Flug annulliert, schlechte Plätze in der Ersatzverbindung trotz Reservierung

Dieses Thema "ᐅ Flug annulliert, schlechte Plätze in der Ersatzverbindung trotz Reservierung - Aktuelle juristische Diskussionen und Themen" im Forum "Aktuelle juristische Diskussionen und Themen" wurde erstellt von Timo171, 24. Februar 2017.

  1. Timo171

    Timo171 Neues Mitglied 24.02.2017, 08:59

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    Flug annulliert, schlechte Plätze in der Ersatzverbindung trotz Reservierung

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    angenommen ein Flug wird aufgrund eines Unfalls auf einer Landebahn annulliert (andere Bahnen sind noch in Benutzung, Flugzeuge können also noch starten sowie landen).
    Der Reisende muss daraufhin bis zum nächsten Tag warten, um eine Ersatzverbindung wahrzunehmen und verliert folglich einen Tag seines Aufenthaltes (ausgegangen wird von einem Preis von etwa 120€/Nacht für das Hotel).

    Außerdem hat er für 40€ Sitze reserviert, die er nun nicht in Anspruch nehmen konnte.

    Bei der Ersatzverbindung funktioniert auf Verschulden der Fluggesellschaft weder ein online Check-in, noch einer am Ausgangsflughafen, sodass erst im Transitflughafen eingecheckt werden kann. Aufgrund dessen bekommt der Passagier nur noch schlechte Sitze und verlangt ein Upgrade von der Fluggesellschaft, welches ihm jedoch verwährt wird.

    Auf welchen Ersatz kann der Geschädigte nun Anspruch geltend machen?

    - Erstattung von Fahrtkosten vom Flughafen nach Hause und zurück (da der Flug annulliert wurde und er erneut am folgenden Tag ein Taxi wahrnehmen musste)
    - Erstattung von Verpflegung
    - Schadensersatz für den verkürzten Urlaub, den geringeren Komfort und die Strapazen die zustande kamen
    - Erstattung des Preises vom Hotel am verlorenen Tag
    - Erstattung der Reservierungskosten

    Vielen Dank für die Antworten!

    Mit freundlichen Grüßen,
    Timo171
     
  2. klausschlesinge

    klausschlesinge V.I.P. 24.02.2017, 09:38

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    AW: Flug annulliert, schlechte Plätze in der Ersatzverbindung trotz Reservierung

    Nachfragen: von wo nach wo sollte geflogen werden (auch Zwischenlandeziele angeben) und wo ereignete sich der Vorfall?
    Handelt es sich um eine europäische oder nichteuropäische Fluggesellschaft?
     
  3. Timo171

    Timo171 Neues Mitglied 24.02.2017, 09:44

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    AW: Flug annulliert, schlechte Plätze in der Ersatzverbindung trotz Reservierung

    Es sollte mit KLM von Nürnberg nach Amsterdam und von dort aus mit Airfrace nach Dubai geflogen werden.
    Gebucht wurden beide Flüge über KLM.
    Der Vorfall ereignete sich in Amsterdam und bestand aus einem Flugzeug, welches beim Landen ein Fahrwerk verlor.
    Zu diesem Zeitpunkt befand sich der Reisende am Flughafen Nürnberg und musste daraufhin wieder nach Hause fahren.
     
  4. klausschlesinge

    klausschlesinge V.I.P. 24.02.2017, 09:55

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    AW: Flug annulliert, schlechte Plätze in der Ersatzverbindung trotz Reservierung

    Zum Verständnis: Der Passagier befand sich also in Nürnberg. Aufgrund eines Vorfalls auf dem Flughafen in Amsterdam könnte das Flugzeug aus Amsterdam nicht kommen und den Passagier in Nürnberg nicht aufnehmen. Ist dies so richtig?
    Wenn das bisher so richtig ist, dann die Folgefrage: Verlor das Flugzeug, mit dem der Passagier von Nürnberg nach Amsterdam befordét werden sollte sein Fahrwerk oder verlor ein vollkommen anderes Fligzeug sein Fahrwerk, so daß eine der Landebahnen in Amsterdam gesperrt werden mußte?
    An welchem Datum ereignete sich der Vorfall in Amsterdam?
     
