Ersten Gabelflug nicht antreten

Dieses Thema "ᐅ Ersten Gabelflug nicht antreten - Reiserecht" im Forum "Reiserecht" wurde erstellt von aero89, 3. März 2016.

  1. aero89

    aero89 V.I.P. 03.03.2016, 18:30

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    Ersten Gabelflug nicht antreten

    A bucht einen Flug von A über B nach C. Nun zieht A noch vor dem Flug nach B um. Natürlich ergibt es keinen Sinn, zum Flugantritt extra nach A zu fahren, um im eigenen Wohnort umzusteigen.

    A fragt also beim Online-Reisebüro nach und erhält folgende Antwort:
    Ist das so korrekt? Macht es einen Unterschied, ob A direkt bei der Airline bucht oder über ein Reisebüro?
     
  2. klausschlesinge

    klausschlesinge V.I.P. 04.03.2016, 17:08

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    AW: Ersten Gabelflug nicht antreten

    Nachfragen an den Threadeinsteller:
    - Handelt es sich um eine deutsche oder europäische Fluggesellschaft? Welche Nationalität hat die Airline?
    - Wo wurde das Ticket erworben? In einem deutschen stationären Reisebüro, über ein deutsches Online-Reisebüro oder direkt bei der Airline? Welches war die Vertragssprache beim Buchen?
    - Falls bei der Airline online gebucht wurde: Wurde auf der deutschsprachigen Webseite der Airline gebucht?
    - In welche Sprache wurden dem Kunden die Airline-AGB bzw. Airline-Beförderungsbedingungen bekannt gegeben? - Beherrscht der Passagier diese Sprache? Wenn ja wie (bruchstückhaft, Anfänger-Level, geschäftsmäßig, Muttersprache?)
    - in welchen Ländern liegen A, B und C?

    Ich habe schon zwei Ideen, wie der Passagier erst ab B fliegen kann... dazu benötige ich jedoch die o.a. Angaben, ob dieses Recht auch wirklich zur Anwendung kommt.
     
  3. aero89

    aero89 V.I.P. 04.03.2016, 20:38

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    AW: Ersten Gabelflug nicht antreten

    1. deutsche Airline, Umstieg am dt. Flughafen
    2. deutsches Online-Reisebüro (so eines, wie die, die auch fiktive Kreditkarten mit anbieten ;) ) - keine Ahnung ob diese Vermittler als Reisebüro gelten?! Ich denke ja.
    3. in deutsch, darin steht z.B.:
    Von Beförderungsbedingungen war nie die Rede. Auch die Airline verweist bei o.g. Frage auf das Reisebüro.
    4. A+B in DE, C in China

    Die gesamte Kommunikation ist in deutscher Sprache.
     
  4. aero89

    aero89 V.I.P. 04.03.2016, 20:58

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    AW: Ersten Gabelflug nicht antreten

    Bei der Airline findet ich übrigens einige Beförderungsverweigerungsrechte - jedoch nichts vom "Gabelflug" zu finden.
     
  5. klausschlesinge

    klausschlesinge V.I.P. 04.03.2016, 21:52

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    AW: Ersten Gabelflug nicht antreten

    Vorweg:
    Kurz vorweg und eigentlich unbedeutend: Ein Gabelflug ist immer ein Flug von einem Abflughafen zu einem Zielflughafen und von einem anderen Flughafen wieder zurück zum ersten Abflughafen. Das haben wir im vorliegenden Sachverhalt nicht. Insofern haben wir hier keinen 'Gabelflug'. Dies spielt für die rechtliche Beurteilung des Sachverhalts allerdings keine Rolle.

    Im vorliegenden Sachverhalt haben wir einen Flug, bestehend aus mehreren Segmenten/Teilflügen (Flug von A nach B und Flug von B nach C), quasi ein One-Way-Ticket. Jedoch spielt diese Bezeichnung auch keine Rolle für die rechtliche Würdigung des Falles.

    Entscheidend für die Sacherhaltsbeurteilung ist, dass wir einen Flug bestehend aus zwei Teilflügen haben.

