Maklerprovision wenn Käufer bereits Mieter der Immobilie ist?

Dieses Thema "ᐅ Maklerprovision wenn Käufer bereits Mieter der Immobilie ist? - Aktuelle juristische Diskussionen und Themen" im Forum "Aktuelle juristische Diskussionen und Themen" wurde erstellt von Venux28, 5. September 2015.

  1. Venux28

    Venux28 Neues Mitglied 05.09.2015, 14:00

    Registriert seit:
    5. September 2015
    Beiträge:
    2
    Zustimmungen:
    0
    Punkte für Erfolge:
    1
    Renommee:
    10
    Keine Wertung, Venux28 hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, Venux28 hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, Venux28 hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, Venux28 hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, Venux28 hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, Venux28 hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, Venux28 hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, Venux28 hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, Venux28 hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, Venux28 hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhalten
    Maklerprovision wenn Käufer bereits Mieter der Immobilie ist?

    Hallo zusammen,

    Weil mich diese Frage schon lange beschäftigt und ich im Internet nichts genaues dazu finde auser das Urteil:
    Landgericht Coburg, Urteil vom 05.04.2006
    - 13 O 717/05 -

    stell ich ich sie mal hier rein.

    Folgende Gedankengänge:

    Familie auf schneller Suche nach einer Immobilie da 2. Kind ansteht. Findet keine lukrative zum Kauf (Einfamilienhaus), nur eine passende zur Miete. Wird für diese Immobilie als Mieter genommen. Vermieter (Ein Geschwisterpaar) möchte Immobilie zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht verkaufen da frisch renoviert (zuerst für Eigenbedarf dann zu Vermietung als 2 Wohnungen und dann letzendlich zur Vermietung als Einfamilienhaus) und noch emotional daran gebunden ist (Ist das Elternhaus der Vermieter). Vermieter und Mieter einigen sich darauf zu einem späteren Zeitpunkt über einen Verkauf der Immobilie zu sprechen, im Mietvertrag wird Mieter das Vorkaufsrecht eingeräumt. (angemerkt sei dass Vermieter unrealistisch Wertvorstellungen der Immobilie hat).

    Nach zwei Jahren Mietverhältnis entscheidet sich der Vermieter auf drängen des Mieters einen Gutachter einzuschalten damit die Immobilie geschätzt wird und eine Verhandlungsbasis für den Immobilienverkauf zu grunde liegt.

    Das Gutachten wurde erstellt (viele Informationen für das Gutachten mussten seitens des Mieters besorgt werden (Grundrisse, Eintragungen auf der Stadt usw da der Vermieter dazu nicht in der Lage war/diese nicht besitzt). Während Gutachten erstellt wurde wurde von seitens Vermieter, Gutachter verbal bestätigt das im Falle eines Verkaufes keine Provision fällig sei.

    Nach Gespräch des Gutachters mit Vermieter wurde das Gutachten in Teilform dem Mieter vorgelegt und besprochen. Gutachten besagt das Haus im jetzigen Zustand Summe X wert ist (realistischer betrag) jedoch Summe Y aufgeschlagen wird (utopisch hoch = entspricht den Renovierungsinvestitionskosten vor Mietantritt). Somit entseht leztendlicher verkaufspreis (VP). Mieter gibt gegenangebot ab. Wird jedoch nicht zur Kenntnis genommen.

    Telefonat zwischen Vermieter und Mieter über eine Einigung über den VP bleibt ohne Erfolg.

    Ab diesem Zeitpunkt wird seitens des Vermieters der Gutachter als Markler bestellt und soll den öffentlichen Verkauf starten.

    Markler kommt zu Mieter um Aufnahmen zu machen um Expose zu erstellen, nimmt weiter Hausdaten auf und erstellt Energiebedarfsausweis. Will diesen jedoch nicht in Originalform/kopie an Mieter aushändigen. Auf direkter mehrmaliger Bitten seitens des Mieters an den Markler auf dem Laufenden gehalten zu werden reagiert der Markler nicht.

    Mieter möchte abwarten da Angebot und Nachfrage der Immobilie mit sicherheit den VP in eine "realistische" Richtung rücken wird.

    Immobilie wird im Internet und sonstigen Stellen öffentlich umworben (jedoch unerwähnt dass sie Vermietet ist und weitere diverse kleine Fehler in der Umrschreibung).

