich so dämlich bin, wie mich manche Ärzte hinstellen.

    Seit ca. 6 Jahren mache ich mich zum Sprachrohr der Kunden, die entmutigt bis verzweifelt aus den Arztpraxen kommen. Wir reden dabei nicht einmal über untaugliche Brillen und Kontaktlinsen, denn ich gestehe zu: Wo gehobelt wird, da fallen Späne.

    Dein Beitrag ist soweit schlüssig und deckt sich in einigen Punkten mit dem, was ich bereit eruieren konnte, aber ich erlaube mir trotzdem, eine gewisse Kritik zu üben:
    Denn wenn die (niedergelassenen) Ärzte so furchtbar unter der Knute der gesetzlichen Kassen leiden, drängt sich doch die Option auf, die Zulassung zurückzugeben. So haben auch wir mit unserem Ladengeschäft keine Kassenzulassung mehr beantragt. Wozu auch? Nur Restriktionen!

    Außerdem ist nicht nachvollziehbar, wieso bei diesem angeblichen Termindruck die Augenärzte Patienten im Turnus völlig unnötig wieder einbestellen. Das ist doch kontraproduktiv, es sei denn, man kann ihnen IGeL verkaufen.
    Wieso kämpfen die Augenärzte so sehr um ein Terrain, das nur viel Arbeit und wenig Brot bringt? Ich rede von der Augenglasbestimmung und der Kontaktlinsenanpassung. Ja sogar das Recht der direkten Brillenversorgung schon in der Arztpraxis hat man sich sichern lassen.
    Derlei Punkte gibt es einige. Aber besonders empört mich die Ignoranz und Scheinheiligkeit den zahlenden Patienten gegenüber, denen man Leistungen aufnötigt, die sie nicht wünschen und nicht brauchen und die man natürlich auch berechnet, und denen man so manche Verordnung, bevorzugt am Jahresende, vorenthält, man sich aber gleichzeitig auf die Straße stellt und so tut, als kämpfe man um das Patientenwohl und Patientenrecht. In Abwandlung der Katzenfutterwerbung könnte man sagen:
    "Ist der Arzt gesund, freut sich der Patient". Ansonsten hat er, der Patient, nichts zu wollen.
    Und das kann man nicht akzeptieren. Insofern bin ich Kommunist.
     
  13. Humungus

    Humungus V.I.P. 10.02.2009, 08:11

    Registriert seit:
    5. August 2007
    Beiträge:
    22.903
    Zustimmungen:
    1.803
    Punkte für Erfolge:
    113
    Renommee:
    1.840
    99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)
    AW: Rechteverhältnis Patient-Krankenkasse-Arzt

    Wenn Du ernst genommen werden willst, solltest Du zuerst einmal vermeiden zu sagen "ein Medizinstudium mit Fachrichtung Augenheilkunde". Das gibt es nämlich nicht! Du studierst erst einmal Medizin, Humanmedizin, um genau zu sein. Und nach dem Staatsexamen bist Du Arzt und musst Dich in einem Fachgebiet weiterbilden, um approbiert zu werden. In Deinem Fall wird es dann Augenheilkunde sein.
    Bis Du Augenarzt bist vergehen in Deinem Fall dann mindestens 6 Jahre für das Studium und weitere 5 für die Weiterbildung zum Augenarzt. Mit 63 bist Du es dann, wenn Du stramm durchhältst. Ich habe nichts gegen ältere Studenten und wünsche Dir alles Gute und die nötige Kraft. Meine Frau hat mit 33 angefangen zu studieren, und ich (und sie) wissen, wie hart das ist. Aber: ältere Studenten studieren ernsthafter, weil sie schlicht erwachsener sind und die Tragweite anders einschätzen.

    Gut. Sprachrohre braucht man. Wenn Du Deine Kräfte für die Verbesserung der Patientensituation einsetzt, kannst Du zufrieden sein.