  5. Timo171

    Timo171 Neues Mitglied 24.02.2017, 10:01

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    AW: Flug annulliert, schlechte Plätze in der Ersatzverbindung trotz Reservierung

    Der Passagier befand sich in Nürnberg, am 23.2.2017 gegen 17 Uhr verlor eine fremde Maschine ihr Fahrwerk auf der Landebahn. Das Flugzeug, welches den Passagier nach Amsterdam hätte befördern sollten stand in Nürnberg bereit zum Abflug, wurde jedoch aufgrund der gesperrten Bahn annulliert.
    Das Verschulden kann meines Erachtens nicht auf Umwelteinflüsse zurückgeführt werden, da andere Flugzeuge von den anderen Bahnen des Flughafens in Amsterdam benutzten.
     
  6. Blacksoldier

    Blacksoldier V.I.P. 24.02.2017, 12:20

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    AW: Flug annulliert, schlechte Plätze in der Ersatzverbindung trotz Reservierung

    "Das Verschulden kann meines Erachtens nicht auf Umwelteinflüsse zurückgeführt werden, da andere Flugzeuge von den anderen Bahnen des Flughafens in Amsterdam benutzten."

    Wenn eine Landebahn gesperrt wird, ist die Leistung des Flughafens eingeschränkt. Die verbleibende Kapaztität muss genutzt werden um bereits in der Luft befindliche Flieger sicher landen zu lassen. Daher wird jeder Start in diese Richtung auch unterbunden um eben keinen zusätzlichen Stau zu erzeugen. Damit ist das Ereignis als höherer Gewalt einzustufen und nicht ersatzpflichtig denn die Gesellschaft hätte auch mit Ersatzmaschinen etc. keine Änderung des Zustands hervorrufen können.
     
  7. klausschlesinge

    klausschlesinge V.I.P. 24.02.2017, 14:44

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    AW: Flug annulliert, schlechte Plätze in der Ersatzverbindung trotz Reservierung

    Ich beurteile den Sachverhalt unter der Voraussetzung, daß es sich um eine Nur-Flug-Buchung gehandelt hat (im Gegensatz zu einer Pauschalreise, wo der Reisende andere Ansprüche gegen den Reiseveranstalter hätte).
    1.
    Grundsätzlich hätte der Passagier hier Anspruch auf eine verspätungs- und entfernungsabhängige Ausgleichsleistung über EUR 600,- gegen die Airline.
    Aber:
    Dieser Anspruch entdällt, wenn das Ludtfahrtuntenehmen nachweisen kann, daß die verspätete Ankunft am Endziel auf 'außergewöhnliche Umstände' zurückzuführen ist, was hier der Fall sein dürfte:
    'Art. 5 Abs. 5 der VO (EG) 261/2004 besagt: 'Ein ausführendes Luftfahrtunternehmen ist nicht verpflichtet, Ausgleichszahlungen gemäß Artikel 7 zu leisten, wenn es nachweisen kann, dass die Annullierung auf außergewöhnliche Umstände zurückgeht, die sich auch dann nicht hätten vermeiden lassen, wenn alle zumutbaren Maßnahmenergriffen worden wären.'

    Mit 'außergewöhnlichen Umständen' ist im Volksmund 'höhere Gewalt' gemeint, also eine Sachlage, die von dritter Seite bzw. von außen einwirkt und auf die die Vertragsparteien, nämlich das Luftfahrunternehmen und der Fluggast, keinen Einfluß haben und diese bei Vertragsabschluß auch nicht hätten voraussehen können. In diesen Fällen haben die Passagiere keinen Anspruch auf Zahlung einer Ausgleichsleistung (250,-/400,-/600,- €).
    ...
    Und was ist, wenn nur ein Teil der von einem Flughafen abgehenden Flüge aufgrund des Wetters annulliert werden muß (Bsp.: Größere zeitliche Abstände der Starts wegen dichten Nebels oder die Start- und Landebahnen werden im Wechsel vom Eis befreit)? - Auch dann wird dies als 'außergewöhnliche Umstände' gewertet, jedoch müssen alle Fluggesellschaften gleichermaßen betroffen sein!' Quelle: http://fluggastrecht.blogspot.de/2013/08/auergewohnliche-umstande.html

