Erbe einer GmbH mit drohender Insolvenz

Dieses Thema "ᐅ Erbe einer GmbH mit drohender Insolvenz - Erbrecht" im Forum "Erbrecht" wurde erstellt von juri9191, 7. Dezember 2017.

  1. juri9191

    juri9191 Boardneuling 07.12.2017, 02:08

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    Erbe einer GmbH mit drohender Insolvenz

    Mal angenommen ein alleiniger Geschäftsführer-Gesellschafter einer GmbH verstirbt und seine Ehefrau "erbt" mit Kenntnisnahme des Todes die Anteile der GmbH und wird dadurch Gesellschafterin (Berliner Testament vorhanden, sie ist somit erstmal Alleinerbin). Die Ehefrau ist bereits seit vielen Jahren in der GmbH als Mitarbeitern eingestellt und hat sich immer um die Finanzen, Rechnungschreibung etc. gekümmert. Die GmbH steckt in einer tiefen Krise und es muss vermutlich sofort ein Insolvenzantrag gestellt werden und die Ehefrau wusste dies auch schon vor dem Tod ihres Ehemannes.


    1. Ist die vorübergehnde "erbende" Ehefrau als Gesellschafterin in der Pflicht, binnen der 3 Wochen Frist einen Insolvenzantrag zu stellen? -> Wenn ja beginnt die Frist, mit Kenntnisname des Todes oder mit Eröffnung des Testaments durch das Nachlassgericht?


    2. Würde der Insolvenzantrag oder die Bestellung eines Notfallgeschäftsführers als Annahme des Erbes gewertet werden?


    3. Ist die Ehefrau durch Ausschlagen des Erbes von allen Rechten und Pflichten der GmbH befreit und muss nicht für vergangene und zukünftige Folgen (Finanziell und Strafrechtlich) haften?


    4. Was darf bzw. muss die Ehefrau als temporäre Gesellschafterin (bis zum Zeitpunkt des Ausschlagens des Erbes) in der GmbH machen und wo muss Sie aufpassen, damit sie nicht als "Faktische-Geschäftsfüherein" gesehen wird?

    -Rechnungen weiter schreiben?

    -Mitarbeiter delegieren (hat sie vorher nie gemacht)?

    -Waren bestellen (trotz Wissen der Überschuldung)?

    -Gar nichts?
     
  2. fernetpunker

    fernetpunker V.I.P. 07.12.2017, 07:40

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    AW: Erbe einer GmbH mit drohender Insolvenz

    Wenn keine Durchgriffshaftung eingreift, braucht man das gesamte Erbe nicht auszuschlagen, weil die Haftung bei einer GmbH auf das Gesellschaftsvermögen beschränkt ist, wie der Name schon sagt. Etwaige Bürgschaften des ehem. Gesellschafter-Geschäftsführers dürften mit dem Tod obsolet sein. Die genannte dreiwöchige Frist ist aber eine Höchstfrist, die kann man nur im Sanierungsfall ausschöpfen, sondern es ist nach § 15a InsO UNVERZÜGLICH Insolvenzantrag zu stellen, sofern ein Insolvenzgrund vorliegt, siehe auch: http://www.anwaltskanzlei-online.de...rag-und-die-drei-wochen-frist-gesellschafter/

    https://www.gesetze-im-internet.de/inso/__15a.html
     
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