    Zur Problematik:
    In den Tarifbestimmungen bzw. Beförderungsbedingungen ist oft festgelegt, daß der Flugschein bzw. das Flugticket komplett in der Reihenfolge abzufliegen ist, ansonsten hat die Fluggesellschaft das Recht, nachträglich umzutarifieren. Bsp.: Gebucht wird ein Flug Amsterdam - Frankfurt- Rio de Janeiro und zurück. Dieses Ticket ist aufgrund des Tarifsystems der Airline preiswerter als das Ticket Frankfurt - Rio des Janeiro und zurück (mit der kürzeren Flugstrecke). Dies handhaben Airlins oft so, um sich neue Märkte zu erschliessen oder sich dem Preisgefüge eines Landes anzupassen. - Oder: Hin- und Rückflugtickets sind oft ca. 50 % preiswerter als ein One-Way-Ticket. Dies klingt zwar unlogisch, ist aber oft so in der Tarfistruktur der Airlines so festgelegt. Dies ist ähnlch wie beim Bäcker, wo die Tüte 'Sonntagsbrötchen' mit zehn Stück befüllt billiger sein kann als der Kauf von sieben Einzelbrötchen.

    Früher sagten die Airlines in ihren AGB -um ihre Tarifstruktur zu schützen-, daß es dem Passagier daher verboten sei, ein Flugsegment auszulassen oder das Ticket in anderer Reihenfolge abzufliegen. Durch zwei BGH-Urteile gegen 'British Airways' und gegen die deutsche 'Lufthansa' wurde die damalige Regelung jedoch 'gekippt':

    Jetzige Rechtslage:
    'Der Gläubiger (Passagier) ist grundsätzlich berechtigt, nur einen teilbaren Teil der ihm vertraglich zustehenden Gesamtleistung vom Schuldner (Airline) zu fordern, sofern dem nicht der Grundsatz von Treu und Glauben (§ 242 BGB) entgegensteht.' (Leitsatz aus BGH-Urteil v. 29. April 2010, Az.: Xa ZR 5/09).
    Dieses Urteil besagt lediglich, daß das Ticket nicht seine Gültigkeit verlieren darf, wenn es nicht komplett in der Reihenfolge abgeflogen wird. Es beschneidet jedoch nicht das Recht der Airlines, nachträglich in solchen Fällen umzutarifieren!

    So steht jetzt zum Beispiel in den AGB der deutschen 'Lufthansa' unter Pkt. 3.3.3 rechtskonform: 'Sofern Sie sich für einen Tarif entschieden haben, der die Einhaltung einer festen Flugscheinreihenfolge vorsieht, beachten Sie bitte: wird die Beförderung nicht auf allen oder nicht in der im Flugschein angegebenen Reihenfolge der einzelnen Teilstrecken bei ansonsten unveränderten Reisedaten angetreten, werden wir den Flugpreis entsprechend Ihrer geänderten Streckenführung nachkalkulieren. Dabei wird der Flugpreis ermittelt, den Sie in Ihrer Preisgruppe am Tag Ihrer Buchung für Ihre tatsächliche Streckenführung zu entrichten gehabt hätten. Dieser kann höher oder niedriger sein als der ursprünglich bezahlte Flugpreis. War die von Ihnen ursprünglich gebuchte Preisgruppe für die geänderte Streckenführung am Tag der Buchung nicht verfügbar, wird für die Nachkalkulation die günstigste verfügbar gewesene Preisgruppe für Ihre geänderte Streckenführung zugrunde gelegt.

    Sofern am Tag der Buchung für Ihre geänderte Streckenführung ein höherer Flugpreis zu entrichten gewesen wäre, werden wir unter Anrechnung des bereits gezahlten Flugpreises die Differenz nacherheben. Bitte beachten Sie, dass wir die Beförderung davon abhängig machen können, dass Sie den Differenzbetrag gezahlt haben
    .'