    2.
    Dennoch hat der Passagier einen Anspruch auf Betreuungs- und Unterstüzungsleistungen. Die gilt auch bei Vorliegen von 'außergewöhnlichen Umständen'!
    'Aus Art. 8 der VO (EG) 261/2004 ergibt sich der Anspruch auf sogen. Unterstützungsleistungen. Doch was ist dies? -
    Dies ist ein Anspruch des Fluggastes auf
    -Erstattung der Flugscheinkosten binnen sieben Tagen oder
    -einen Rückflug zum ersten Abflugort oder
    -anderweitige Beförderung zu seinem Endziel,
    und zwar nach Wahl des Fluggastes. -
    Wann entsteht dieser Anspruch? -
    Er entsteht im Falle der
    -Annulierung oder
    -Nichtbeförderung.
    Ferner entsteht dieser Anspruch bei Verspätung über fünf (!) Stunden.
    ...
    Ferner hat der Fluggast einen Anspruch auf Betreuungsleistungen. Diese sind in Art. 9 der Verordnung festgelegt.
    Dazu zählen angemsseneMahlzeiten und Erfrischungen, Beförderung zwischen dem Flughafen und dem Ort der Unterbringung, Möglichkeit, unentgeltlich zwei Telefongespräche zu führen oder zwei Faxe oder E-Mails zu versenden). Wann entsteht dieser Anspruch? - Es entsteht im Falle der Annulierung, der Nichtbeförderung und der 'großen' Verspätung (ab drei (!) Stunden).

    Zusätzlichen Anspruch auf Hotelunterbringung hat der Passagier gem. Art. 9 Abs. 1 Buchst. b) der VO (EG) 261/2004 dann, wenn
    — ein Aufenthalt von einer Nacht oder mehreren Nächten notwendig ist oder
    — ein Aufenthalt zusätzlich zu dem vom Fluggast beabsichtigten Aufenthalt notwendig ist.'
    Quelle: http://fluggastrecht.blogspot.de/2013/08/betreuung-und-unterstutzung.html

    Nach alledem sind hier
    -die Verpflegungskosten zu erstatten, sollten sie nicht von der Airline gewährt worden sein.
    -ferner Erstattung der Fahrkosten vom Airport nach Hause und zurück zum Airport, wenn keine Hotelunterbingung von der Airline gewährt worden sein sollte. Hierbei hat der Passagier eine Schadenminderungspflicht und hätte ggf. auf öffentliche Vekehrsmittel zurückgreifen können/müssen.

    Der Passagier hat keinen Anspruch auf Schadenersatz für verkürzten Urlaub keinen Anspruch und Errsattung der Hotelkosten am Urlaibsort für den verlorenen Tag, denn dies wäre durch Zahlung der Ausgleichsleistung als pauschalen Schadenersatz abgegolten worden, die hier allerdings aufgrund Vorliegen 'außergewöhnlicher Umstände' entfällt.

    Der Passagier hat ferner Anspruch der Erstattung der Genühr für die Reservierung besonderer Sitzplätze, denn diese Leistung wurde dem Passagier nicht gewährt.

    Schlussendlich muß gesagt werden, daß Airlines berechtigte Forderungen von Passagieren oft mit fadenscheinigen Gründen abwimmeln oder aussitzen.
    Sollte man mit der Airline keine einvernehmliche Lösung herbeiführen können, empfiehlt es sich, bevor man vor Gericht zieht, sich an 'Schlichtungsstelle für denöfdentlichen Personenverkehr e.V.' zu wenden. Die Vorteile gegenüber einem mit Prozeßkostenrisiko behaftetem Gerichtsverfahren:
    '-das Schlichtungsverfahren ist verjährungshemmend,
    -es entstehen nur die eigenen Kosten (Porto, Telefon usw.) und
    -keine der Parteien ist später verpflichtet, sich an einen Schlichtungsspruch zu halten.' Quelle: http://fluggastrecht.blogspot.de/2014/02/schlichtungsstelle-fur-den-offentlichen.html

    Sollte der Flug im Rahmen einer Pauschalreise durchgeführt worden sein, so bitte ich den Threadeinsteller, hier nochmal nachzuberichten.'
     
  8. Timo171

    Timo171 Neues Mitglied 10.03.2017, 15:50

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    AW: Flug annulliert, schlechte Plätze in der Ersatzverbindung trotz Reservierung

    Entschuldigung für das längere Aussetzen. Es gab Probleme mit dem Internet und ich war schwer beschäftigt.

    Erst einmal vielen Dank für die ausführliche Antwort!

    Es handelt sich um eine Pauschalreise, gebucht bei FTI über weg.de.

