Gewährleistungspflicht bei nach 10 Monaten defektem Sofa

Dieses Thema "ᐅ Gewährleistungspflicht bei nach 10 Monaten defektem Sofa - Kaufrecht / Leasingrecht" im Forum "Kaufrecht / Leasingrecht" wurde erstellt von Merlin2016, 1. Mai 2018.

  1. Merlin2016

    Merlin2016 Neues Mitglied 01.05.2018, 17:59

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    Gewährleistungspflicht bei nach 10 Monaten defektem Sofa

    Hallo zusammen,
    wie sieht folgender fiktiver Fall aus:
    Frau R. kauft bei Möbelwunder eine "Wohnlandschaft", sprich Sofa mit angebauter Ottomane. Datum des Kaufvertrags 31.3.17, Lieferdatum 6.6. 17, allerdings unvollständig - es fehlten 2 Kissen, die am 17.8.17 nachgeliefert wurden - erst dann wurde auch der vollständige Kaufpreis beglichen.
    Ende April 18 stützt sich jemand auf die hölzerne, aber in gleicher Art wie das Sofa bezogene und auf gleicher Höhe befindliche Seitenwand der Ottomane von Frau R. Es ertönt ein hässliches Geräusch und unter der Bespannung ist ein etwa faustgroßer Hohlraum ertastbar.
    Unfachmännische Diagnose: Hier wurde bei der Verarbeitung gespart und in geradezu fahrlässiger Weise der Beschädigung Vorschub geleistet - denn nach allgemeiner Lebenserfahrung verweilen die Gäste ja in geselliger Runde nicht auf dem gepolsterten Sofateil, sondern geraten auch einmal, z.B. beim Abstützen während des Aufstehens, auf den Befestigungsrahmen, der auch etwa handbreit ist, beim Abstützen aber anders als die Ottomane nicht nachgibt und also auch zum Aufstützen unter teilweiser Belastung durch das Körpergewicht einlädt. Der Holzrhmen müsste sowas also "abkönnen" und nicht gleich "einkrachen". Aber da wurde wohl beim verbauten Sperrholz zuviel gespart..
    Eine Inspektion des Kaufvertrags ergab keine Zusicherungen irgendwelcher weitergehender Kundenrechte, so dass also wohl BGB gelten dürfte. Mithin würde Frau R.aufgrund des Verstreichens der 6-Monate-Frist die Beweispflicht obliegen, dass hier ein Material- oder Verarbeitungsfehler vorliegt, für den Möbelwunder zu haften hat.
    Fragen:
    1. Welche rechtlichen Schritte wären der Frau R. zu empfehlen, falls sich Möbelwunder der obigen Argumentation verschliesst?
    2. Genügt für den Fall einer gerichtlichen Klärung obiger Appell an den gesunden Menschenverstand hinsichtlich der Schadensverursachung oder ist eine kostenpflichtige Begutachtung erforderlich?
    Als wenig streitfreudige Person verfügt unsere fiktive Frau R. nämlich nicht über eine Rechtsschutzversicherung -und der Abschluss einer solchen würde ihr ja nun vermutlich im fiktiven obigen Fall auch nicht mehr helfen..
    Schönen Dank für Eure Einschätzung und einen sonnigen Rest-Feiertag!
     
  2. Kataster

    Kataster V.I.P. 01.05.2018, 19:49

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    AW: Gewährleistungspflicht bei nach 10 Monaten defektem Sofa

    Das ist immer so, wenn AGB etwas nicht oder nicht hinreichend regeln und das BGB steht höher als die AGB, in den AGB ist also nichts wirksam, was dem BGB widerspricht.

    Genau.

    Das Billigste wäre ein Termin bei der Verbraucherzentrale.

    Ob der Mangel nun so richtig ist als Mangel und wie es vor Gericht weitergehen würde, das wissen wir hier nicht und auch nicht, ob der fiktive Gang zum Rechtsanwalt lohnen würde bzw. eine Klage.

    Das Gericht darf nicht nach GMV entscheiden, sondern muss nach Gesetz handeln und darf deshalb auch gar nicht selber begutachten, sondern die Klägerin muss einen gerichtlich anerkannten Gutachter hinzuziehen.

    Klingt bürokratisch, aber man stelle sich vor, Richter sollten Sofas und ihre Mängel begutachten - geht gar nicht. Ein Teil mag es sogar können - aber wer weiß das schon vorher?!

    Richtig.

    Danke des guten Wunsches - hier in HH war es absolutes Putzwetter. Bloß nicht raus.

    Nach dem Termin Verbrauchzentrale sollte man zumindest schlauer sein.

    Dann geht es um Geld, Zeit und Aufwand, den man nicht ersetzt bekommt.

    Wie hoch war der Kaufpreis? Gefällt einem das Teil? Könnte man es reparieren oder reparieren lassen, so dass es nach einer Verstärkung wunschgerecht wäre? Das wird das Möbelwunderland nämlich nicht liefern. Gerichtlich durchsetzen könnte man eine Minderung des Kaufpreises - oft wenig befriedigend. Oder einen Rücktritt vom Kaufvertrag. Dann hat man das Geld und kein Sofa. Bei Küchen mag das Möbelwunderland einen Zauberer schicken, der alles wieder gut macht - das halte ich beim Sofa für nicht möglich.

    Die Verfahrenskosten kann man nur abwälzen, wenn man obsiegt. Im ungünstigen Falle bleibt man also auf den Kosten oder auf dem Boden sitzen.

    Ich persönlich würde mir die Konstruktion mal ansehen und ggf. reparieren und verstärken. Oder mir den Betrag anschauen und entscheiden, ob es den Rechtsstreit wert ist.
     
  3. Nordisch

    Nordisch V.I.P. 02.05.2018, 14:23

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    AW: Gewährleistungspflicht bei nach 10 Monaten defektem Sofa

    Das stimmt nicht. Du hast §307 II Nr. 1 im Kopf - dabei geht es aber nur darum, dass die AGB mit wesentlichen Grundgedanken der gesetzlichen Regelung nicht vereinbar sind. Ansonsten sind Abweichungen vom BGB durch AGB selbstverständlich möglich.
     

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