    Tja, das mag in München Innenstadt gehen oder am Kudamm, aber in ländlichen Gebieten gibt es kaum Privatpatienten, und die anderen Bürger haben schlicht kein Geld, um zusätzlich zu ihren Kassenbeiträgen noch Arzthonorare zu zahlen. Außerdem wird ein freier Kassenarztsitz neu ausgeschrieben, und man kriegt automatisch einen Konkurrenten vor die Tür. Möglich wäre die Rückgabe, wenn alle Ärzte zusammenhalten würden. Aber da es unter Ärzten viele I.dioten und noch mehr A.rschlöcher gibt klappt das nicht. Die jetzige Lage der Ärzte führt erstmals zu massivem Protest, aber nur, weil einem Drittel das Wasser bis zum Hals steht.
    HiHi: wenn Du studierst, wirst Du merken, welcher Menschenschlag Arzt wird. Gestehe Deinen Kommilitonen weder erhöhte Intelligenz noch Menschlichkeit zu, denn das ist nur hinderlich.

    Da müsstest Du konkrete Beispiele nennen. Das Problem ist, dass Du die Berichte nur aus der Hand der Patienten kriegst, die meist nicht informiert sind, warum sie "wieder kommen müssen". Das ist oft ein Fehler des Arztes, oft aber haben die Patienten die Information schlicht vergessen.
    Nach außen hin geht es darum, dass die Augenärzte Brillen besser bestimmen können und auch Zykloplegika anwenden dürfen. Unter der Decke geht es darum, dass eben immer noch ein guter Anteil der Patienten "nur mal zur Kontrolle und für eine neue Brille" kommen. Gegenfrage: warum verlangen viele Brillenversicherungen immer noch ärztliche Verordnungen?
    IGeL können jedem Patienten angeboten werden, das ist völlig legitim. Man darf als Arzt aber sein Ethos dabei nicht vergessen, keine Frage. Aber Patienten können ja mit den Füßen abstimmen, oder? Warum lebt bei uns im Dorf dann ein Augenarzt, der die Leute gnadenlos abzockt und die, die keine IGeL wollen, unfreundlich behandelt und stundenlang warten lässt? Warum gehen dann die Patienten immer noch zu ihm?
    Arbeite Du mal für 21 Euro pro Patient, in dem Wissen, dass man Dich nach der Wahl ganz abschaffen will. Mal sehen, ob Du dann immer noch Kommunist bist. Das Image des steinreichen Arztes wird von der Politik schamlos aufgebaut und von Springer-Blättern ausgebeutet, damit der Schwarze Peter bei den Ärzten ist. Aber im Alltag sind nur wenige Ärzte wirklich derart reich. Das sind meist die Großpraxen und Operateure. Und die werden durch die Reformen noch reicher! Mit denen schließen die Krankenkassen nämlich Separatverträge mit deutlich besserer Bezahlung ab! Und die gründen dann Ambulatorien und MVZs und kassieren groß ab. Übrigens: die medizinische Versorgung im Kommunismus war für die Patienten nur dann gut, wenn sie Schmiergeld gaben. Dies ist auch heute noch im Ostblock so üblich. Soll das auch bald bei uns so sein?

    Die meisten Kommunisten haben die Eigenschaft, viel Verzicht zu predigen - den der Anderen.
     
  14. Morgan le Fay

    Morgan le Fay Senior Mitglied 10.02.2009, 11:12

    Registriert seit:
    9. Februar 2009
    Beiträge:
    276
    Zustimmungen:
    18
    Punkte für Erfolge:
    18
    Renommee:
    30
    100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)100% positive Bewertungen (276 Beiträge, 10 Bewertungen)
    AW: Rechteverhältnis Patient-Krankenkasse-Arzt

    Soweit ist der Werdegang schon klar. Allerdings weiß selbst die zuständige Dame bei der HWK nicht, wie es bei Quereinsteiger mit Vergünstigungen aussieht, zumal durch die zukünftige "Höherposititionierung" des Augenoptikerberufes durch Bachelor- und Masterabschlüsse eine Basis vorliegt, die ein einfacher Abiturient nicht hat.

