Bewertung von PC-Zusatzgeräte

Dieses Thema "ᐅ Bewertung von PC-Zusatzgeräte - Steuerrecht" im Forum "Steuerrecht" wurde erstellt von helmes63, 4. September 2008.

  1. helmes63

    helmes63 V.I.P. 04.09.2008, 14:05

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    Bewertung von PC-Zusatzgeräte

    Sehr geehrte Forenteilnehmer,

    ... nach mir vorliegenden Informationen werden in der Regel Zusatzgeräte für einen PC / Rechner bei der Steuererklärung grundsätzlich nicht anerkannt. Hierzu fehlt mir jedoch bisher eine plausible Begründung.
    Nach meiner Rechtsauffassung müsste zumindest ein Drucker anerkannt werden, weil er in Einheit mit dem
    EDV-Gerät ja fast immer dazugehört.

    Ist meine vorherige Feststellung so richtig wiedergegeben und wo genau ist der Sachtatbestand von Zusatzgeräten
    externe Festplatte, externes Laufwerk und Tintenstrahldrucker ect. geregelt ... im Einkommensteuergesetz ... ?!
     
  2. Margarete

    Margarete Star Mitglied 04.09.2008, 16:59

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  3. Oerdiz

    Oerdiz Senior Mitglied 04.09.2008, 21:48

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    AW: Bewertung von PC-Zusatzgeräte

    Es ist hier zu unterscheiden ob ein Wirtschaftsgut selbst nutzungsfähig ist oder nicht. Ein normaler Drucker ist das mit Sicherheit nicht oder ein Scanner. Im Gegensatz zum Faxgerät, das auch an einen Drucker angeschlossen werden kann oder scannen kann.

    Aus Vereinfachungsgründen poste ich hier mal einen Aufsatz rein:

    Wann wird ein Computer steuerlich anerkannt?

    Viele Angestellte und Beamte nutzen ihren Computer nicht nur privat, sondern auch für berufliche Zwecke. Dann können die Computerkosten aufgeteilt werden (BFH-Urteil vom 19.2.2004, VI R 135/01, BFH/NV 2004 S. 872).
    Sie nutzen Ihren PC sieben Stunden in der Woche für berufliche Zwecke und drei Stunden für private Zwecke. Der berufliche Anteil beträgt 7 Stunden : 10 Stunden × 100 = 70 %. Damit sind 70 % der Aufwendungen für Ihren PC samt Peripheriegeräten als Werbungskosten steuerlich abzugsfähig.​
    Können Sie jedes Jahr eine fast ausschließliche berufliche Nutzung des Computers - also 90 % oder mehr - nachweisen - z.B. durch eine Art »Fahrtenbuch« mit Aufzeichnungen der Computernutzung oder durch Zeugen -, muss das Finanzamt jedes Jahr 100 % Ihrer Computerkosten als Werbungskosten anerkennen. Bei Laptops oder Notebooks geht die Finanzverwaltung von einer fast ausschließlichen beruflichen Nutzung aus (Verfügung der OFD Magdeburg vom 16.4.2002, FR 2002 S. 697).

    Ist ein Nachweis des beruflichen Anteils nicht möglich, darf dieser aus Vereinfachungsgründen nach dem o.g. BFH-Urteil auf 50 % geschätzt, somit die Hälfte der Computerkosten als Werbungskosten abgesetzt werden. Das geht natürlich nur dann, wenn Sie mit einer Tätigkeitsbeschreibung glaubhaft machen können, dass Sie den Computer tatsächlich in einem wesentlichen Umfang beruflich nutzen.

    Zur beruflichen Nutzung eines Computers gehört insbesondere die Erledigung beruflicher Aufgaben zu Hause, Einsatz für die selbstständige Tätigkeit, Fortbildung oder Umschulung (Hessisches FG vom 11.2.1988, EFG 1988 S. 467), Erwerb von beruflich notwendigem EDV-Grundwissen (BFH-Urteil vom 15.1.1993, VI R 98/88, BStBl. 1993 II S. 348), Erstellung von Bewerbungsschreiben, Verwaltung von Immobilienbesitz oder Kapitalvermögen, berufliche Internetnutzung (z.B. wegen eines Telearbeitsplatzes oder als Wissenschaftler zur Recherche oder weil Sie selbst eine berufsbezogene Homepage eingerichtet haben). Die Erstellung der Einkommensteuererklärung mit dem Computer ist nur insoweit beruflich veranlasst, als sie sich auf Einkünfte bezieht; der entsprechende Teil der Computerkosten ist als Werbungskosten oder Betriebsausgaben bei der betreffenden Einkunftsart absetzbar.