    Dies heißt, der Passagier des Fluges A-B-C darf auch in B erst zusteigen. Allerdings hat die Airline das Recht, wenn in den AGB so festgelegt, nachträglich umzutarifieren.

    Sollte dem Passagier der Zustieg in B verweigert werden stellt dies eine Nichtbeförderung dar und der Passagier kann Fluggastrechte gem. VO (EG) 261/2004, der sogen. 'Europ. Fluggastrechteverordnung' geltend machen (=Anspruch auf entfernungsabhänige Ausgleichszahlung, hier über EUR 600,- und Anspruch auf Ersatzflug).

    Mehr zum Hintergrund dieser ganzen Regelungen und des Urteils: Die damals verwendeten und durch den BGH verbotenen Klauseln dienten 'lediglich dem Schutz der Airline, daß deren Tarifsystem nicht durch sogen. 'Überkreuzbuchungen' unterlaufen werden. Hierzu: 'Hintergrund dieser Regelungen sind die komplexen Tarifstrukturen der Fluggesellschaften, die unter bestimmten Bedingungen besonders günstige Preise ermöglichen. So sind Flüge insbesondere dann relativ günstig, wenn zwischen Hin- und Rückflug mehrere Tage oder ein Wochenende liegen oder ein günstigerer Preis bei Zwischenlandungen vorgesehen wird. Aufgrund dieser Praxis sind sowohl Reisevermittler als auch Kunden dazu übergegangen, so genannte Überkreuzbuchungen durchzuführen, also zwei Hin- und Rückflüge unter Berücksichtigung eines Wochenendes zu buchen, aber nur die jeweiligen Hinflüge in Anspruch zu nehmen und die Rückflüge verfallen zu lassen.' Quelle: 'Legal Tribune# (http://www.lto.de/recht/hintergruen...gaeste-duerfen-teilstrecken-verfallen-lassen/ mit lesenswertem Kommentar zum o. a. BGH-Urteil!)
    Zuletzt bearbeitet: 5. März 2016
     
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  6. klausschlesinge

    klausschlesinge V.I.P. 04.03.2016, 22:05

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    AW: Ersten Gabelflug nicht antreten

    Nach der erfolgten Vermittlungstätigkeit, auch eines (Online)-Reisebüros, z. B., aus dem Barfußgäßchen aus Leipzig, ;) , besteht ein direkter Berförderungsvertrag zwischen der Airline und dem Passagier. Das Reisebüro hat danach nichts mehr mit der Vertragsausführung zu tun. Vor Abschluß der Buchung klickt man auch die Bestätigung der Airline-AGB bzw. Airline-Beförderungsbedinungen (beides bei den Airlines meist das gleiche / nur eine unterschiedliche Bezeichnung) an. Dadurch sind diese dem Kunden wirksam bekanntgegeben.
    Zuletzt bearbeitet: 5. März 2016
     
  7. aero89

    aero89 V.I.P. 05.03.2016, 00:11

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    AW: Ersten Gabelflug nicht antreten

    Da hast du natürlich Recht.

    Keineswegs!

    In den AGB ist jedoch nur vom Stornierungsrecht die Rede. Eine Umtarifung sei lt. Airline nicht möglich, da der Vertrag über ein Reisebüro abgeschlossen wurde. Auch mir leuchtet die Begründung nicht ein, da das Büro schließlich nur der Vermittler war.

    Wichtig ist in der Praxis natürlich: Wie geht man am Flughafen vor, wenn die Airline nichts davon wissen will? Denn:
    Sollte die Airline nichts davon wissen wollen (man weiß ja nie, telefonisch stellt sie sich ja bereits auch stur), mag ggf. gar kein Ersatzflug angeboten werden bis man das mal mit einem Anwalt durchgeboxt hat. Hast du da Erfahrungen? Heißt das o.g. Zitat Ersatzflug + 600€ richtig?
     
