Minderjähriges Kind, verminderter Unterhalt vs. Einkommen für Freiwilliges Soziales Jahr

Dieses Thema "ᐅ Minderjähriges Kind, verminderter Unterhalt vs. Einkommen für Freiwilliges Soziales Jahr - Familienrecht" im Forum "Familienrecht" wurde erstellt von 47880, 12. Juli 2018.

  1. 47880

    47880 V.I.P. 12.07.2018, 11:27

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    Minderjähriges Kind, verminderter Unterhalt vs. Einkommen für Freiwilliges Soziales Jahr

    Nehmen wir folgende Situation an:
    • Eine Frau und ein Mann waren verheiratet, haben zwei minderjährige Kinder zusammen.
    • Frau ist neu verheiratet, Kinder leben bei der Mutter und ihrem neuen Mann
    • Der Kindsvater zahlt pro Kind 150 EUR verminderten Unterhalt + pro Monat 100 EUR für Unterhaltsschulden.
    • Das ältere Kind ist 16 Jahre, hat auf einer Gesamtschule in NRW einen Hauptschulabschluss nach der 9ten Klasse und möchte jetzt ein freiwilliges soziales Jahr absolvieren. Danach möchte er seine Schullaufbahn an einem Berufskolleg fortsetzen.
    • Für das FSJ bekommt der 16jährige eine monatliche Vergütung von 380 EUR und ab dem 3ten Monat 400 EUR.
    Jetzt ist der Kindsvater auf die Idee gekommen, dass er in diesem Jahr den Unterhalt einstellen möchte, da der 16jährige ja eigenes Einkommen hat.

    Fragen:
    Ist dies möglich? Könnte der Kindsvater damit durchkommen und seine Unterhaltszahlungen während des FSJs einstellen oder reduzieren?
     
  2. quiddje

    quiddje V.I.P. 12.07.2018, 12:30

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    AW: Minderjähriges Kind, verminderter Unterhalt vs. Einkommen für Freiwilliges Soziales Jahr

    In dieser Konstellation gegen den Willen der Mutter sicherlich nicht.
    Es wäre übrigens zu klären, warum nur ein derart stark verminderter Unterhalt gezahlt wird. Das liegt jedenfalls deutlich unter dem Mindestbetrag.

    Aber unabhängig davon:
    Maximal würde bei dem einen Kind (das ja noch minderjährig ist) die Hälfte des Einkommens angerechnet werden. Dann aber mindestens auf den Mindestunterhalt, der bei Sechzehnjährigen 491€ beträgt.
    Ziehen wir davon das hälftige Kindergeld ab, bleiben rund 395€. Selbst wenn wir jetzt die Hälfte des Einkommens abziehen, bleibt noch ein Zahlbetrag von knapp 200€ übrig, so viel zahlt der Vater im Beispiel ja nicht mal!

    Gehen wir noch weiter und ziehen den ganzen Betrag ab (was bei Minderjährigen wie gesagt nicht so gehandhabt wird), dann könnte der Vater aber wenigstens beim anderen Kind mal etwas näher an den Mindestunterhalt zahlen!
     
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  3. 47880

    47880 V.I.P. 12.07.2018, 16:47

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    AW: Minderjähriges Kind, verminderter Unterhalt vs. Einkommen für Freiwilliges Soziales Jahr

    Vielen Dank für die Antwort, das wird die fiktive Mutter sicherlich etwas beruhigen!

    lange Geschichte! Kurzversion:
    Der Kindsvater hat lange nichts gezahlt. Dann nur sporadisch. Ging über Anwälte, letztendlich bis zum Amtsgericht. Einkommen vom Vater war nicht wirklich ermittelbar, da er regelmäßig die Jobs gewechselt hatte (LKW Fahrer). Oft mit komischen Begründungen (Firma angeblich insolvent – die gibt es heute noch). Laut einem Arbeitsvertrag den er vorgelegt hatte, hatte er ungewöhnlich wenig verdient für einen LKW Fahrer. Auch das Gehalt zwei Mal im Monat ausgezahlt bekommen. Der Verdacht, dass er einen Teil „schwarz“ bekommt liegt zwar nahe (hatte früher schon einige krumme Geschäfte gemacht), lässt sich aber nicht beweisen. Komischerweise hatte er aber Anschaffungen wie ein Motorrad und ist laut Facebookbeiträgen auf Motorradtreffen gewesen – angeblich hatte er das Motorrad von einem Freund geliehen bekommen. Eine seiner Exfreundinnen hat aber bestätigt, dass es sein gewesen sei. Eine Zeit lang hatte er auch eine recht teure Wohnung. Auch fährt er immer wieder in den Urlaub – was ihm angeblich immer die Freundin bezahlt / einlädt. Etc. pp. …was will man machen, wenn man nichts davon beweisen kann…

    Der Richter hat dann den Vorschlag gemacht, dass er pro Kind 150 EUR zahlt + 100 EUR um die Unterhaltsschulden abzuzahlen. Der Richter meinte zwar, dass die Mutter in der nächsten Instanz sicherlich Recht für höheren Unterhalt bekommen würde, aber was ihr das nützen würde, wenn der Kindsvater diesen nicht zahlt. Die Anwältin des Kindsvaters hatte indirekt auch angedeutet, dass wenn die Kindsmutter das Angebot nicht annimmt, er vermutlich wieder arbeitslos werden würde und sie dann gar nichts hätte.

    Die Kindsmutter war diese ewigen Anwaltstermine, Briefe, Streitereien, Gerichtstermine leid. Daher hatte sie sich auf diesen Deal eingelassen.
     
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