Aufsichtspflicht endet mit Betreuungszeit?

Dieses Thema "ᐅ Aufsichtspflicht endet mit Betreuungszeit? - Betreuungsrecht" im Forum "Betreuungsrecht" wurde erstellt von Kahesa, 15. Oktober 2012.

  1. Kahesa

    Kahesa Neues Mitglied 15.10.2012, 22:53

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    Aufsichtspflicht endet mit Betreuungszeit?

    Hallo zusammen,

    folgender fiktiver Fall:

    Frau S (arbeitet in Teilzeit) hat eine 6 Jahre alte Tochter die seit einigen Wochen eine verlässliche Grundschule mit Kernzeitbetreuung vor und nach der Schule besucht. Nach der Schule ist die Betreuungszeit in der Kernzeit entweder bis 14.00 Uhr oder bis 16.30 Uhr buchbar - die Tochter von Frau S. nutzt die Betreuung bis 14.00 Uhr. Diese Kernzeitbetreuung läuft über einen privaten Träger, die Schule hat damit vertraglich nichts zu tun.

    Einmal hat sich Frau S. um 10 min verspätet weil sie auf dem Heimweg im Stau stand. Ihre Tochter wartete derweil mutterseelen allein auf dem Schulhof - die Erzieherinnen sind nämlich der Meinung dass mit der Betreuungszeit auch die Aufsichtspflicht endet. Frau S. hat die Erzieherinnen dann zur Rede gestellt und wollte wissen wer denn die Verantwortung trägt wenn das Kind sich jetzt dazu entschlossen hätte nicht zu warten sondern sich allein auf den Heimweg zu machen und es wäre ein Unfall passiert? - Antwort der Erzieherinnen: Die Eltern haften denn sie hätten die Aufsichtspflicht verletzt.

    Frau S. argumentierte dagegen und meinte, es sei doch schon logisch dass es so nicht richtig ist. Sie übergibt frühmorgens ihrer Tochter und somit auch die Aufsichtspflicht. Und Nachmittags wenn sie die Tochter von den Erzieherinnen abholt bekommt sie auch die Aufsichtspflicht zurück. Davon wollten die Erzieherinnen jedoch nichts wissen und verwiesen auf den Betreuungsvertrag. Frau S. sollte doch da mal zeigen wo dass stünde mit der Aufsichtspflicht.

    Frau S. wollte dann noch wissen wie es ist wenn sie einen Unfall hat, selbst verletzt ist und somit ihre Tochter nicht von der Betreuung abholen kann. Antwort der Erzieherinnen: Man ist sich sicher dass sich nach 30 min Wartezeit (solange bliebe die Tochter allein auf dem Schulhof) sich jemand der Tochter annimmt und nach dem Verbleib der Mutter forscht.

    Wie sollte Frau S. nun am besten weiter verfahren? Haben die Erzieherinnen Recht?
     
  2. zeiten

    zeiten V.I.P. 15.10.2012, 23:53

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    AW: Aufsichtspflicht endet mit Betreuungszeit?

    am besten erklärt sie der tochter, dass es sein kann, dass sie sich mal verspätet und die tochter bitte auf dem schulhof warten soll. und falls es dann noch länger dauert, soll sie sich an die erzieherinnen wenden.

    ein 6 jähriges kind muss man nicht mehr rund um die uhr beaufsichtigen.

    die frage nach der aufsichtspflicht stellte sich nur dann, wenn etwas passieren würde - vorher nicht. und die erzieherinnen haben recht, der vertrag läuft bis 14.00 uhr, danach bestehen keine weiteren verpflichtungen.
     
  3. Monaco501

    Monaco501 V.I.P. 16.10.2012, 00:26

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    AW: Aufsichtspflicht endet mit Betreuungszeit?

    Die Mutter übergibt,...

    Was sollte jetzt denn eine Erzieherin tun, welche eben auch für 2 Euro fünfzig mehrere Kinder übergeben bekommt, bevor endlich die Mütter mit Porsche Cheyenne vorfahren, da diese im Stau oder noch schnell einkaufen waren,..????

    Hat nicht die Mutter schon auch die Pflicht, ihrem Kind, die Aufsichtspflicht und auch der Erzieherin, eine Solidaritätspflicht gegenüber, welche vielleicht ebenfalls nunmehr längst zu ihrer zu betreuenden Mutter oder Oma müsste?

    Was sollen denn immer ausgerechnet die Anderen leisten, um nur mal selbst mit sich ins Reine zu kommen?
    Wenn es um das Bezahlen oder Kosten geht, dann hält man sich gerne mal bedeckt und kehrt ausschließlich seine Not hervor?

    Wo bleibt hier der rationale Gedanke zum Vater, zur Oma, zum Opa oder der organisierten Nachbarschaftshilfe, die man sich längst für den Notfall organisieren hätte können?

