Jugendgerichtsbarkeit - Ergreifung im Erwachsenenalter

Dieses Thema "ᐅ Jugendgerichtsbarkeit - Ergreifung im Erwachsenenalter - Strafrecht / Strafprozeßrecht" im Forum "Strafrecht / Strafprozeßrecht" wurde erstellt von DanieLex, 21. November 2005.

  1. DanieLex

    DanieLex Forum-Interessierte(r) 21.11.2005, 16:09

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    Jugendgerichtsbarkeit - Ergreifung im Erwachsenenalter

    Mich würde folgendes interessieren:

    Jemand begeht als Jugendlicher oder Heranwachsender ein schweres Delikt, nehmen wir einmal an einen versuchten Mord, der Fall bleibt aber aus Sicht der Ermittlungsbehörden ungeklärt. Nach 30 Jahren wird die Identität des Täters ermittelt.

    1. Nehmen wir an der Täter die zur Tatzeit Jugendlicher gewesen, inzwischen ist er also etwa mitte 40. Aus dem Alter des Täters zum Zeitpunkt der Tat ergibt sich die Zuständigkeit der Jugendgerichtsbarkeit. Aufgrund der Schwere Tat wird der Täter vor der hierfür Zuständigen Jugendkammer zu einer Jugendstrafe (Freiheitsstrafe) verurteilt.

    Nach §85 Abs. 6 JGG ordnet der Vollstreckungsleiter (i.a. der Jugrendrichter) die Vollstreckung einer nach den Vorschriften des Strafvollzugs für Erwachsene vollzogenen Jugendstrafe an, einer Form des Strafvollzugs also, die im Gegensatz zum Erziehungsgedanken des Jugendstrafvollzugs den Strafaspekt in den Vordergrund stellt. Folglich erleidet der Täter eine härtere Strafe weil er sich erst nach 30 Jahren und nicht sofort hat erwischen lassen. Und dies wo er möglicherweise 30 Jahre lang unbescholten blieb, sich sozial integriert hat. Normalerweise sollte man denken daß die Strafnotwendigkeit mit der zeitlichen Distanz zur Tat eher abnimmt und nicht zunimmt.

    2. Nehmen wir an der Täter sei zur Tatzeit Heranwachsender gewesen. Die Zuständigkeit fällt in den Bereich der Jugendgerichtsbarkeit, falls bei dem Heranwachsenden zum Tatzeitpunkt eine Reifeverzögerung iSv § 105 Abs. 1 Nr. 1 vorlag. Nach 30 Jahren läßt sich aber nichts merh über den die sittlliche und geistige Entwicklung des Täters zum Tatzeitpunkt aussagen. Erleidet auch hier der Täter wegen seiner späten Ergreifung Nachteile und wird generell nach Erwachsenenstrafrecht beurteilt?
     
  2. JHS

    JHS V.I.P. 21.11.2005, 17:32

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    AW: Jugendgerichtsbarkeit - Ergreifung im Erwachsenenalter

    Ist ja letztlich sein Problem. Hätte er die Tat noch im Jugendalter gestanden, wäre er in den Jugendvollzug gegangen.

    Und was die "härtere Vollzugsform" angeht, sollten Sie sich nicht täuschen. Ich kann da zwar nur für Niedersachsen reden, aber dort würden sich eine Menge volljährige, dennoch noch junge Gefangene wünschen in einer JVA des Erwachsenenvollzuges zu sitzen, anstatt in der geschlossenen Jugendanstalt Hameln-Tündern. Die Praxis ist nicht immer so, wie die Theorie es vorsieht.

    Und mit Mitte 40 noch in den Jugendvollzug zu wollen, ist ja auch recht utopisch.

    Auszug aus § 85, Abs. 6 JGG:

    Für einen Mitte 40jährigen, ist der Erziehungsgedanke des JGG sicherlich nicht mehr maßgebend, da die Erziehung mit Mitte 40 längst abgeschlossen ist (zumindest sein sollte ;) )

    Nein, auch hier gilt "in dubio pro reo". Ist im Zweifel nicht auszuschliessen, daß seinerzeit Jugendrecht anzuwenden gewesen wäre, wird Jugendrecht angewendet.
     
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