    O-o, Verbalinjurien in einem Rechtsforum !? Ich staune! :D
    Das stimmt natürlich für den Status Quo. Aber statt auf weißbekittelten Robin Hood zu machen, sollten sich die Ärzte lieber dafür einsetzen, die Zulassungsbeschränkungen abzuschaffen und dafür kämpfen, dass jeder Patient seinen Arzt privat bezahlt. Die Krankenkassen könnten nur noch Patienten, die (soziale) Härtefälle darstellen, finanzieren und statt dessen von den stark reduzierten Beiträgen der Versicherten die Einrichtung der Arztpraxen (in welcher Form auch immer) subventionieren. Dieses Modell hätte etliche Vorteile, angefangen von stets zeitgemäßer Ausstattung der Arztpraxen u.v.m.
    Gesunder Wettbewerb wie in jedem anderen Wirtschaftszweig würde die Qualität der ärztlichen Versorgung sprunghaft ansteigen lassen.

    Das habe ich auch nie begriffen. Eine Untersuchung und Verordnung durch einen Arzt kostet die Versicherer viel mehr Geld als durch einen Optiker. Vor allem aber auch vor dem Hintergrund, dass es noch heute, nach über 30 Jahren Ärzte gibt, die dem (privat) versicherten "Varilux"-Gläser verschreiben, wenn sie Gleitsichtgläser meinen. Von Fortbildung kann also vielerorts keinste Rede sein.
    Dennoch war dieser Umstand einem Gericht ausreichend, die Klage einer Patientin abzuweisen, weil sie ihre unverträgliche Brille nicht mit "Varilux"gläsern (geschützte Markenbezeichnung von Essilor), sondern mit anderen Gläsern mit besserer Hartschicht hat versehen lassen.

    Weil der Arzt seine Marktmacht rücksichtslos ausspielen kann, da ihn niemand zur Räson bringt und er genau weiß, dass ein Ausweichen auf eine andere Praxis für die Patienten nicht möglich oder unzumutbar ist.

    Also das mit dem Kommunisten lassen wir mal beiseite, das sollte nur eine rhetorische Spitze sein, weil Du mir das gleich unterstellt hast. Oder wir einigen uns auf Sozialisten.
    Ich arbeite übrigens, nicht zuletzt dank der lieben Ärzteschaft, bei Refraktionen und Anpassungen zu 80% ohne irgendein Honorar, da sich dies am Markt nicht durchsetzen lässt. Ganz dreiste Ärzte geben "Empfehlungen" den Patienten mit, mit der Maßgabe, "das aber nochmals beim Optiker prüfen zu lassen". Der Optiker bekommt aber dafür von der Kasse keinen Cent mehr, und der Patient hat seine Praxisgebühr und diverse IGeLeien bereits bezahlt und zahlt nun selten auch noch einen Optiker.

    Und schon haben wir wieder das künstlich erzeugte Spannungsfeld zwischen allen Beteiligten, das m.E. vermeidbar wäre.

    Um aber mal wieder etwas rechtlicher zu werden: Welche Rechte hat denn der Versicherte gegenüber seiner Krankenkasse. Könnte ein Versicherter wegen mangelhafter Leistung Klage wegen Veruntreuung erheben, wenn sich - wie in einem aktuellen Falle - belegen ließe, dass ein gleichaltriger Privatversicherter für den halben Monatsbeitrag weitaus besser versorgt wird als das Mitglied der GKV?
    Immerhin haben die Kassen ja die Verpflichtung, das Geld ihrer Beitragszahler optimal einzusetzen (um mich mal laienhaft zu artikulieren). Optimal heißt doch nicht, den Arzt "monetäre Anreize" zu schaffen, besser dotierte Diagnosen zu stellen, wie es zuletzt in den Medien die Runde machte.
    Darf es denn dazu kommen, dass sich die Kassen per Pflichtbeiträgen bei der arbeitenden Bevölkerung bedient (und natürlich immer mit dem Anstrich des Solidaritätsgedankens) und muss man mal irgendeine Leistung abfordern, wird - wenn überhaupt - gerade mal das "Nötige, Erforderliche und Wirtschaftlichste" geliefert.
    Hier haben wir m.E. den von Dir so gefürchteten Kommunismus. Alle zahlen, keiner hat was.
    Es muss eine Rechtsgrundlage geben, aus diesem Irrsinn herauszukommen.
     
