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Nobelpreisträger Grünberg hält Vortrag an der RUB

04.06.2008, 13:00 | Wissenschaft | Autor: idw | 0 Kommentare


Nr. 172Research School lädt zum "Science College" einWie viel Freiheit braucht die Wissenschaft?"Wie viel akademische Freiheit brauchen wir, um erfolgreiche Wissenschaftler zu werden?", lautet die zentrale Frage des Science College, zu dem die Research School der Ruhr-Universität am 11. und 12. Juni 2008 einlädt. Die Frage wird anhand beispielhafter Wissenschaftskarrieren und übergreifender Fragen zur persönlichen Verantwortung in der Wissenschaft sowie zu institutionellen und finanziellen Bedingungen von Forschung beleuchtet. Als Referenten sind Nobelpreisträger Prof. Dr. Peter A. Grünberg und Prof. Dr. Ferdi Schüth vom Max Planck Institut für Kohlenforschung sowie die beiden Wissenschaftsphilosophen Prof. Dr. Andreas Bartels und Prof. Dr. Stephan Hartmann eingeladen. Alle Interessierten sind zu den englischsprachigen Vorträgen (11.6., 11 Uhr Prof. Grünberg/ Prof. Bartels, 12.6., 10 Uhr Prof. Schüth/ Prof. Hartmann, Veranstaltungszentrum/Mensa der RUB) herzlich willkommen.












Informationen im Internet


Informationen im Internet unter
http://www.research-school.rub.de/cms/science_college_2008.html


Peter A. Grünberg


Peter A. Grünberg wird einen Vortrag über die persönliche Verantwortung als selbstständiger Wissenschaftler halten. Grünberg, geboren 1939 in Pilsen, studierte Physik in Frankfurt a. M. und Darmstadt, wo er 1966 auch promovierte. 1972 kam er an das Forschungszentrum Jülich, 1984 habilitierte er sich an der Universität zu Köln, wo er 1992 die Ernennung zum außerplanmäßigen Professor erhielt. Grünberg teilt sich den 2007 verliehenen Nobelpreis für Physik mit Albert Fert von der Universität Paris für die Entdeckung des Riesenmagnetowiderstands (englisch: Giant Magnetoresistance - GMR) in den 80er-Jahren. Der GMR-Effekt brachte den Durchbruch zu Giga-Byte-Festplatten, die heutzutage in jedem PC im Einsatz sind. Gemeinsam mit Albert Fert begründete Grünberg die Zukunftstechnologie Spintronik. Prof. Grünberg erhielt 2002 die Ehrendoktorwürde der RUB. Fachlich ist er dem Sonderforschungsbereich "Magnetische Heteroschichten: Struktur und elektronischer Transport" verbunden, der sich der Herstellung spezieller Heteroschichtstrukturen in Halbleitern widmet. Die Forscher um Sprecher Prof. Dr. Hartmut Zabel beschäftigen sich damit, wie Grünbergs Entdeckungen angewandt und weiter entwickelt werden können.


Ferdi Schüth


Thema des Vortrags von Prof. Schüth werden institutionelle und finanzielle Rahmenbedingungen für selbstständige Forschung sein. Ferdi Schüth, Jahrgang 1960, studierte in Münster Chemie und Rechtswissenschaften, promovierte 1988 in Physikalischer Chemie und absolvierte kurz darauf das erste Juristische Staatsexamen. Er arbeitete als Postdoktorand an der University of Minneapolis, in Mainz und als Gastprofessor an der University of California in Santa Barbara, bevor er sich 1995 in Mainz habilitierte. Mit 34 Jahren wurde er Lehrstuhlinhaber in Frankfurt und drei Jahre später Direktor am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung in Mülheim an der Ruhr. Für seine Forschungen zu mesoporösen Festkörpern, die unter anderem die Speicherung von Wasserstoff für Brennstoffzellen oder von Farbstoffen ermöglichen und in Autokatalysatoren Kohlenmonoxid in Kohlendioxid umwandeln, erhielt Schüth 2003 den Leibniz-Preis der DFG. Seit 2007 ist er Vizepräsident der DFG. Prof. Schüth ist Honorarprofessor der RUB und Projektleiter im Sonderforschungsbereich 558 (Sprecher: Prof. Dr. Christof Wöll) "Metall-Substrat-Wechselwirkungen in der heterogenen Katalyse", in dem sich alles um heterogene Katalysatoren dreht - Festkörper, an deren Oberfläche gasförmige und flüssige Ausgangsstoffe umgesetzt werden.


