§ 823 I BGB Garantenstellung bei Minderjährigkeit (Unterlassung)

Dieses Thema "ᐅ § 823 I BGB Garantenstellung bei Minderjährigkeit (Unterlassung) - Aktuelle juristische Diskussionen und Themen" im Forum "Aktuelle juristische Diskussionen und Themen" wurde erstellt von -Halina-, 7. August 2011.

  1. -Halina-

    -Halina- Boardneuling 07.08.2011, 16:13

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    § 823 I BGB Garantenstellung bei Minderjährigkeit (Unterlassung)

    Hallo Zusammen,

    ich bräuchte dringend Hilfe bei der Lösung meines Problems!!!

    Folgender fiktiver Fall.
    X bittet den 16 Jährigen Y während seines Urlaubes von 4 Wochen seine wertvollen Bonsaibäume (gesamtwert 2000,- €) zu gießen. Y, der selber seit einigen Jahren Bonsaibäume hat, sagt zu, tut es aber nicht, weil er selber in den Urlaub fährt. Die Bäume vertrocknen. (Die Eltern des Y wussten von der Abmachung nichts)

    X fordert Schadensersatz gem. § 823 I BGB

    Meine Frage:
    Liegt hier überhaupt ein Unterlassen durch Y vor? Dafür müsste ja eine Garantenstellung bestehen, und somit eine Schutzpflicht. Die könnte er ohne Einwilligung der Eltern doch nicht übernommen haben, oder?!
    Andererseits kann ein vorangegangenes Verhalten ja auch eine Garantenstellung begründen... Das würde dann doch aber den minderjährigen Schutz unterlaufen... Wenn ich mich sonst vertraglich nicht ohne Einwilligung oder Genehmigung verpflichten kann - dann aber trotzdem die Schutzpflicht für die rechtsgüter eines Anderen zu übernehmen ?!

    Komme da einfach nicht weiter... Vielleicht kann mir jemand helfen?!

    Gruß & Danke!
     
  2. Gerd aus Berlin

    Gerd aus Berlin V.I.P. 07.08.2011, 23:27

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    AW: § 823 I BGB Garantenstellung bei Minderjährigkeit (Unterlassung)

    "Beschützergarantenpflichten ergeben sich aus:
    (...)
    der freiwilligen Übernahme (z.B. Übernahme einer ärtzlichen Behandlung, Tätigkeit als Babysitter/Krankenpfleger)"

    Liegt kein Arbeitsverhältnis vor und kein Kauf höherwertiger Güter, sehe ich keine Unwirksamkeit, auch keine schwebende, mangels Zustimmung der Erziehungsberechtigten.

    Wer in der Höhe seines Taschengeldes einen wirksamen Kaufvertrag abschließen kann, wird wohl auch gültig eine freiwillige Tätigkeit versprechen, zu der er seiner Reife entsprechend in der Lage ist.

    Und seiner Erfahrung entsprechend: Das Gießen von Bäumchen überforderte den erfahrenen 16jährigen Bonzai-Züchter offenbar nicht.

    M. E. wäre das Einholen der Zustimmung der Erziehungsberechtigten nur nötig, "soweit es nach dessen Entwicklungsstand angezeigt ist" (ebd.).

    Analogien:

    Bitte an einen 14jährigen, mal eben eine Eiswaffel zu halten, weil das Handy klingelt. Auch ohne indirekten Zwang, also freiwillig. Der lässt sofort die Eiswaffel fallen - mit der Begründung: Meine Garantenstellung entfällt mangels Zustimmung meiner Erziehungsberechtigten.

    Bitte an einen 14jährigen, auf den Kampfhund aufzupassen, weil man zum Frisör möchte. Der findet Hunde offenkundig alle knuddelig, erst als er Angst bekommt durch das agressive Verhalten nimmt er Reißaus. Mein Tipp: "dessen Entwicklungsstand" wurde falsch eingeschätzt, keine Garantenstellung.

    Warum nicht? Gruß aus Berlin, Gerd
     
  3. Lichtboxer

    Lichtboxer V.I.P. 08.08.2011, 02:46

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    AW: § 823 I BGB Garantenstellung bei Minderjährigkeit (Unterlassung)

    Schon wieder Strafrecht? Töten von Bäumen durch Unterlassen? Ist eine Garantenstellung gegenüber den Bäumen gegeben?

    Leider ist die strafrechtliche Garantenstellung hier die ganz falsche Fährte. Ich würde mich noch einmal mit dem Prüfungsschema des § 823 BGB befassen, die nachfolgenden Paragrafen lesen und mich auch über ggf. vorliegende Haftungsausschlüsse bei Freundschaftsdiensten informieren.
     
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