Beihilfe zum Versuch oder versuchte Beihilfe?

Dieses Thema "ᐅ Beihilfe zum Versuch oder versuchte Beihilfe? - Strafrecht / Strafprozeßrecht" im Forum "Strafrecht / Strafprozeßrecht" wurde erstellt von coa, 5. Dezember 2009.

  1. coa

    coa Aktives Mitglied 05.12.2009, 15:07

    Registriert seit:
    2. März 2009
    Beiträge:
    221
    Zustimmungen:
    6
    Punkte für Erfolge:
    0
    Renommee:
    26
    Keine Wertung, coa hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, coa hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, coa hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, coa hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, coa hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, coa hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, coa hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, coa hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, coa hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, coa hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhalten
    Beihilfe zum Versuch oder versuchte Beihilfe?

    A will B töten. Davon weiß C und gibt deshalb A Gift. A begibt sich zu B, entscheidet sich aber dafür, das Gift nicht zu verwenden, weil sie Angst hat, entdeckt zu werden. (Gift sollte ins Essen gemischt werden)


    Strafbarkeit von A und C?


    Was haltet ihr davon:

    Mangels Taterfolg kommt nur ein Versuch in Betracht. Dies setzt voraus, dass A bereits unmittelbar angesetzt hat. Davon ist auszugehen, nachdem B bereits gefährdet war und keine wesentlichen Zwischenschritte mehr erforderlich waren. (Vgl. "Baumarkt-Fall" (LG Potsdam - zum unmittelbaren Ansetzen) Ein straffreier Rücktritt kommt nicht in Betracht, weil A nicht freiwillig aufgehört hat. Also macht sich A des versuchten Mordes an B strafbar. (Mordmerkmal niedere Beweggründe)

    C gibt A Gift. Dies könnte nun eine Beihilfe sein, denn sie erleichtert und ermöglicht erst einen möglichen Taterfolg. Allerdings bezieht sich der Vorsatz des C nur auf die Vollendung. Was passiert also, wenn A nicht das Delikt, sondern nur einen Versuch des Deliktes begeht. Kann man den Vorsatz des C nicht auch auf den Versuch beziehen?

    Liebe Grüße
     
  2. FranzHubert08

    FranzHubert08 Star Mitglied 05.12.2009, 15:49

    Registriert seit:
    8. September 2009
    Beiträge:
    677
    Zustimmungen:
    40
    Punkte für Erfolge:
    0
    Renommee:
    61
    98% positive Bewertungen (677 Beiträge, 42 Bewertungen)98% positive Bewertungen (677 Beiträge, 42 Bewertungen)98% positive Bewertungen (677 Beiträge, 42 Bewertungen)98% positive Bewertungen (677 Beiträge, 42 Bewertungen)98% positive Bewertungen (677 Beiträge, 42 Bewertungen)98% positive Bewertungen (677 Beiträge, 42 Bewertungen)98% positive Bewertungen (677 Beiträge, 42 Bewertungen)98% positive Bewertungen (677 Beiträge, 42 Bewertungen)98% positive Bewertungen (677 Beiträge, 42 Bewertungen)98% positive Bewertungen (677 Beiträge, 42 Bewertungen)
    AW: Beihilfe zum Versuch oder versuchte Beihilfe?



    zu A: A tritt doch offenbar zurück. Er hat es nicht versucht, B zu töten: "entscheidet sich aber dafür, das Gift nicht zu verwenden."
    Es kommt aber versuchte Anstiftung zum vorsätzlichen Tötungsdelikt infrage.

    Ratschlag: wenn du zitierst, gib besser die höchstrichterliche, mindestens obergerichtliche Judikatur an, nicht jedoch die landgerichtliche.
    Dh, wenn du Versuchs-Leitsätze angibst, dann nimm den BGH als Referenz, zumal das LG auch nur auf dessen Leitsätze rekurriert (hier: Formel notwendiger wesentlicher Zwischenakte usw.).

    zu B: C gibt A Gift.
    A tötet damit B.
    Dann ist das Teilnahme am vorsätzlichen Tötungsdelikt.
    A versucht damit B zu töten, scheitert aber.
    Dann ist das Teilnahme am versuchten Tötungsdelikt.

    Ich fass das mal in andrem Bsp zusammen:
    C stiftet A an, B zu töten.
    1.1 A tötet B.
    -> A: Mord / C: Anstiftung zum Mord.
    1.2 A versucht B zu töten, scheitert aber.
    -> A: versuchter Mord. / C: Anstiftung zum versuchten Mord.
    2. C stiftet A an, B zu töten; der lehnt jedoch ab.
    -> A: straffrei. / C: versuchte Anstiftung zum Mord.

    Unterschied verstanden? Schau dir mal die Regeln der Akzessorität an.
     
  3. coa

    coa Aktives Mitglied 06.12.2009, 13:27

    Registriert seit:
    2. März 2009
    Beiträge:
    221
    Zustimmungen:
    6
    Punkte für Erfolge:
    0
    Renommee:
    26
    Keine Wertung, coa hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, coa hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, coa hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, coa hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, coa hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, coa hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, coa hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, coa hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, coa hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, coa hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhalten
    AW: Beihilfe zum Versuch oder versuchte Beihilfe?

    Jupp, habs verstanden. Vielen Dank.
     
Ähnliche Themen:
Titel Forum Datum
Versuch, Rücktritt, Beihilfe Strafrecht / Strafprozeßrecht 16. März 2012
Beihilfe Strafrecht / Strafprozeßrecht 16. März 2009
beihilfe Strafrecht / Strafprozeßrecht 1. September 2008
beihilfe? Strafrecht / Strafprozeßrecht 1. September 2008
versuchte Beihilfe... Strafrecht / Strafprozeßrecht 23. August 2007

© 2003-2018 JuraForum.de — Alle Rechte vorbehalten. Keine Vervielfältigung, Verbreitung oder Nutzung für kommerzielle Zwecke.


Sitemap | Kontakt | Datenschutz | AGB | Impressum