Von der fachlichen zur transdisziplinären Perspektive


Um die fachliche Perspektive, die Prof. Dr. Grünberg und Prof. Dr. Schüth in ihren Vorträgen aufzeigen, in eine weiterführende Diskussion einzubinden, sind die beiden renommierten Wissenschaftsphilosophen eingeladen: Prof. Dr. Andreas Bartels von der Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn als auch Prof. Dr. Stephan Hartmann von der Tilburg-Universität (Niederlande) haben Physik und Philosophie studiert und in Wissenschaftsphilosophie promoviert. Prof. Bartels hat in Bonn den Lehrstuhl für Natur- und Wissenschaftsphilosophie inne und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der Erzeugung wissenschaftlichen Verstehens, der Philosophie der Naturwissenschaften, Kognitions- und Neurophilosophie sowie Wissenschaftstheorie und Erkenntnistheorie. Er wird im Anschluss an Prof. Grünberg Fragen nach der Wahlfreiheit von Methoden und Forschungsthemen aufwerfen und zur Diskussion stellen. Prof. Hartmann ist Lehrstuhlinhaber für Epistemologie und Wissenschaftsphilosophie und Direktor des Tilburg-Center für Logik und Wissenschaftsphilosophie mit den Schwerpunkten allgemeine Wissenschaftsphilosophie, Bayes'sche Epistemologie, Philosophie der Physik und Sozialwahltheorie. Prof. Hartmann wird seinen Vortrag über den verantwortlichen Umgang mit Forschungsergebnissen an den Vortrag von Prof. Dr. Schüth anschließen und die nachfolgende Diskussion moderieren.


Research School-interner Teil der Veranstaltung


Das Science College umfasst außerdem einen Research School-internen Teil, in dem die Doktorand/innen in Workshops die Bedingungen einer selbstständigen und unabhängigen Forschung diskutieren und für ihre eigenen Karriereperspektiven reflektieren. Dabei werden sie von Wissenschaftler/innen der RUB unterstützt, die selbst diesen Karriereweg eingeschlagen haben: Jun. Prof. Dr. Lars Leichert, Jun. Prof. Dr. Claudia Trepmann, Jun. Prof. Dr. Henning Schütte and Dr. Marc Spehr (Emmy Noether-Gruppenleiter). Sie nehmen an den von Doktoranden der Research School geleiteten Workshops teil und beenden den wissenschaftlichen Teil der Veranstaltung am 11.6.2008 mit ihren Abendvorträgen. Im Anschluss findet ein Festakt statt, in dem Rektor Elmar Weiler die neu aufgenommenen Doktorand/innen der Research School begrüßt und die Zertifikate an die ersten Absolvent/innen übergibt.


Research School: Exzellent in der ersten Runde


Die campusweite Research School, die in der ersten Runde der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder gefördert wird, bietet hochqualifizierten Nachwuchswissenschaftler/innen aller Fächer ein interdisziplinäres Forschungsumfeld und fördert ihre wissenschaftliche Qualifikation durch ein fachliches und außerfachliches Qualifikationsprogramm. Im jährlichen Science College diskutieren Doktorand/innen über Fächergrenzen hinweg aktuelle Themen aus Wissenschaft und Forschung mit international renommierten Wissenschaftler/innen.


Weitere Informationen


Ruhr-University Research School, Central Coordination Office (CCO), 44780 Bochum, Tel: 0234/32-27890, E-Mail: ipc@rub.de


Weitere Informationen:
- http://www.research-school.rub.de/cm...en zum College
- http://www.fz-juelich.de/portal/star...rof. Grünberg
- http://www.ep4.ruhr-uni-bochum.de/sf...eteroschichten
- http://www.sfb558.de/ - Informatione...ogene Katalyse

Quelle: idw



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