Außerordentliche Kündigung des Fitnessstudiovertrages aufgrund von Krankheit

Dieses Thema "ᐅ Außerordentliche Kündigung des Fitnessstudiovertrages aufgrund von Krankheit - Sportrecht" im Forum "Sportrecht" wurde erstellt von Pavillon6, 15. Mai 2018.

  1. Pavillon6

    Pavillon6 Neues Mitglied 15.05.2018, 11:13

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    Außerordentliche Kündigung des Fitnessstudiovertrages aufgrund von Krankheit

    Guten Morgen zusammen.


    Es geht um folgenden Sachverhalt:

    Mal angenommen ein sportbegeisterter Mann meldet sich im Juli 2017, für 24 Monate in einem Fitnessstudio an.

    Aufgrund einer Krankheit die ein Jahr später diagnostiziert wurde (aber am Vertragsabschluss noch nicht bekannt war), soll laut einem Orthopäden „auf Kräftigungsübungen am Gerät strikt verzichtet werden“.

    Dies wird in einem Attest im März 2018 schriftlich bestätigt und im gleichen Zuge zusammen mit der Kündigung und der Bitte den Vertrag mit sofortiger Wirkung außerordentlich zu kündigen, per E-Mail an das Fitnessstudio gesendet.

    Nach mehreren vergeblichen Anrufen und persönlichen Vorbeigehen, wurde der Monatsbeitrag abgebucht und es kam die Ablehnung der Kündigung aus folgendem Grund: „Das Attest weißt nicht darauf hin, dass dauerhaft auf das Training verzichtet werden muss und dass ein weiteres Training gesundheitsschädigend sei“.

    Der Mann geht nun erneut zu dem behandelnden Orthopäden, der ihm ein zweites Attest austellt, in diesem nun darauf hingewiesen wird, „dass dauerhaft auf das Training verzichtet werden soll“.

    Anschließend wird von ihm eine erneute Kündigung (diesmal schriftlich per Brief) zusammen mit dem zweiten Attets verfasst, in dieser darum gebeten wird, die Lastschrift endlich einzustellen und den Vertrag außerordentlich zu kündigen.

    Wiederum ist eine Woche vergangen, in der keine Antwort seitens des Fitnessstudios kam und auch auf keinen Anruf reagiert wurde. Stattdessen wird der Monatsbeitrag weiterhin abgebucht.

    Der Mann stellt sich nun folgende Fragen:
    -wie kann er weiter vorgehen?
    -welche Rechte hat er?
    -bekommt er die Beiträge seit der ersten Kündigung zurück erstattet?

    Eine Rechtssgchutzversicherung besteht nicht.

    Ich hoffe Ihr habt vielleicht den ein oder anderen Ratschlag für diesen Mann.

    Danke schonmal im Voraus.


    LG
    Pavillon
     
  2. freaggle4711

    freaggle4711 Aktives Mitglied 15.05.2018, 11:22

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    AW: Außerordentliche Kündigung des Fitnessstudiovertrages aufgrund von Krankheit

    Die Fälle der Fitness Flüchtlinge häufen sich, sind in diesem Forum auch gut zu finden.

    Bezüglich Kündigung bei Krankheit hat sich auch der BGH ausgelassen. Die Auslegungen sind hier zu lesen
     
  3. Pavillon6

    Pavillon6 Neues Mitglied 17.05.2018, 10:50

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    AW: Außerordentliche Kündigung des Fitnessstudiovertrages aufgrund von Krankheit

    Danke freaggle für die schnelle Antwort und den Versuch mir weiter zu helfen.

    Jedoch habe ich das Thema erstellt um auch Antworten bzw. Lösungsansätze für meine anderen Fragen (siehe meinen Beitrag) zu erlangen.

    Ich hoffe es lässt sich doch jemand finden der mir bzw. dem genannten Mann weiter helfen kann.

    LG
    Pavillon
     
  4. freaggle4711

    freaggle4711 Aktives Mitglied 17.05.2018, 12:44

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    AW: Außerordentliche Kündigung des Fitnessstudiovertrages aufgrund von Krankheit

    Moin,
    nachdem die Kündigung ordentlich ausgesprochen wurde, würde ich anschließend abgebuchte Beiträge per Rücklastschrift stornieren.
    Vielleicht bin ich in sowas rabiater, nur muss man sich sowas nicht gefallen lassen. Mehr als kündigen kannst du nicht. Wenn der Inhaber meint trotzdem lustig weiter abbuchen zu können, lasse ich es halt zurück buchen. Er trägt die Kosten der Rücklastschrift. Durch die Kündigung ist die Ermächtigung zum Einzug der Beiträge erloschen.
    Da wäre ich aber super entspannt.

    Natürlich werden die Beiträge zurück geholt, die ab der Wirksamkeit der Kündigung abgebucht worden.
     
  5. Pavillon6

    Pavillon6 Neues Mitglied 11.07.2018, 17:48

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    AW: Außerordentliche Kündigung des Fitnessstudiovertrages aufgrund von Krankheit

    Moin zusammen,

    der oben genannte Mann wurde letzendlich aus dem Studio entlassen :p,
    allerdings erst zum 31.05.2018.

    Aufgrund von Ignoranz des Studios, hat er jedoch die Beiträge von April und Mai bereits vor der Kündigungsbestätigung zurückbuchen lassen.

    Seine erste Kündigung + ärztliches Attest sendete er am 27.03.2018 per Mail.
    In diesem Attest wurde durch den Arzt bescheinigt:
    "Aufgrund chronisch progredienter orthopädischer Erkrankung soll auf Kräftigungsübungen am Gerät strikt verzichtet werden"

    Dieses Attest wurde von dem Studio nach mehreren Wochen ohne Antwort als ungültig bezeichnet, weil nicht ersichtlich sei, dass dauerhaft auf Kräftigungsübungen verzichtet werden soll.

    Gesagt, getan, der Orthopäde erstellte ein zweites Attest, in diesem lediglich das Wort "dauerhaft" eingefügt wurde. Dieses Attest sendete er am 07.05.18 per Post mit einer erneuten Kündigung.

    Die Antwort und somit die Kündigungsbestätigung zum 31.05.18 kam am 07.06.18. Jedoch wurden bis dahin (wegen erneuter Ignoranz) die Monatsbeiträge für April und Mai bereits von der Bank in seinem Auftrag zurückgeholt.

    Jetzt fordert das Fitnessstudio eine Rückzahlung der zwei Beiträge + Betreuungspauschale + Rücklastschriftskosten + Mahnkosten, weil der Austritt erst am 31.05.18 bestätigt wurde.

    Kann der Mann sich auf die erste Kündigung/erstes Attest beruhen, oder ist er im Unrecht und es gilt tatsächlich nur das zweite Attest?



    LG und nochmals Danke im Voraus

    Pavillion6
     
  6. khmlev

    khmlev V.I.P. 11.07.2018, 17:57

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    AW: Außerordentliche Kündigung des Fitnessstudiovertrages aufgrund von Krankheit

    In einem Fitnessstudio können regelmäßig auch Trainingseinheiten absolviert werden, welche keine Kräftigungsübungen am Gerät beinhalten.

    Insoweit halte ich persönlich die Kündigung aus wichtigem Grund für unwirksam. Das das Fitnessstudio letztendlich akzeptiert hat, ist halt so. Allerdings gilt es zu überlegen, das Entgegegenkommen nicht zu überstrapazieren.
     
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