Abmahnung - Hintergrundmusik auf Videoportal

Dieses Thema "ᐅ Abmahnung - Hintergrundmusik auf Videoportal - Urheberrecht" im Forum "Urheberrecht" wurde erstellt von Johannes26, 10. September 2017.

  1. Johannes26

    Johannes26 Neues Mitglied 10.09.2017, 16:28

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    Abmahnung - Hintergrundmusik auf Videoportal

    Hallo meine Lieben,

    ich habe einige Fragen bezüglich des Urheberrechts.

    Ein Musiker "M" bietet neben seiner Musik auch die entsprechenden Lizenzen an für Content-Creator, z.B. YouTuber, etc.. Ein / mehrere Videoportal-Nutzer (zusammengefasst "V-N") benutzen ohne Erwerb der entsprechenden Lizenzen die Musik von Musiker "M" als Hintergrundmusik in ihren eigenen Videos. Manche Videos sind davon monetarisiert, andere wiederum nicht. (Monetarisierung auf Videoportal bedeuetet, dass der Video-Uploader eine Vergütung erhält für das jeweilige Video).

    Desweiteren werden von einigen Videoportal-Nutzern "V-N" der Urheber (Musiker "M") nicht genannt. Dies wäre ein weiterer Verstoß.

    Da die Musik nicht nur für den privaten Gebrauch von Videoportal-Nutzern "V-N" heruntergeladen wurden, sondern auch wieder in ihren Videos hochgeladen wurden, müsste dies ja dann ein wirtschaftlicher Zweck sein.

    Nun sind meine Fragen:

    1. Gibt es einen Unterschied, rechtlich gesehen, ob ein Video von Videoportal-Nutzer "V-N" monetarisiert ist oder nicht?
    Können nur die "V-N" belangt werden, die die jeweiligen Videos monetarisiert haben?
    Oder ist dies egal, da "V-N" mit Veröffentlichung von den jeweiligen Videos die Musik von Musiker "M" der Öffentlichkeit zugänglich gemacht haben und somit so oder so rechtlich belangt werden können?
    2. Sollte sich Musiker "M" an eine Abmahnkanzlei, Abmahnanwälte oder Anwälte mit Schwerpunkt Internetrecht wenden?
    3. Wie funktioniert die Ermittlung der Adressen? Der Anwalt müsste denke ich
    an die Videoportal-Plattform herantreten und eine Liste einreichen mit Videolinks, Kanalnamen, etc. um die IP-Adressen von "V-N" zu erhalten und dann müsste man anhand der IP-Adressen die Namen und Adressen von "V-N" bei den Providern herausbekommen, oder? Ist dies denn in der Praxis auch so machbar? Wie lange dauert solch ein Prozess?
    4. Sollte Musiker "M" verschiedene Abmahnkanzleien bzw. Anwälte kontaktieren und sich dann für das "beste Angebot" entscheiden? Worauf ist genau zu achten in Bezug auf "bestes Angebot"?
    5. Wie hoch ist ungefähr der Schadensersatzanspruch (gibt es einen Richtwert)?
    6. Wie wird der Anwalt genau an den Kosten beteiligt? Erhält er von dem Schadensersatz für Musiker "M" einen Anteil oder wird dies seperat in der Abmahnung als Aufwandskosten angerechnet, welches "V-N" zahlen müssen?
    7. Muss Musiker "M" vorab in Vorleistung gehen? Was passiert, wenn "V-N" den Schadensersatz, welche in einer Abmahnung definiert wurde, nicht zahlt? Muss Musiker "M" dem Anwalt das Geld für Gerichtsverhandlungen und Aufwendungen quasi "vorstrecken"?
    8. Welche Informationen sollte Musiker "M" als Beweis sicherheitshalber sichern? Das Video, Kanalname, Veröffentlichungsdatum, Kanal-Adresse etc. von "V-N"? Ist dies ausreichend als Beweis?

    Vielen Dank fürs Lesen, ich würde mich sehr über Antworten freuen.


    Liebe Grüße

    Johannes
     
  2. TomRohwer

    TomRohwer V.I.P. 11.09.2017, 11:51

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    AW: Abmahnung - Hintergrundmusik auf Videoportal

