Fiktives Szenario zum Thema Computerbetrug

Dieses Thema "ᐅ Fiktives Szenario zum Thema Computerbetrug - Strafrecht / Strafprozeßrecht" im Forum "Strafrecht / Strafprozeßrecht" wurde erstellt von Fredi78, 12. Februar 2018.

  1. Fredi78

    Fredi78 Boardneuling 12.02.2018, 14:08

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    Fiktives Szenario zum Thema Computerbetrug

    Guten Tag werte Mitglieder,
    zur Zeit beschäftigt mich ein rein fiktives Szenario.


    Angenommen Person A hatte eine Hausdurchsuchung wegen Computerbetruges.
    Bei der Hausdurchsuchung wurden Beweissmittel gefunden die eventuell A überführen können. Bei der Hausdurchsuchung wurde As Handy beschlagnahmt in dem sich Chatverläufe mit Person B finden. In diesem Chatverlauf tauschten sich A und B über die von A begangenen Straftaten aus. Jedoch werden hier keine konkreten Informationen sprich Namen etc angegeben. B sei in diesem Fall As Mittäter.
    Nun zu den Fragen:
    1.Kann "nur" anhand des Chats B eine Straftat nachgewissen werden? Oder ist der Verlauf "nur" ein Anfangsverdacht auf dessen Grundlage gegen B ein Ermittlungsverfahren eröffnet werden kann. Auch gehen wir davon aus das es gegen B keine weiteren Beweisse gibt.
    2. Wenn in diesem Chat überweitere Straftaten geschrieben wurden und hier relativ konkret geschrieben wurde (bzw sie lassen sich einer bestimmten Straftat zuordnen) sonst aber keine weiteren Beweisse für solch eine Straftat vorliegen reicht dann ein einzelnes Chatprotokol für eine Verurteilung aus?
    3. Angenommen B war bei Tatzeitpunkt Minderjährig ist nun aber Volljährig gelten für ihn dann aber immer noch die selben Regelungen der U-Haft wie für Jugendliche.
    Stichwort: U-Haft vermeidung bei Jugendlichen

    Vielen Dank im Vorraus für eure Antworten :) Grüsse Fredi
    Zuletzt bearbeitet: 12. Februar 2018
     
  2. fernetpunker

    fernetpunker V.I.P. 12.02.2018, 18:35

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    AW: Fiktives Szenario zum Thema Computerbetrug

    1. Kann sein, kommt auf den Inhalt des "Chatverlaufs" an.
    2. Kommt drauf an, s. 1.
    3. Es kommt auf den Tatzeitpunkt an im Strafrecht, es käme also zwingend Jugendstrafrecht zur Anwendung, §§ 1, 105 JGG. Zur U-Haft kann ich nichts sagen.
     
  3. Fredi78

    Fredi78 Boardneuling 12.02.2018, 19:15

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    AW: Fiktives Szenario zum Thema Computerbetrug

    Vielen dank für die antwort.

    Die Frage die sich in diesem Szenario stellt ist ob ein Chatverlauf alleine Aussreicht um B zuverurteilen oder nicht.
    Muss für eine Verurteilung nicht etwas "Handfestes" vorliegen? Beispielsweisse ein Gegenstand oder Bildmaterial etc.
    B nur anhand eines Nachrichten verlaufes zuverurteilen wäre doch relativ wacklig von der Beweissführung her.
     
  4. fernetpunker

    fernetpunker V.I.P. 12.02.2018, 19:28

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    AW: Fiktives Szenario zum Thema Computerbetrug

    Der Richter muss zweifelsfrei von der Schuld des Beschuldigten überzeugt sein. Die Betroffenen aus dem "Chatverlauf" werden sicher vernommen werden. Außerdem sollen bei der Hausdurchsuchung "Beweismittel gefunden" worden sein. Aber was bei einem Prozess rauskommt, kann niemand vorhersagen. Es gibt kein starres Beweisrecht, dahingehend dass ein "Chatverlauf" nicht für eine Verurteilung reichen kann oder dergleichen.
     
    Phil79 gefällt das.
  5. Fredi78

    Fredi78 Boardneuling 12.02.2018, 20:14

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    AW: Fiktives Szenario zum Thema Computerbetrug

    Vielen Dank für die klarstellung :)

    Erweitert man das Szenario nun:
    Angenommen B ist zur Tatzeit Minderjährig gewessen (nun aber Volljährig) und wird in U-Haft genommen.
    1.Ist das überhaupt Verhältnissmässig wenn man annimmt das es um einen Computerbetrug mit einem Sachschaden im Mittleren einstelligen Tausenderbereich handelt?
    2.Wenn B in U-Haft kommt wird das Verfahren beschleunigt weil B zum Tatzeitpunkt Minderjährig war?
    3. Wenn man annimmt das durch den "Chatverlauf" alle Straftaten nachgewissen werden können und bei A und B keine Fluchtgefahr besteht droht dann den beiden immer noch die U-Haft.

    Vielen Dank im Vorraus schon für die Antworten :)
     
  6. Fredi78

    Fredi78 Boardneuling 14.02.2018, 09:41

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    AW: Fiktives Szenario zum Thema Computerbetrug

    Thema immer noch aktuell :)
     
  7. Phil79

    Phil79 V.I.P. 14.02.2018, 11:27

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    AW: Fiktives Szenario zum Thema Computerbetrug

    Und die Antwort von @fernetpunker immernoch zutreffend: Es handelt sich hierbei um Einzelfallfragen, die in einem Forum nicht (abschließend) beantwortbar sind.
     
  8. JHS

    JHS V.I.P. 14.02.2018, 15:27

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    1. Wenn ein Richter im konkreten Fall einen HB erlässt, sieht er das offenbar als verhältnismäßig an. Kommt ja auch ein wenig auf den Haftgrund an.

    2. Haftsachen sind immer "beschleunigt" zu behandeln (auch bei Erwachsenen)

    3. Es gibt noch mehr Haftgründe als Fluchtgefahr. Im Übrigen: Wie gehabt, Einzelfallentscheidung im konkreten Fall
     
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