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JuraForum.deNachrichtenWissenschaftVon Kinshasa nach Würzburg: Stipendiaten an der Uni 

Von Kinshasa nach Würzburg: Stipendiaten an der Uni

24.04.2012, 11:10 | Wissenschaft | Autor: idw | 0 Kommentare

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Erstmals sind drei Stipendiaten von der afrikanischen Partneruniversität Kinshasa (Demokratische Republik Kongo) an der Uni Würzburg zu Gast. Sie experimentieren hier für ihre Masterarbeiten in Pharmazie und Chemie. „Der Aufenthalt dient dazu, die Studenten an moderne Konzepte und Techniken der Natur- und Wirkstoff-Forschung heranzuführen“, so Professor Gerhard Bringmann, der die Unipartnerschaft und das Stipendienprogramm BEBUC begründet hat.

Anfang April sind sie in Würzburg angekommen: Die kongolesischen Pharmaziestudenten Dieudonné Tshitenge Tshitenge und Jean-Pierre Mufusama Koy-Sita sowie der Chemiestudent Blaise Pascal Kimbadi Lombe. Sechs Monate lang bleiben sie nun als reguläre Austauschprogrammstudierende hier, um in der Fakultät für Chemie und Pharmazie Experimente für ihre Masterarbeiten zu machen. Danach kehren sie in den Kongo zurück, um ihre Masterstudien abzuschließen – im „Sandwich-Modell“ Kinshasa-Würzburg-Kinshasa.
Antimalaria-Mittel aus dem Kongo analysieren

Die beiden Pharmaziestudenten analysieren in Würzburg Medikamente, wie man sie im Kongo auf Märkten und in Apotheken kaufen kann. Hintergrund: Im Kongo ist die mangelnde Standardisierung der Arzneimittel ein Problem: Nicht immer ist Verlass darauf, dass Zusammensetzung und Wirkstoffgehalt von Tabletten und Salben so sind, wie es sein müsste.

Die Studenten untersuchen darum in den Labors der Professoren Gerhard Bringmann (Chemie) und Ulrike Holzgrabe (Pharmazie) pflanzliche und synthetische Antimalaria-Mittel aus ihrer Heimat. „Sie sollen sie mit modernen Methoden wie Hochdruckflüssigchromatographie, Dünnschichtchromatographie und Kapillarelektrophorese vergleichend analysieren“, so Bringmann. Auf diese Weise lasse sich die Qualität der Arzneimittel umfassend beurteilen und standardisieren. Die Studenten arbeiten dabei im Rahmen des Würzburger Sonderforschungsbereichs (SFB) 630 (Wirkstoffe gegen Infektionskrankheiten).

Pflanzen aus dem Regenwald im Gepäck

Chemiestudent Blaise Pascal Kimbadi Lombe befasst sich im Labor von Bringmann im Rahmen des SFB und der Klinischen Forschergruppe 216 (Multiples Myelom) mit Pflanzen aus dem kongolesischen Regenwald. „Er hat sie unter schwierigen Bedingungen selbst gesammelt und auf dem Motorrad 500 Kilometer weit über holprige Straßen nach Kinshasa transportiert“, erzählt der Würzburger Professor.

Diese Mühe könnte sich auszahlen: Laut Bringmann handelt es sich möglicherweise um eine bislang unbekannte Pflanzenart. Vielleicht birgt sie sogar neue Inhaltsstoffe mit chemisch interessanten Strukturen und biologischen Wirkungen gegen Krankheitserreger oder Tumorzellen. Kimbadi Lombe hat neben getrockneten Pflanzen auch ein lebendes Exemplar mitgebracht. Im Botanischen Garten der Uni versuchen die Gärtner derzeit, es aufzupäppeln und später zu vermehren. Wenn das gelingt, lässt sich das Pflanzenmaterial für weitere Forschungen künftig wesentlich leichter beschaffen.

BEBUC-Stipendiaten der ersten Stunde

Alle drei Studenten aus Kinshasa sind Pioniere im BEBUC-Programm, das 2008 eingerichtet wurde und maßgeblich von der Else-Kröner-Fresenius-Stiftung unterstützt wird. BEBUC fördert herausragende Schüler und Studierende an mittlerweile drei kongolesischen Gymnasien und an acht Universitäten.

Unterstützt werden die jungen Leute in allen Phasen der akademischen Ausbildung – vom Gymnasium über Bachelor und Master bis zum Postdoc-Aufenthalt und vor allem bei der darauf folgenden Rückkehr in die Heimat als Professoren. Denn das ist das Ziel von BEBUC: die stetige Abwanderung der besten Nachwuchswissenschaftler aus dem Kongo zu bremsen und damit die Qualität der Universitäten dort nachhaltig zu verbessern.

Kontakt
Prof. Dr. Gerhard Bringmann, Institut für Organische Chemie der Universität Würzburg, T (0931) 31-85323, bringman@chemie.uni-wuerzburg.de

Weitere Informationen:
- http://www.foerderverein-uni-kinshasa.de Der BEBUC-Förderverein

Quelle: idw



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