Fakultät Life Sciences ermöglicht Gymnasiasten einen Blick durchs Rasterelektronenmikroskop und praktische Versuche im Labor.
Wie funktioniert ein Rasterelektronenmikroskop in der Praxis? Wie werden Oberflächen im Labor untersucht und was kommt bei einer Vorlesung im Studienfach Bionik auf mich zu? 39 Schülerinnen und Schüler aus den Klassen 9 des Euregio-Gymnasiums in Bocholt erhielten an der Fakultät Life Sciences der Hochschule Rhein-Waal einen dezidierten Einblick in die Welt der Naturwissenschaften. „Die Begeisterung der Schüler bei den Versuchen sprach für sich. Ich denke, sie haben hautnah erfahren dürfen, wie interessant und spannend dieser Forschungsbereich ist", fasst Cornelius Janse, Lehrer für Biologie und Chemie, die Eindrücke zusammen.
Kleve/Emmerich/Kamp-Lintfort, 20. Juni 2012: Im Differenzierungskurs Naturwissenschaften hatten sich die Schülerinnen und Schüler bereits seit Monaten mit Bionik und Nanotechnologie beschäftigt. Thematisiert wurden unter anderem die Beschaffenheit von Oberflächen sowie verschiedene Mikroskoptypen. „Durch einen Zeitungsartikel habe ich kürzlich erfahren, dass die Hochschule ein Rasterelektronenmikroskop erworben hat. Also habe ich den Kontakt zur Hochschule gesucht“, sagt Janse, der auch stellvertretender Schulleiter ist. „Wir sind natürlich immer dankbar, wenn Schulen auf uns zukommen und sich vor Ort über Studienfächer und -bedingungen informieren wollen. Von diesem Treffen haben beide Seiten enorm profitiert“, erklärt Prof. Dr. Kerstin Koch.
Die Biologin hatte zusammen mit ihrem Team ein tolles Programm zusammengestellt, um den Nachwuchs in knapp drei Stunden für Nanotechnologie zu begeistern. Drei Stationen wurden aufgebaut: Die Professorin simulierte eine Vorlesung, indem sie über Oberflächenstrukturen und Benetzungseigenschaften von Oberflächen referierte. Diplom-Biologe Oliver Hagedorn wiederum ermöglichte praktische Versuche im Labor. Experimentiert wurde mit Sand, der nicht nass werden kann und echten Lotusblättern, die sich selbst reinigen können. „Die Oberflächenstruktur der Blätter ist einzigartig. Wasser perlt einfach so ab und sammelt dabei Schmutz von den Oberflächen auf“, sagt Hagedorn. Die Gäste waren fasziniert. Die dritte Gruppe durfte Proben präparieren und sie dann durch das Rasterelektronenmikroskop begutachten. „Wir haben verschiedene Blätter untersucht und auch Facettenaugen von Fliegen sichtbar gemacht", erläutert Diplom-Biologe Axel Hinnemann. Anschließend wurden die Stationen gewechselt.
Nach einem anschließenden Mittagessen in der Mensa der Hochschule ging es zurück nach Bocholt. „Die Workshops waren sehr gut vorbereitet und die Durchführung prima. Viele Schüler berichteten, sie hätten sich den Besuch der Hochschule schon vor unserer Klassenarbeit gewünscht“, berichtet Janse. „Denn der Tenor war einhellig: Jetzt wissen wir ganz genau, wie ein Rasterelektronenmikroskop funktioniert!“ Das Gymnasium möchte den Kontakt gerne aufrecht halten und die Hochschule im nächsten Jahr erneut besuchen – dann möglichst noch vor der Klassenarbeit!