§132 a StGB - Mißbrauch von Titeln

Dieses Thema "§132 a StGB - Mißbrauch von Titeln - Strafrecht / Strafprozeßrecht" im Forum "Strafrecht / Strafprozeßrecht" wurde erstellt von haegar, 12. Mai 2004.

  1. haegar

    haegar Neues Mitglied 12.05.2004, 20:34

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    §132 a StGB - Mißbrauch von Titeln

    Hallo!

    Ich habe einen Doktortitel geschenkt bekommen. *g* Es handelt sich um einen klerischen Titel einer US-amerikanischen Kirche. Der Anbieter schreibt:

    "Jede amtlich anerkannte und eingetragene Kirche in den U.S.A. hat die Berechtigung, diese Doktortitel zu verleihen."
    "Diese kirchlichen Doktortitel sind von der International Academic Accrediting Commission akkreditiert und dürfen auch in Deutschland offiziell getragen werden."
    "Kirchliche Grade sind vom §132a I. StGB nicht erfasst und somit auch in Deutschland legal führbar."

    Fände es schon ganz lustig, wenn ich meinen promovierenden Freunden sagen könnte: Doktor? Habe ich schon!

    Nach §132a (3) StGB ist das unbefugte Führen klerischer Titel jedoch strafbar.

    Wäre es in einem Fall ein "unberechtigtes Führen"? Hat jemand einen entsprechenden Präzedenzfall?
     
  2. Brati

    Brati V.I.P. 19.10.2010, 17:35

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    AW: §132 a StGB - Mißbrauch von Titeln

    Wieso soll daran kein Zweifel bestehen? Es ist ein Dokortitel, den man nicht nach deutschem Recht gem- irgendeiner Promotionsordnung verliehen bekommen hat.
    §132a schützt das Vertrauen des Bürgers in die Qualität, die sich hinter solchen Bezeichnungen verbirgt. Wenn man seinen Dr. irgendwoher geschenkt bekommen hat, dann steht man im Zweifel gerade nicht für eine solche Qualität.
    Ich sage nicht, dass es strafbar ist. Ich sage nur, dass es mEn nicht so unproblematisch scheint, wie es mein Vorredner hier vermuten lässt.

    Auf die Information, vom Aussteller des Titels, dass das hier erlaubt sei würde ich absolut nix geben. In den USA kann ja jeder Spinner seine eigene Kirche ins Leben rufen- die dürfen dann alle Titel ausstellen und verleihen die man hier problemlos nutzen kann? Ich glaube nicht!
     
  3. Clown

    Clown V.I.P. 19.10.2010, 18:15

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    AW: §132 a StGB - Mißbrauch von Titeln

    Das ist zweifelsohne Unsinn. Das Führen dieses "Titels" ist ein strafbarer Titelmissbrauch.

    Als Scherz abends in der Kneipe, der sogleich richtiggestellt wird, ist das natürlich was anderes. Alles, was darüber hinausgeht, ist strafbar.
    Im Übrigen ist der Thread sechs Jahre alt.
     
  4. semmel76

    semmel76 V.I.P. 19.10.2010, 23:25

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    AW: §132 a StGB - Mißbrauch von Titeln

    Es gibt tatsächlich keine Vorschrift, die das Führen von klerischen Titeln aus den USA erfasst, soweit liegen die ominösen Titelhändler auch richtig. Allerdings wird daraus der falsche Schluss gezogen, dass das Führen des klerischen Titels aus den USA in Deutschland damit nicht verboten sei.

    Indes liegt jedenfalls ein m.E. klassischer Fall eines Verstosses gegen § 132a StGB vor, wenn der Titelkäufer hierzulande den Titel "Doktor" führt, da dieser mit dem Doktorgrad (akademischer Titel) aus Deutschland verwechselt werden kann - die Vorschrift ist dahingehend eindeutig. Als Randinfo: Es ist auch der "Dr. h.c." (Ehrendoktor) in Deutschland geschützt.

    Selbst wenn es sich bei dem Titel unseres Protagonisten hier um einen staatlichen anerkannten, kirchlichen Grad handelt, so darf der gekaufte Titel nebst Herkunftsbezeichnung nur so geführt werden, wie er "verliehen" wurde.



    ;) Wäre eine Möglichkeit, jedoch sind die Möglichkeiten der Abänderung eher gering. Zudem würde sich der Protagonist - so er denn eine erlaubte Variante findet - mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit dem Gespött der promovierenden Freunde aussetzen.

    Aber egal: Der Comicheld "Hägar" ist meines Wissens ja ein Heide - da ist ein klerischer Titel ohnehin Unfug. :D

    Das kommt noch hinzu...
     
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  5. adenau

    adenau Senior Mitglied 20.10.2010, 09:23

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    AW: §132 a StGB - Mißbrauch von Titeln

    Doktorgrade, Professorgrade dürfen im nicht-akademischen Bereich öffentlich geführt werden, wenn keine Verwechslung mit Amts- oder Dienstbezeichnungen möglich ist.
    Eine Bezeichnung ist dann einer Amts- oder Dienstbezeichnung zum Verwechseln ähnlich, wenn nach dem Gesamteindruck eines durchschnittlichen, nicht genau prüfenden Beurteilers eine Verwechslung möglich ist (BGH GA 1966, 279)

    Deshalb muss erkennbar sein:
    - Kirchlicher Ehrentitel
    - Fachgebiet
    - Land der Herkunft.

    Beispiel:

    Karl Hagestolz - Dr. h.c. of angel science, ... Institut (USA)
     
    klausschlesinge gefällt das.
  6. Brati

    Brati V.I.P. 20.10.2010, 12:37

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    Nur macht man sich mit so einen Titel mehr lächer als zu imponieren- das ist wohl aber sicherlich nicht im Sinne des Anbieters und des Bestellers ;)
     
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