    Zur privaten Mitbenutzung des Computers zählen z.B. die Erledigung privaten Schriftverkehrs (auch mit dem Finanzamt), das Surfen im Internet, Online-Banking, Computerspiele. Setzen Sie Ihren PC für eine Berufsausbildung ein, ist der betreffende Kostenanteil als Sonderausgaben abziehbar.

    Welche Aufwendungen sind abziehbar?

    Erstanschaffung eines Computers

    Eine Computeranlage kann in drei Gruppen »zerlegt« werden:

    Bestandteile des Computers (Rechner, Tastatur, Festplatte, interne Laufwerke, Arbeitsspeicher, Grafikkarte, Schnittstellen usw.);

    externe Peripheriegeräte (Monitor, Drucker, Scanner, Modem, externe Laufwerke usw.);

    Software (Betriebssystem, Anwenderprogramme usw.).

    Alle Computerbestandteile müssen bei Erstanschaffung zusammengefasst und einheitlich abgeschrieben werden, wenn die Anschaffungskosten über € 410,00 (ohne MwSt.) oder € 487,90 (inkl. 19 % MwSt. ab 2007) bzw. € 475,60 (inkl. 16 % MwSt. bis 2006) liegen. Externe Peripheriegeräte müssen Sie als selbstständige Wirtschaftsgüter grundsätzlich gesondert über die Nutzungsdauer abschreiben, auch wenn die Anschaffungskosten nur bis zu € 410,00 (ohne MwSt.) betragen (H 44 Absetzung für Abnutzung LStH 2006). Ausnahmsweise ist bei Anschaffungskosten bis zu € 410,00 (ohne MwSt.) ein Sofortabzug möglich, wenn die Geräte auch selbstständig nutzungsfähig sind (§ 6 Abs. 2 EStG). Monitor, Drucker und Scanner sind nicht ohne Computer selbstständig nutzbar (BFH-Urteil vom 19.2.2004, VI R 135/01, BFH/NV 2004 S. 872), ein Multifunktionsgerät (All-in-one-Gerät, das gleichzeitig Drucker, Fax, Kopierer und evtl. auch Scanner ist) dagegen ja.

    Die Abschreibungsdauer beträgt für Personalcomputer, Notebooks und Peripheriegeräte, die ab dem 1.1.2001 angeschafft werden, drei Jahre (davor vier Jahre). Eine AfA-Dauer darunter ist nur möglich, wenn mit einer früheren technischen und/oder wirtschaftlichen Abnutzung zu rechnen ist (OFD Frankfurt vom 20.9.1988, DStR 1988 S. 749). Nebenbei: Für eine elektrische Schreibmaschine gilt eine Nutzungsdauer von 9 Jahren (davor 5 Jahren).

    Software über € 410,00 (ohne MwSt.) muss über 3-4 Jahre abgeschrieben werden (Verfügung der OFD Berlin vom 2.6.2000, FR 2000 S. 949). Liegen die Anschaffungskosten darunter, gilt das Programm ebenfalls als selbstständig nutzbares Wirtschaftsgut und kann sofort abgesetzt werden (R 5.5 Abs. 1 Satz 3 EStR 2005). Wird allerdings ein Betriebssystem nur zusammen mit der Hardware verkauft und dafür kein gesonderter Preis ausgewiesen, sind Hard- und Software einheitlich abzuschreiben (BFH-Beschluss vom 16.2.1990, III B 90/88, BStBl. 1990 II S. 794). Für Software kann sich ein anderer Anteil der beruflichen Nutzung ergeben als für die Hardware.

    So sind die Anschaffungskosten berufsbezogener Software (z.B. CAD-Programm bei einem Ingenieur) auch dann als Werbungskosten absetzbar, wenn Ihr Computer nicht als Arbeitsmittel anerkannt wird (FG Rheinland-Pfalz vom 15.3.2000, 1 K 1484/98).

    Hinzukauf zusätzlicher Komponenten

    Werden zusätzliche Computerbestandteile (z.B. ein DVD/CD-Laufwerk, eine zweite Festplatte, weitere MB für den Arbeitsspeicher) angeschafft, stellen Ihre Ausgaben unabhängig von der Höhe nachträgliche Anschaffungskosten dar. Die Anschaffungskosten sind dann dem Restwert des PC hinzuzurechnen und mit ihm zusammen auf die verbleibende Restnutzungsdauer zu verteilen (OFD Berlin vom 2.6.2000, FR 2000 S. 949). Ist der PC bereits abgeschrieben, sollten Sie die nachträglichen Anschaffungskosten im Jahr der Anschaffung voll absetzen.

    Kaufen Sie nach Anschaffung des PC zu einem späteren Zeitpunkt Peripheriegeräte wie Drucker, Scanner u.Ä., sind diese Geräte unabhängig vom Kaufpreis stets gesondert abzuschreiben. In der Praxis aber akzeptieren viele Finanzämter auch eine Sofortabschreibung, wenn der Kaufpreis nicht mehr als € 410 netto beträgt.