    Ich habe mich auch einmal informiert, ob es noch frühere Ersatzflüge gegeben hätte und bin fündig geworden. Gleich zwei Verbindungen über andere Flughäfen wären von Nürnberg aus gegangen, vor dem letztendlichen Ersatzflug. Ist die Fluggesellschaft nicht dazu verpflichtet, die schnellstmögliche Ersatzverbindung zu leisten? Wenn ja, würde bei einem Verfahren Beweislastumkehr zugunsten des Geschödigten gelten? Also dass die Fluggesellschaft beweisen muss, dass beide Flüge ausgebucht waren und die gewährte Ersatzverbindung die schnellstmögliche war?
     
  9. klausschlesinge

    klausschlesinge V.I.P. 10.03.2017, 20:35

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    AW: Flug annulliert, schlechte Plätze in der Ersatzverbindung trotz Reservierung

    1.
    Die Fluggesellschaft ist bei 'außergewöhnlichen Umständen' nur verpflichtet, alles mögliche zu unternehmen, um die Verspätung zu vermeiden, allerdings nicht dazu, diese so kurz wie möglich zu halten.
    2.
    Der Pauschalreisende ist in der komfortablen Lage zwei mögliche Anspruchsgegner zu haben: nämlich die -Airline und den -Reiseveranstalter. (Das vermittelnde (Online-)Reisebüro hat nur die Reise vermittelt und ist kein Anspruchsgegner des Pauschalreisenden.
    Allerdings:
    Der Pauschalreisende darf nicht doppelt kassieren. er muss zwischen Airline und Reiseveranstalter seinen Anspruchsgegner auswählen, dies geht aus dem BGH-Urteil X ZR 126/13 hervor.
    3.
    Durch die um einen Tag verspätete Anreise, die durch 'höhere Gewalt' bedingt war, war die Reise mangelhaft, dies heißt: 'mit Mängeln behaftet'.
    Im Falle einer mangelhaften Reise hat der Reisende die Möglichkeit nachträglich den Reisepreis zu minden. Dies gilt auch für Fälle, wo die Ursache für den Mangel in 'höherer Gewalt' liegt'
    Rechtsgrundlagen:
    651d BGB - Minderung
    (1) Ist die Reise im Sinne des § 651c Abs. 1 mangelhaft, so mindert sich für die Dauer des Mangels der Reisepreis nach Maßgabe des § 638 Abs. 3. § 638 Abs. 4 findet entsprechende Anwendung.
    (2) Die Minderung tritt nicht ein, soweit es der Reisende schuldhaft unterlässt, den Mangel anzuzeigen.

    Die Minderungsquote ist hier der anteilige Tagereisepreis. Bei einer 14tägigen Reise wäre die Minderungsquote also hier 1/14 des Gesamtreisepreises, da genau ein Tag verloren ging.
    Zu beachten ist die Ausschlußfrist von einem einem Monat:
    § 651g BGB - Ausschlussfrist, Verjährung
    (1) Ansprüche nach den §§ 651c bis 651f hat der Reisende innerhalb eines Monats nach der vertraglich vorgesehenen Beendigung der Reise gegenüber dem Reiseveranstalter geltend zu machen. § 174 ist nicht anzuwenden. Nach Ablauf der Frist kann der Reisende Ansprüche nur geltend machen, wenn er ohne Verschulden an der Einhaltung der Frist verhindert worden ist.
    (2) Ansprüche des Reisenden nach den §§ 651c bis 651f verjähren in zwei Jahren. Die Verjährung beginnt mit dem Tage, an dem die Reise dem Vertrag nach enden sollte.

    4.
    Schadenersatz wegen zusätzlicher Taxifahrten vom und zum Flughafen kann der Reisende nicht geltend machen, denn die Verspätung hat der Reiseveranstalter nicht zu verantworten, da die Ursache hier höhere Gewalt war.
    § 651f BGB - Schadensersatz
    (1) Der Reisende kann unbeschadet der Minderung oder der Kündigung Schadensersatz wegen Nichterfüllung verlangen, es sei denn, der Mangel der Reise beruht auf einem Umstand, den der Reiseveranstalter nicht zu vertreten hat.
    5.
    Die möglichen alternativen Ansprüche gegen die Airline habe ich bereits in meiner anderen Antwort zu diesem Thema dargestellt.
     
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