  15. Humungus

    Humungus V.I.P. 10.02.2009, 12:57

    Registriert seit:
    5. August 2007
    Beiträge:
    22.903
    Zustimmungen:
    1.803
    Punkte für Erfolge:
    113
    Renommee:
    1.840
    99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)99% positive Bewertungen (22903 Beiträge, 1765 Bewertungen)
    AW: Rechteverhältnis Patient-Krankenkasse-Arzt

    Da wirds nix geben. Vielleicht den Bio- oder Physik-Kurs und eine Handvoll Wartesemester. Aber sonst ist der Zusammenhang zwischen der Humanmedizin und dem Optikergewerbe schlicht zu klein.

    Ja, ja, ja! Aber: ist das wirklich finanzierbar? Man wird sehen, ob die FDP eine Modellrechnung dafür vorlegen kann, die im Wahlkampf nicht zerschossen wird.

    Wieso? Heißen die Gläser mittlerweile anders? LuxVario? :D

    Die ärztliche Zwangsfortbildung ist miserabel geregelt. Und man muss den Ärzten vorwerfen, dass sie sich nicht fortbilden, wenn sie nicht dazu gezwungen werden. Aber: Ein Augenarzt muss die Fortschritte in der Glastechnik nicht im Detail kennen. Dafür hat er den Fachmann: den Optiker.

    Das "unverbindliche Rezept" ist auch in meinen Augen ein Ärgernis.

    RIESENthema...er hat (wie immer) kurz gesagt ein Recht auf angemessen medizinische Betreuung nach dem WANZ-Prinzip.
    Er könnte klagen, würde aber scheitern. Die Krankenkasse würde sagen, dass der Sicherstellungsauftrag der KV übergeben sei. Die Beitragshöhe wäre substantiiert nachzuvollziehen, seit diesem Jahr ja außerdem noch gesetzlich festgelegt. Und die KV würde sagen, dass die Versorgung gewährleistet sei. Der Arzt würde sagen, dass er korrekt nach dem WANZ-Prinzip gearbeitet hätte.

    Der Vergleich mit dem P-Patienten greift auch zu kurz, denn dieser zahlt mit fortschreitendem Alter immer höhere Beuträge, während das beim Kassenpatienten nicht der Fall ist. Man muss mal die Beiträge eines 75-Jährigen GKV-Rentners mit denen eines 75-Jährigen P-Rentners vergleichen, dann schlackern einem die Ohren!

    Die gesamte Fragestellung ist eher sozialrechtlich und extrem umfangreich. Ich persönlich weiß auch nicht, ob die Sache nicht schon vielfach durchgeklagt wurde. Da müsstest Du mal bei einem Fachanwalt für Sozialrecht nachfragen.

    Ist nicht richtig. Es gibt im Gesundheitswesen massive Gewinner. Allein die Verwaltungskosten der Krankenkasse, die meines Wissens 10 Milliarden Euro übersteigen, sprechen Bände. Denen aber Verschwendung nachzuweisen dürfte ein Ding der Unmöglichkeit sein, weil die Schotten sofort hochgehen und tausende Bilanztricks das Bild verschleiern.
    Irgendwie bin ich da Pessimist. Aber wiederum: frag einen Sozialrechtler.
     
Ähnliche Themen:
Titel Forum Datum
Vertragsverhältnis Arzt - Patient - med. Labor Arztrecht 18. April 2014
DGMP-Fortbildung "Arzt-Patient-Kommunikation" Nachrichten: Wissenschaft 30. Januar 2013
Arzt und Patient als Partner Nachrichten: Wissenschaft 8. April 2009
"Patient und Arzt als Team" Nachrichten: Wissenschaft 21. März 2006
"Patient und Arzt als Team" Nachrichten: Wissenschaft 14. März 2006

© 2003-2017 JuraForum.de — Alle Rechte vorbehalten. Keine Vervielfältigung, Verbreitung oder Nutzung für kommerzielle Zwecke.


Sitemap | Kontakt | Datenschutz | AGB | Impressum