  8. klausschlesinge

    klausschlesinge V.I.P. 05.03.2016, 00:40

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    AW: Ersten Gabelflug nicht antreten

    'Gemäß dem Luftfahrt-Bundesamt ist eine 'Nichtbeförderung' im Sinne der Verordnung (EG) Nr. 261/2004 'die Weigerung des Luftfahrtunternehmens einen Fluggast zu befördern, obwohl dieser sich gemäß den vertraglichen Bedingungen rechtzeitig am Flugsteig eingefunden hat und keine vertretbaren Gründe für die Nichtbeförderung gegeben sind.' Quelle: http://www.fluggastrecht.blogspot.de/2013/08/nichtbeforderung.html

    Ein vertretbarer Grund für die Airline, den Passagier von der Beförderung zurückzuweisen wäre z. B.:
    -der Passagier ist sturzbetrunken und würde bei Mitnahme die Sicherheit an Bord gefährden oder
    -der Passagier erfüllt nicht die Einreisebestimmungen des Ziellandes (und müßte auf Kosten der Fluggeselllschaft wieder zurückbefördert werden).

    Dagegen: Kein vertretbarer Grund für eine Nichtbeförderung ist das Nichtabfliegen aller einzelnen Flugsegmente, wie bereits in Antwort #5 dargestellt.

    Im Falle der Nichtbeförderung hat der Fluggast folgende Rechte:
    Nach Wahl des Passagiers:
    -Erstattung des Ticketpreises,
    -frühestmöglicher kostenloser Rückflug zum Abflugort,
    -frühestmögliche Beförderung zum Zielort oder
    -Beförderung zum Zielort zum Wunschtermin (sofern Plätze frei sind)
    Und:
    Darüber hinaus hat die Fluggesellschaft eine pauschale Entschädigung als Ausgleichsleistung (Art. 7 VO (EG) Nr. 261/2004) zu zahlen:
    -250 € für eine Flugstrecke kürzer gleich 1500 km und einer Verspätung um mehr als zwei Stunden
    -400 € für eine weitere Strecke innerhalb der EU oder kleiner gleich 3500 km und einer Verspätung um mehr als drei Stunden
    -600 € bei Flugstrecken länger als 3500 km und einer Verspätung um mehr als vier Stunden
    Wird ein Alternativflug angeboten, der nicht später als 2/3/4 Stunden (je nach oben genannter Entfernung) gegenüber dem geplanten Flug am Ziel eintrifft, stehen die Ausgleichsleistungen nur zu 50 % zu.' Quelle:
    http://www.fluggastrecht.blogspot.de/2013/08/nichtbeforderung.html

    Man sollte die Fluggesellschaft schon im Vorfeld auf die Urteile hinweisen, denn ob sich die BGH-Urteile gegen 'Lufthansa / AZ.: Xa ZR 101/09' und 'British Airways/Az.: Xa ZR 5/09' bis zum letzten Flughafenmitarbeiter rumgesprochen haben, vage auch ich zu bezweifeln. - Evtl. muß man das Risiko eingehen, nicht befördert zu werden und keine Ersatzbeförderung zu bekommen. Dann müßte man sich sowohl die Ausgleichszahlung als auch die Kosten für einen selbst gebuchten Ersatzflug vom Luftfahtunternehmen nachträglich einklagen.

    Einen ähnlichen Thread gibt es auch hier: http://www.finanztip.de/community/t...schein-mit-mehreren-te?postID=28149#post28149
    Dort flog jemand mit Lufthansa von Deutschland nach Amerika, in Amerika mehrere weitere Strecken und wollte wieder den Rückflug nach Deutschland antreten (auf einem Flugschein). Der Pasasagier ließ jedoch aufgrund Änderung seiner Reisepläne eine der inneramerikanischen Teilstrecken aus. Ihm wurde der Rückflug von 'Lufthansa' verweigert, weil er nicht alle Teilstrecken abgeflogen hätte. Der Passagier mußte sich auf eigene Kosten ein Ersatzticket kaufen. Er muß jetzt seine Ausgleichszahlung und seine Kosten für den selbst von ihm beschafften Ersatzflug einklagen...
    Zuletzt bearbeitet: 5. März 2016
     
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