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Universität Leipzig erinnert an Sprengung der Universitätskirche St. Pauli

22.05.2012, 16:10 | Wissenschaft | Autor: idw | 0 Kommentare


Die Universität Leipzig erinnert am 30. Mai mit einer öffentlichen Veranstaltung im Neuen Augusteum an den 44. Jahrestag der Sprengung der Universitätskirche St. Pauli. Im Foyer des Gebäudes, das auf der Fläche des ebenfalls 1968 gesprengten Augusteums entstanden ist, werden Universitäts-Rektorin Prof. Dr. Beate Schücking und der Dekan der Fakultät für Geschichte, Kunst- und Orientwissenschaften, Prof. Dr. Frank Zöllner, sprechen.
"Die Erinnerung an die einstige Universitätskirche ist für uns sehr bedeutsam. Diese Gedenkveranstaltung soll zeigen, dass die Universität Leipzig die Sprengung der Kirche im Jahr 1968 zutiefst missbilligt", sagte Prof. Schücking am Dienstag.


In seiner Rede über die "Geschichtswerkstatt Leipzig" wird Prof. Zöllner während der Gedenkveranstaltung den Menschen danken, die damals kurz vor der Sprengung der Universitätskirche "in einem Akt ganz besonderer Courage"
einen Großteil der Kunstwerke aus dem Gotteshaus retteten. Es mute daher "fast wie ein Wunder" an, dass nach aktuellen Berechnungen etwa sechs Siebtel der Sakralkunst gerettet werden konnte, so Zöllner laut Redemanuskript. "Man kann nicht eindringlich genug an die Rettungsaktion vom Mai 1968 erinnern, allein schon, um den daran Beteiligten allergrößten Respekt für ihr couragiertes Wirken zu zollen", erklärt der Historiker. Zugleich erinnert er an die "unwürdige" Behandlung der geretteten Kunst in den folgenden Jahrzehnten - bis in die 1990er Jahre. "Das war kein Ruhmesblatt, auch nicht für die Universität", kritisiert Zöllner.

In allernächster Zukunft würden nun die teils komplett restaurierten Epitaphien aus der gesprengten Kirche im Paulinum präsentiert. Zusammen mit dem wieder aufzustellenden Paulineraltar sowie den kunsthistorisch wertvollen sogenannten Paulinerfresken, die bereits installiert wurden, und anderen Kunstwerken werde die Geschichtswerkstatt Leipzig als Ort "dichter Gedächtniskultur" bald eines ihrer anschaulichsten Zentren auf dem neuen Universitätscampus besitzen.

Der Universitätschor unter Leitung von Universitätsmusikdirektor David Timm umrahmt die öffentliche Veranstaltung am 30. Mai um 11.00 Uhr, zu der alle Universitätsangehörigen sowie alle interessierten Leipzigerinnen und Leipziger eingeladen sind.

Quelle: idw



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