    Markler kontaktiert Mieter mit dem Anliegen, sich im Internet in diversen Portalen als Kaufinterresent zu melden und seine AGB´s sowie Marklerauftrag einzuwilligen um Expose zu sehen/weiterhin als Kaufinterresent gelistet zu sein.

    Vermieter verhällt sich stillschweigend.

    Nun meine Fragen:

    - Muss Mieter in die AGB´s / Vertrag einwilligen um Expose sehen zu können?
    - Falle dessen der Mieter willigt ein und es kommt später zu einem tatsächlichen Verkauf der Immobilie an den Mieter zu einem anderen VP als dem in der ersten Besprechung, muss dieser dann Provision zahlen an den Markler?
    - Wo und wann muss der Markler Kaufinterresenten mitteilen dass die Immobilie aktiv vermietet ist?


    Ich hoffe jemand an Ideen, anreize, verweise auf gesetztestexte. Denn ich habe bisher nicht viel passende Dinge zu dem Thema gefunden da Mietrecht, Maklerrecht und Immobilienrecht in diesem Fall sehr verworren sind. Konnte nur festellen dass Vorkaufsrecht für den Mieter hinfällig ist da es nicht Notariell/Grundbuch beglaubigt wurde.

    Zudem hat natürlich der Mieter laut Recht Anspruch auf den Energieausweis und könnte ihn einklagen/den Vermieter anzeigen. Aber welcher Mieter würde dies tun wenn er Kaufinterresse an der Immobilie seines Vermieters hat.

    Ich danke im vorraus und hoffe auf rege antwort.

    Venux28
     
  2. Klara.Fall

    Klara.Fall Star Mitglied 05.09.2015, 20:55

    Registriert seit:
    15. August 2015
    Beiträge:
    810
    Zustimmungen:
    154
    Punkte für Erfolge:
    43
    Renommee:
    159
    100% positive Bewertungen (810 Beiträge, 149 Bewertungen)100% positive Bewertungen (810 Beiträge, 149 Bewertungen)100% positive Bewertungen (810 Beiträge, 149 Bewertungen)100% positive Bewertungen (810 Beiträge, 149 Bewertungen)100% positive Bewertungen (810 Beiträge, 149 Bewertungen)100% positive Bewertungen (810 Beiträge, 149 Bewertungen)100% positive Bewertungen (810 Beiträge, 149 Bewertungen)100% positive Bewertungen (810 Beiträge, 149 Bewertungen)100% positive Bewertungen (810 Beiträge, 149 Bewertungen)100% positive Bewertungen (810 Beiträge, 149 Bewertungen)
    AW: Maklerprovision wenn Käufer bereits Mieter der Immobilie ist?

    Hallo,

    der Makler erhält seine Provision aus Vertrag bzw. § 652 BGB und zwar für die Vermittlung eines Käufers. Verkaufen tut immer der Eigentümer. Mir ist unklar warum der Mieter hier einen Makler braucht und nicht direkt mit dem Eigentümer = Vermieter spricht.

    ja, denn wenn das Expose ein Werk des Maklers ist, dann kann er auch entscheiden wem er es zugänglich machen möchte.
    Die Frage ist eher warum der Mieter das Expose sehen möchte, denn er kennt die Immobilie doch wohl besser als der Makler.

    Wenn ein Vermittlungsvertrag geschlossen wird dann wird die Provision fällig. Scheint mir aber unnötig und hat auch mit dem Preis nichts zu tun. Der Makler verhandelt nicht den Preis sondern stellt nur den Kontakt zwischen Käufer und Verkäufer her.

    Ich gehe mal davon aus, dass die Kaufinteressenten die Immobilie auch mal besichtigen wollen insofern wird der Punkt zwangsläufig irgendwann zum Thema werden. Grundsätzich ist der neue Eigentümer verpflichtet den Mietvertrag zu übernehmen §566 BGB, allerdings kann der neue Eigentümer natürlich wegen Eigenbedarf kündigen.
     
  3. Venux28

    Venux28 Neues Mitglied 07.09.2015, 13:42

    Registriert seit:
    5. September 2015
    Beiträge:
    2
    Zustimmungen:
    0
    Punkte für Erfolge:
    1
    Renommee:
    10
    Keine Wertung, Venux28 hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, Venux28 hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, Venux28 hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, Venux28 hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, Venux28 hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, Venux28 hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, Venux28 hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, Venux28 hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, Venux28 hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, Venux28 hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhalten
    AW: Maklerprovision wenn Käufer bereits Mieter der Immobilie ist?

