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Offene Forschungsplattform am HPI: Web-Anwendungen im Browser bauen

03.03.2010, 11:00 | Wissenschaft | Autor: idw | 0 Kommentare


Potsdam. Internetnutzern soll das eigenhändige Programmieren von Web-Angeboten so leicht wie möglich gemacht werden. Das ist das Ziel der öffentlichen Forschungsplattform , die das Hasso-Plattner-Institut (HPI) jetzt ins Netz gestellt hat. Dank dieser Programmierumgebung, die ursprünglich von den Sun Microsystems Laboratories entwickelt wurde, ist es jedermann einfach möglich, Internetanwendungen direkt per Webbrowser zu kreieren, zu ändern und bereitzustellen. Die dazu notwendigen Werkzeuge sind in das System bereits eingebaut. Ein Herunterladen und Installieren entsprechender Programme ist nicht mehr erforderlich.


"Lively Kernel passt in unserem Fachgebiet Software-Architekturen hervorragend zum Forschungsschwerpunkt Endbenutzerprogrammierung", betonte HPI-Professor und Fachgebietsleiter Robert Hirschfeld. "Hierbei handelt es sich um ein innovatives, außergewöhnlich interaktives und dynamisches System, mit dem man Web-Anwendungen mit reichhaltigen grafischen Oberflächen im Browser selbst erstellen kann", ergänzte der Wissenschaftler.


Da es in der Programmiersprache JavaScript geschrieben ist, läuft das System Lively Kernel auf modernen Internetbrowsern wie Firefox, Safari oder Chrome. Der Nutzer findet darin alle Möglichkeiten zur Beeinflussung von Inhalten und Verhalten einer Webanwendung zusammengefasst. Er kann sogar selbst die Programmierwerkzeuge und die einzelnen Anwendungen aus dem Browser heraus verändern.


"Mit unser Plattform führen wir die Nutzer auch dahin, in ihre Anwendungen Web-Dienste wie zum Beispiel Wetter- und Börseninformationen zu integrieren", betonte Hirschfeld. Alles kann entwickelt werden, ohne den Web-Browser dabei zu verlassen. Und während man mit Lively Kernel eine Anwendung erstellt, ist diese für andere Internetnutzer sichtbar und kann von diesen weiterentwickelt werden.


Jens Lincke, wissenschaftlicher Mitarbeiter am HPI-Fachgebiet Software-Architekturen, zeigte am Beispiel einer Wankelmotor-Simulation, wie einfach in Lively Kernel komplexe Systeme modelliert, visualisiert, verändert und dokumentiert werden können. Beispiel einer solchen interaktiven Anpassung ist die Programmierung der Auswahl der Zylinderanzahl, um ein besseres Verständnis der Auswirkung von Zündzeitpunkten zu entwickeln.


Schon vom kommenden Sommersemester an wird das HPI das kollaborative Programmieren per Web-Browserauch in die Lehre einfließen lassen. Lively Kernel wird dann erstmals das Thema einer Lehrveranstaltung am Fachgebiet von Prof. Hirschfeld.


Quelle: idw



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