    Nein, grundsätzlich nicht. Grundsätzlich ist für jede Veröffentlichung, Verbreitung etc. die Erlaubnis des Urhebers nötig. Der Urheber kann natürlich aber sagen "Nutzungsrecht für eine nicht gewerbsmäßige Nutzung gibt es kostenlos, gewerbsmäßige Nutzung kostet".
    Nein.
    Ja.
    Allerdings sollte der Musiker, bevor er gegen irgendwen vorgeht, prüfen, ob er nicht versehentlich durch das Hochladen auf irgendwelchen Plattformen Dritten Nutzungsrechte eingeräumt hat, ohne das gemerkt zu haben. (Weil er die Nutzungsbedingungen nicht genau genug oder gar nicht gelesen hat...)
    Hier kann niemand wissen, was M tun sollte. Das kann nur M allein entscheiden.
    Ja, ja, und: kann dauern. Und kosten.
    Es gibt eine Gebührenordnung für Anwälte, theoretisch sind die alle gleich teuer.
    "Lizenzanalogie" - der Urheberrechtsverletzer darf nicht besser gestellt werden als der Nutzer, der ordentlich ein Nutzungsrecht erwirbt. Deshalb hat der geschädigte Urheber Anspruch auf Schadensersatz in Höhe des marktüblichen Entgelts für die Nutzung.
    Die Anwaltskosten zahlt der Schädiger - sofern der Anspruch berechtigt ist, und sofern das Geld beim Schädiger einzutreiben ist. Ist der Schädiger nicht zahlungsfähig, zahlt erstmal der Abmahnende, und der kann dann versuchen, die folgenden 30 Jahre das Geld beim Schädiger einzutreiben, was allerdings wieder neue Kosten verursacht, die dann auch beim Schädiger eingetrieben werden können - wenn denn beim Schädiger etwas zu holen ist...
    Man kann als Urheber dabei also auch auf seinen Kosten sitzen bleiben, wenn man Pech hat.
    Kommt drauf an. Üblicherweise schickt der Anwalt dem Urheberrechtsverletzer mit der Abmahnung seine Kostennote (Rechnung). Erst wenn der nicht bezahlt, holt sich der Anwalt das Geld von seinem Mandanten.
    Wenn die Sache vor Gericht gehen sollte, wird das Gericht meist eine Sicherheitsleistung vorab verlangen, bevor es tätig wird.
    Ja.
    So viele wie möglich.
    Bei der anwaltlichen Abmahnung wird erstmal nur behauptet. Ob ein Beweis ausreichend ist, entscheidet bei einer Gerichtsverhandlung das Gericht.
     
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  3. Johannes26

    Johannes26 Neues Mitglied 11.09.2017, 14:52

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    AW: Abmahnung - Hintergrundmusik auf Videoportal

    Lieber Tom Rohwer,
    vielen Dank für die Antworten bisher, das freut mich.

    Mir sind noch ein paar Fragen diesbezüglich eingefallen:

    9. Wenn mehrere Musiker nun an einem Musikstück beteiligt sind, bspw.
    2 Texter, 2 Komponisten und das Werk somit mehrere Urheber hat:
    Wie ist das dann geregelt? Darf einer der Urheber vollen Schadensersatz verlangen oder nur einen prozentualen Anteil, da mehrere Urheber exisiteren?

    10. Was würde passieren, wenn die Urheber untereinander keinen Kontakt mehr haben und zufällig unabhängig voneinander die selbe Person abmahnen lassen? Kann eine Person für bspw. ein Musikstück mehrfach belangt werden? Wie würde das geregelt werden unter den Urhebern?

    11. Wenn man als Musiker (M) zum Beispiel unter Vertrag steht bei einer Plattenfirma, der man Verwertungsrechte, etc. einräumt, kann ein Anwalt im Auftrag von dieser Plattenfirma eine Abmahnung an "V-N" raussenden? Also zählt die Plattenfirma dann als eine Art "Urheber" bzw. Rechteinhaber oder können ausschließlich die Künstler als Urheber eine Anwalt beauftragen, Abmahnungen an "V-N" zu rauszusenden?


    Liebe Grüße

    Johannes
     
  4. TomRohwer

    TomRohwer V.I.P. 11.09.2017, 16:45

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    AW: Abmahnung - Hintergrundmusik auf Videoportal

    §8 UrhG, §9 UrhG

    Wenn es Miturheber gibt bzw. es sich um ein verbundenes Werk handelt, kann einer der (Mit)Urheber m.E. überhaupt nicht allein in der Hinsicht aktiv werden, andererseits können ihm die anderen auch nicht die Mitwirkung verweigern.
    Den Kontakt sollte man also aufrechterhalten.
    Ja.
    Nein.
    Ja.
    Kommt auf die eingeräumten Rechte an.

    Wenn eine Plattenfirma, ein Verlag etc. nur ein einfaches Nutzungsrecht eingeräumt bekommen hat, kann die Plattenfirma oder der Verlag schon deshalb nicht einfach eine Urheberrechtsverletzung abmahnen, weil sie ja gar nicht weiß, ob der Urheber nicht auch noch anderen Nutzungsrechte eingeräumt hat...
     
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