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Schader-Preis 2011 an Jan Philipp Reemtsma

26.01.2011, 15:00 | Wissenschaft | Autor: idw | 0 Kommentare

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Der Literatur- und Sozialwissenschaftler Jan Philipp Reemtsma erhält den Schader-Preis 2011. Der Preis ist eine der wichtigsten Auszeichnungen für Gesellschaftswissenschaftler in Deutschland. Mit dem Schader-Preis zeichnet die Darmstädter Schader-Stiftung Gesellschaftswissenschaftler aus, die durch ihre wissenschaftliche Arbeit und ihr öffentliches Wirken wichtige Beiträge für die Lösung gesellschaftlicher Probleme geleistet haben.

Mit Jan Philipp Reemtsma würdigt die Schader-Stiftung einen der bedeutendsten Vertreter einer kritischen, dem Projekt der Aufklärung verpflichteten Gesellschaftswissenschaftler in Deutschland, der sich in seinem Wirken als Wissenschaftler, Stifter und Mäzen um verschiedene Gebiete der Sozial- und Geisteswissenschaften verdient gemacht hat. Als Literaturwissenschaftler widmete er sich als Autor, Herausgeber und Stifter insbesondere den Werken von Arno Schmidt und Christoph Martin Wieland. In seinen gesellschaftswissenschaftlichen Analysen, exemplarisch in seinem Buch „Vertrauen und Gewalt“ (erschienen 2009), verbindet er literatur- und sozialwissenschaftliche Forschungsperspektiven auf höchst originelle Weise, um den Zusammenhang von Vertrauen und Gewalt zu analysieren.
Auf diese Weise gelang ihm ein maßgeblicher Beitrag zur Verbesserung unseres Verständnisses moderner Gesellschaften.

Der 1952 geborene Jan Philipp Reemtsma studierte Literaturwissenschaft und Philosophie in Hamburg. Er lehrte von 1996 bis 2007 als Professor für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Hamburg. 1984 gründete Jan Philipp Reemtsma das Institut für Sozialforschung, das sich mit seinen Forschungen zur Entwicklung der bundesdeutschen Gesellschaft, zu Theorie und Geschichte der Gewalt und zu Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit zu einem der wichtigsten Zentren einer kritischen Gesellschaftswissenschaft in Deutschland entwickelt hat.

Jan Philipp Reemtsma hat zahlreiche Veröffentlichungen zu literarischen, historischen, politischen und philosophischen Themen vorgelegt, darunter: „Vertrauen und Gewalt. Versuch über eine besondere Konstellation der Moderne“ (2009), „Lessing in Hamburg“ (2007), „Über Arno Schmidt. Vermessungen eines poetischen Terrains“ (2006), „Das unaufhebbare Nichtbescheidwissen der Mehrheit. Sechs Reden über Literatur und Kunst“ (2005), „Folter im Rechtsstaat?“ (2005), „Warum Hagen Jung-Ortlieb erschlug. Unzeitgemäßes über Krieg und Tod“ (2003), sowie „Verbrechensopfer. Recht und Gerechtigkeit“ (2002; zusammen mit Winfried Hassemer).

Für sein wissenschaftliches und öffentliches Wirken erhielt Jan Philipp Reemtsma bereits mehrere hochrangige Auszeichnungen, darunter den Lessing-Preis der Freien und Hansestadt Hamburg (1997), die Leibniz-Medaille der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (2002), den Teddy Kollek-Preis der Jerusalem Foundation, den Preis für Verständigung und Toleranz des Jüdischen Museums Berlin (2010) und den Schiller-Preis der Stadt Mannheim (2010), sowie die Ehrendoktorwürde der Universitäten Konstanz und Magdeburg.

Der Schader-Preis wird jährlich von der Schader-Stiftung verliehen und ist mit 15.000 Euro dotiert. Preisgericht ist das Kuratorium der Stiftung unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Joachim-Felix Leonhard, Staatssekretär a.D. Zu den bisherigen Preisträgern zählen unter anderem Wolf Lepenies (2010), Lord Ralf Dahrendorf (2009), Klaus von Beyme (2008), Franz-Xaver Kaufmann (2007), Gesine Schwan (2006), Ulrich Beck (2005), Bernd Raffelhüschen (2004), Hartmut Häußermann und Walter Siebel (2003), Fritz W. Scharpf (2002), Peter Graf Kielmansegg (2001), Meinhard Miegel (2000) und Renate Mayntz (1999).

Die Darmstädter Schader-Stiftung fördert die Gesellschaftswissenschaften und deren Dialog mit der Praxis. Sie feierte im Jahr 2009 ihr 20-jähriges Jubiläum.

Weitere Informationen:
- http://www.schader-stiftung.de

Quelle: idw



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