    Weitere Software über € 410,00 (ohne MwSt.) muss abgeschrieben, Programme bis zu diesem Preis dürfen in voller Höhe sofort abgesetzt werden.

    Ersatz vorhandener Komponenten durch neue

    Werden Computerbestandteile ersetzt (z.B. der defekte oder veraltete Monitor, die Festplatte, die Tastatur u.Ä.), dann wird etwas Vorhandenes durch Neues ersetzt, sodass Ihre Ausgaben im Jahr des Anfalls in voller Höhe als Erhaltungsaufwand sofort abziehbar sind - gleichgültig, ob sie mehr oder weniger als € 410,00 (ohne MwSt.) betragen.

    Sollte aber der PC durch den Austausch von Computerbestandteilen in seinem Wesen erheblich verändert oder in seiner Nutzungsmöglichkeit wesentlich verbessert werden (z.B. Austausch der Grafikkarte gegen eine wesentlich leistungsfähigere), so nimmt das Finanzamt nachträgliche Anschaffungskosten an mit der Folge, dass diese dem Restwert des PC hinzugeschlagen und damit zusammen auf die Restnutzungsdauer verteilt werden. Werden wesentliche Bestandteile des Computers (z.B. Prozessor) ausgetauscht, darf das Finanzamt ausnahmsweise die Restnutzungsdauer neu schätzen und somit verlängern (Verfügung der OFD Berlin vom 2.6.2000, FR 2000 S. 949).

    Ersetzen Sie Peripheriegeräte wie Drucker, Scanner usw. durch neue Geräte, sollten Sie diese unabhängig von der Höhe der Anschaffungskosten separat vom Computer auf die Nutzungsdauer verteilt abschreiben. Sollte für das alte Gerät noch ein Restwert vorhanden sein, machen Sie diesen als außergewöhnliche Abschreibung (AfaA) geltend.

    Werden Computerprogramme durch Updates/Upgrades (verbilligter Bezug einer neuen Programmversion) ersetzt, müssen Kosten über € 410,00 (ohne MwSt.) abgeschrieben werden. Ein Anschaffungspreis der Software bis zu € 410,00 darf in vollem Umfang sofort abgesetzt werden. Ist die Altversion noch nicht vollständig abgeschrieben, ist eine AfaA nicht möglich (FG Münster vom 18.2.2005, 11 K 5218/03 E, U, EFG 2005 S. 854; Niedersächsisches FG vom 16.1.2003, 10 K 82/99, EFG 2003 S. 601).

    Ersatz eines Altgerätes durch ein neues Gerät

    Ersetzen Sie Ihren Computer vor Ende der Abschreibungsdauer durch ein neues, leistungsfähigeres Gerät, können Sie den verbleibenden Restwert als »Absetzung für außergewöhnliche wirtschaftliche oder technische Abnutzung« (AfaA) mit dem beruflichen Nutzungsanteil als Werbungskosten geltend machen. Dies gilt in gleicher Weise auch für externe Peripheriegeräte, wie Drucker, Scanner usw., die gesondert abgeschrieben werden (Verfügung der OFD Berlin vom 2.6.2000, FR 2000 S. 949).

    Sonstige Aufwendungen

    Abziehbar mit Ihrem beruflichen Nutzungsanteil sind Aufwendungen für Computer-Zubehör wie CD/DVD-Rohlinge, USB-Stick, Disketten, Etiketten, Disketten- und CD-ROM-Boxen, Kabel, Batterien, Druckerpapier, Druckerpatronen, Tonerkartuschen usw.; Computer-Bücher (in Ausnahmefällen auch Computer-Zeitschriften; PC-Wartung, Reparaturen; Schuldzinsen, Leasing-Raten.

    Aufwendungen für eine spezielle Computerbrille sind nicht absetzbar (BFH-Urteil vom 20.7.2005, VI R 50/03, BFH/NV 2005 S. 2185).

     
    Humungus gefällt das.
  4. helmes63

    helmes63 V.I.P. 05.09.2008, 10:14

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    AW: Bewertung von PC-Zusatzgeräte

    Zunächst einmal herzlichen Dank an den Forenteilnehmer >Oerdiz> das war sehr nett und ausgesprochen ausführlich. Da mich diese Thematik sehr interesssiert sowohl für ein Unternehmen als auch für einen Freiberuflicher bzw. Privatmann werde ich mich mal in einem speziellen Steuerforum umhören, inwieweit hier seitens der Finanzbehörden eine spezifische Differenzierung vorgenommen wird oder nicht. Der sog. Ermessungsspielraum sagt bei derartigen Themenstellungen ohnehin nichts aus ...
     
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