    Der Markler wurde vom Vermieter bestellt und nicht vom Mieter um die Immobilie öffentlich zu umwerben.

    Der Mieter ist auf den Markler angewiesen da dieser sagt: "Willige in den Vertrag ein oder Sie werden nicht als Kaufinterresent gewertet". Der Vermieter an sich reagiert nicht, bzw verweist auf den Markler. Tut dies nicht aus boswillen sondern eher aus "bequemlichkeit/unwissenheit/doofheit"

    Das der Mieter das Expose nicht benötigt ist klar (es sei denn zur Überprüfung des Fotomaterials der Innenaufnahmen die ja in seine "Privatsphäre" eingreifen), zumal der Mieter viele Information beigetragen hat es so zu erstellen wie es ist. Dieses geht jedoch einher mit der Vertragseinwilligung und dem akzeptieren der AGB´s, so der Markler.

    Wie sollte sich denn der Mieter am besten verhalten. Gibt es Wege die Marklerprovision zu umgehen? Denn der Markler hat bereits 6 weiter Kaufinterresenten angekündigt und möchte nach seinem Urlaub Termine für Besichtigungen festlegen. Niemandem soll der Lohn für seine Arbeit genommen werden. Aber in dieser Situation hat "subjektiv in meinen Augen gesehen" der Marktler kein Anrecht auf Provision.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Venux28
     
  4. Klara.Fall

    Klara.Fall Star Mitglied 07.09.2015, 14:36

    Registriert seit:
    15. August 2015
    Beiträge:
    810
    Zustimmungen:
    154
    Punkte für Erfolge:
    43
    Renommee:
    159
    100% positive Bewertungen (810 Beiträge, 149 Bewertungen)100% positive Bewertungen (810 Beiträge, 149 Bewertungen)100% positive Bewertungen (810 Beiträge, 149 Bewertungen)100% positive Bewertungen (810 Beiträge, 149 Bewertungen)100% positive Bewertungen (810 Beiträge, 149 Bewertungen)100% positive Bewertungen (810 Beiträge, 149 Bewertungen)100% positive Bewertungen (810 Beiträge, 149 Bewertungen)100% positive Bewertungen (810 Beiträge, 149 Bewertungen)100% positive Bewertungen (810 Beiträge, 149 Bewertungen)100% positive Bewertungen (810 Beiträge, 149 Bewertungen)
    AW: Maklerprovision wenn Käufer bereits Mieter der Immobilie ist?

    Was sagt denn der Vertrag zur Übernahme der Maklerprovision?

    Wenn der Vertrag eine Vereinbarung zur Provisiionsübernahme enthält und unterschrieben ist, dann wird es schwer den Provisionsanspruch nachträglich zu Fall zu bringen. Es gibt zwar die sog. "Vorkenntnis", aber wie eine eventuelle gerichtliche Entscheidung dann ausgehen wird ist unklar. Wer sich an die Vorgaben des OLG Celle hält hat vermutlich bessere Karten (siehe unten) dann ist aber noch fraglich ob nicht der Verkäufer für die Courtageforderung einzustehen hat.

    --------------------------------
    Dem Maklerkunden, der Vorkenntnis besitzt und sich lediglich deshalb an den Makler wendet, weil der Verkäufer es so wünscht oder/und weil der Makler bestimmte Unterlagen oder den Hausschlüssel hat, obliegt es, die Gründe, weshalb er sich an den Makler wendet, sogleich deutlich zu machen, insbesondere auf seine Vorkenntnis hinzuweisen und tunlichst auch der Provisionsforderung zu widersprechen, um die Wertung seines Verhaltens als Provisionszusage auszuschließen.

    OLG Celle, Urteil vom 17-11-1994 - 11 U 4/94
    ------------------------------------

    Wenn der Verkäufer sich weigert den Mieter als Kaufinteressenten zu berücksichtigen kann mal ihn wohl nicht dazu zwingen. Möglicherweise hält der Verkäufer seine unrealistische Kaufpreisforderung eben doch für realistisch, was anhand von 6 Kaufinteressenten (!) auch gar nicht so abwegig zu sein scheint.
     

© 2003-2018 JuraForum.de — Alle Rechte vorbehalten. Keine Vervielfältigung, Verbreitung oder Nutzung für kommerzielle Zwecke.


Sitemap | Kontakt | Datenschutz | AGB | Impressum