Pauschalreise: Flug um 8 Stunden verlegt

Dieses Thema "ᐅ Pauschalreise: Flug um 8 Stunden verlegt - Reiserecht" im Forum "Reiserecht" wurde erstellt von mav82, 30. Juni 2014.

  1. mav82

    mav82 Boardneuling 30.06.2014, 21:31

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    Pauschalreise: Flug um 8 Stunden verlegt

    Hallo Community,

    Angenommen Familie X bucht im Dezember eine Pauschalreise über 12 Tagen. Durch die frühe Buchung sind massig top Flugzeiten vorhanden, sodass die Familie X sich für einen Hinflug um 05:50 (Ankunft um 10:00 Uhr) und Rückflug um 19:00 Uhr.

    Der Urlaub findet im August statt. Letzte Woche erhält die Familie das der Hinflug

    a) mit einer anderen Fluggesellschaft und
    b) von 05:50 auf 14:00 Uhr verschiebt (über 8 Stunden)

    Hat die Familie X hier irgendwelche Möglichkeiten etwas geltend zu machen? Eine RSV ist vorhanden. (Allerdings 150€ SB).

    Vielen Dank im Voraus

    Grüße Mav
     
  2. klausschlesinge

    klausschlesinge V.I.P. 01.07.2014, 11:46

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    AW: Pauschalreise: Flug um 8 Stunden verlegt

    Zunächst ist zu prüfen, ob dem Kunden Ausgleichszahlungen gem. der VO (EG) 261/2004 (der sogen. 'Fluggastrechteverordnung') zustehen. Dies ist nicht der Fall, da die Flugzeitenänderung mehr als zwei Wochen vor Abflug bekanntgegeben wird (vgl. § 5 Abs. 1 Buchs. c) Punkt i)).

    Zischenergebnis: Der Kunde hat keinen Anspruch auf eine Ausgleichsleistung.

    '...Fluggesellschaften dürfen die in der Buchung angegebenen Flugzeiten nicht ohne triftigen Grund ändern. Klauseln im Kleingedruckten, nach denen die Flugzeiten unverbindlich sind, benachteiligen den Kunden unangemessen und sind unwirksam. Das haben die Oberlandesgerichte Celle und Frankfurt am Main nach Klagen des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) gegen TUI Deutschland und British Airways entschieden – und damit bahnbrechende Urteile für Flugreisende gesprochen.

    Die Urteile betreffen ein verbreitetes Ärgernis. Der Kunde bucht eine Flugreise, doch kurz vor Reisebeginn wird sein Flug verschoben. Statt wie gebucht am Nachmittag hebt die Maschine schon um sechs Uhr früh oder erst in den späten Abendstunden ab. Die Folgen: Der Kunde muss umplanen und schon gebuchte Anschlussflüge stornieren. Oft entstehen zusätzliche Taxi- oder Hotelkosten. Mitunter geht ein voller Urlaubstag drauf.

    Wenn der Fluggast daraufhin reklamiert, verweisen einige ... Fluggesellschaften auf ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Danach sind die bei der Buchung angegebenen Flugzeiten völlig unverbindlich. ... In den Bedingungen von British Airways stand, es könne „erforderlich“ sein, die planmäßige Abflugzeit nach Aushändigung des Flugscheins zu ändern.

    Die Richter stellten klar: Flugzeiten sind fester Vertragsbestandteil und keineswegs unverbindlich. Ein Unternehmen darf sich lediglich Änderungen aus triftigem Grund vorbehalten, die für den Kunden zumutbar sind. Deshalb sind Klauseln unwirksam, die eine Flugverlegung ermöglichen, nur weil es für den Veranstalter oder die Fluggesellschaft kostengünstiger ist. Das Oberlandesgericht Celle sieht in seinem TUI-Urteil eine „bahnbrechende Entscheidung“, die künftig die Reiseplanung von Fluggästen wesentlich erleichtern wird. Zuvor hatte bereits das Kammergericht Berlin eine ähnliche Klausel des Billigfliegers easyJet verboten.

    Bisher ist nur das Urteil gegen easyJet rechtskräftig. TUI hat zwischenzeitlich Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt. „Sollte auch dieses Urteil in letzter Instanz Bestand haben und das Urteil des OLG Frankfurt rechtskräftig werden, werden es Reisende in Zukunft leichter haben“, so Kerstin Hoppe, Rechtsexpertin im vzbv. Im Falle einer Änderung der Flugzeiten können Verbraucher ihre Rechte besser durchsetzen. Vor allem aber dürfte die Zahl der verschobenen Flüge deutlich abnehmen.

    OLG Celle vom 7. 02.2013, Az. 11 U 82/12 (TUI)
    OLG Frankfurt/Main vom 28.02.2013, Az. 16 U 86/12 (British Airways)
    KG Berlin vom 18.01.2012, Az. 36 U 166/11 (easyJet)' Quelle: http://www.vzbv.de/11275.htm

    Der Wechsel der Fluggesellschaft stellt keinen schadenersatzpflichtigen oder preismindeurngswirkenden Mangel dar, es sei denn eine bestimmte Fluggesellschaft wurde ausdrücklich zugesichert oder der Transport erfolgt jetzt mit einer Fluggesellschaft, die auf der 'Schwarzen Liste' steht.

    Ergebnis: Wegen der Flugzeitenverlegung stehen dem Kunden möglicherweise Schadenersatzansprüche zu. Allerdings muß er seinen konkreten Schaden darlegen und beziffern. Dabei ist zu berpücksichtigen, daß bei einer Pauschalreise der erste Urlaubstag grundsätzlich der Anreise dient. Als Schadenersatz kämen hier bspw. in Frage: Der Kunde hat schon ein Beförderungsmittel zum ursprünglich geplanten Abflug gebucht, kann dieses aber nicht mehr stornieren und muß jetzt ein anderes Beförderungsmittel wählen und bezahlen.
    Zuletzt bearbeitet: 1. Juli 2014
     
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