    Selbst im Parkhaus muss man für jede überzogene Parkzeitminute bezahlen und dies stört nicht, weil es hier ja um ein Auto und Geschäftsbedingungen geht, aber Erzieherinnen und Pflegekräfte selbst, sind dem Diktat der Willkür von bequemen Angehörigen zum "Ehrenamt" unterworfen!

    :knast:
     
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  4. Kahesa

    Kahesa Neues Mitglied 16.10.2012, 12:46

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    AW: Aufsichtspflicht endet mit Betreuungszeit?

    vielen Dank für Eure Antworten.

    Aber wenn sich die Frage nach der Aufsichtspflicht erst stellt wenn etwas passieren würde, dann dürfte es doch schon reichlich zu spät dafür sein oder?

    Hab mich gestern noch ein bisschen hier durch gelesen und bin im Lexikon auf Aufsichtspflicht - Erzieher gestossen - ist das noch aktuell oder hat sich da etwas geändert? Denn das besagt das komplette Gegeteil von dem was hier als Antwort gepostet wurde :confused:
     
  5. Humungus

    Humungus V.I.P. 16.10.2012, 13:15

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    AW: Aufsichtspflicht endet mit Betreuungszeit?

    Ich denke auch, dass ein Erzieher eine Garantenstellung hat und die keinesfalls mit dem Argument, die Zeit sei jetzt abgelaufen, verliert. Er muss dafür sorgen, dass das Kind - wenn es schon alleingelassen wird - in einer Umgebung allein ist, die nur Gefahren kennt, die das Kind in seinem Alter erkennen und vermeiden kann.

    Heißt: 6-jähriges Kind allein auf umzäunter Wiese, kein Problem. Allein vor Kindergarten an vielbefahrener Straße, zu gefährlich.

    Den Erzieherinnen rate ich, den Vertrag mit einem unzuverlässigen Elternteil schnellstens zu beenden, alternativ einen Aufschlag für eine außerdienstliche Betreuung zu verlangen. Wird das Kind länger als einige Minuten nicht abgeholt, können sich die Erzieherinnen vielleicht mit dem Jugendamt ins Vernehmen setzen, um die vorübergehende Betreuung dadurch sicherzustellen. Ein einmaliger Vorfall sollte allerdings nicht aufgebauscht werden. Vielleicht gibt es auch Alternativen zu dieser Betreuungsstätte?
     
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  6. quiddje

    quiddje V.I.P. 17.10.2012, 13:14

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    AW: Aufsichtspflicht endet mit Betreuungszeit?

    In Hamburg gibt es einen Kinder- und Jugendnotdienst.
    Wenn die Kita schließt, werden die übriggebliebenen Kindergartenkinder dort abgegeben.
    Dementspechend selten bleiben Kinder übrig.
    Vielleicht sollten die Erzieherinnen sich danach erkundigen?

    Ich bin allerdings auch der Ansicht, dass Schulkinder nicht mehr im Käfig gehalten werden müssen,sondern z.B. (Shocking!!!!) allein nach Hause gehen können.
    Wenn die Mutter unbedingt auf persönliche Übergabe (am besten mit Quittung?) besteht, sollte sie das vertraglich vereinbaren.
    Kann allerdings sein, dass sie keinen Vertragspartner findet.
     
  7. Kerzenlicht

    Kerzenlicht V.I.P. 17.10.2012, 20:45

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    AW: Aufsichtspflicht endet mit Betreuungszeit?

    Hat irgend einer der hier Antwortenden eigentlich eigene Kinder - kleine? Mal gehabt, in einer Großstadt? Ohne Oma, Opa und Vater nebenan?

    Und dann gearbeitet und weiß, wie das ist, wenn der Kindergarten oder die Schule sich verhält wie oben?

    Und selbst wenn man ein Sechsjähriges allein nach Hause gehen ließe, weil die Mutter nicht kommt und es dann da heile ankäme, wie kommt es rein, was macht es dann da, wenn es reinkommt und was, wenn nicht?

    Was, wenn eine Mutter es dann eben nicht immer schaffen kann, genau um 14 Uhr da zu sein, sondern eben einmal im Jahr zehn Minuten später, weil sie arbeiten muss und will und nicht, wie oben gesagt irgend jemandem auf der Tasche liegen?

    Und noch mal ganz deutlich: Die Aufsichtspflicht der Schule endet nicht. Sie endet tatsächlich erst, wenn sie das Kind einer anderen Aufsicht übergeben hat können. Der Mutter, der Oma, dem Vater, dem Opa - oder auch, wie in Hamburg, dem Kinder- und Jugendnotdienst.

    Und das ist bei einem Sechsjährigen auch gut so. Und die Mutter sollte das da auch noch mal deutlich machen, dass diese Aufsichtspflicht durchaus besteht.

    Eine Schule, die für 10 Minuten, die sie nicht bezahlt bekommt, allerdings so ein Theater macht, obwohl man nicht regelmäßig zu spät kommt, würde ich auch nicht dringend empfehlen.
     
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