Hunde zählen nicht als Arbeitsmittel für Lehrer

29.03.2018, 09:33 | Arbeitsrecht | Jetzt kommentieren


Hunde zählen nicht als Arbeitsmittel für Lehrer
Neustadt/Weinstraße (jur). Auch wenn eine Lehrerin ihren Hund als „Schulhund“ einsetzt, wird das Tier nicht zu ihrem „Arbeitsmittel“. Die Kosten kann sie daher nicht steuerlich als Werbungskosten geltend machen, wie das Finanzgericht (FG) Rheinland-Pfalz in Neustadt an der Weinstraße in einem am Mittwoch, 28. März 2018, bekanntgegebenen Urteil entschied (Az.: 5 K 2345/15).

Die klagende Lehrerin hatte für das Jahr 2013 einige Kosten für ihren Vierbeiner zusammengerechnet: 40 Euro für Hundegeschirr, 41 Euro für Hundespielzeug und 122 Euro für weiteres Hundezubehör, zudem 30 Euro Hundesteuer und 74 Euro Hunde-Haftpflichtversicherung, sowie für das Futter pauschal 600 Euro. Insgesamt kamen so 907 Euro zusammen.

Kein Werbungskostenabzug für Schulhund

Die Hälfte davon machte die Lehrerin in ihrer Steuererklärung als Werbungskosten geltend. Ihr Hund sei ein „Schulhund“ und begleite sie drei Mal pro Woche in die Schule. Nach einem Konzept des Pädagogischen Landesinstituts Rheinland-Pfalz in Speyer komme er vor allem bei Schülern der Orientierungsstufe (Klassen fünf und sechs) zum Einsatz. Auch die Schulaufsicht unterstütze das Projekt „Hundegestützte Pädagogik in Rheinland-Pfalz“.

Dennoch ließ das Finanzamt den Werbungskostenabzug nicht gelten. Ein Hund sei kein Arbeitsmittel und werde zudem „nicht unwesentlich privat genutzt“.

Schulhund ist nicht vergleichbar mit Diensthund eines Polizisten
Dem folgte nun auch das FG Neustadt. Der Hund diene „nicht (nahezu) ausschließlich und unmittelbar der Erledigung der dienstlichen Aufgaben“, sondern werde überwiegend privat verwendet. Zwar könne ein Schulhund die Lehrtätigkeit bereichern, notwendig sei dies aber nicht. Eine Trennung zwischen dienstlicher und privater Nutzung sei nicht möglich, so dass die Kosten für das Tier insgesamt nicht abgezogen werden könnten.

Mit dem Diensthund eines Polizisten sei der „Schulhund“ nicht vergleichbar. Denn Polizeihunde gehörten dem Land als Dienstherrn, das daher auch für die Kosten aufkomme, so das FG abschließend in seinem Urteil vom 12. März 2018.

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