Montanstandorte an der Ruhr – welche Flächen lassen sich wie nutzen und entwickeln?

07.08.2015, 11:10 | Wissenschaft | Autor: | Jetzt kommentieren


Institut Arbeit und Technik zu Problemen der Datenerhebung als Grundlage für künftige Stadt- und Regionalentwicklung

Mit dem Niedergang der Montanindustrie an der Ruhr verloren nicht nur hunderttausende Bergleute und Stahlarbeiter ihren Arbeitsplatz, sondern auch tausende Hektar von Flächen ihre montanindustrielle Nutzung. Die Nachnutzung solcher Flächen stellt auch heute noch eine der großen Herausforderungen des Strukturwandels dar. „Gegenwärtig gibt es aber keine systematische Erhebung grundlegender Daten zu Montanflächen und auch keine Kenntnis darüber, welche Flächen in ihrer Gesamtheit überhaupt montanindustriell genutzt wurden“.

Das zeigt ein aktueller Forschungsbericht aus dem Institut Arbeit und Technik (IAT / Westfälische Hochschule).

Mit dem Niedergang der Montanindustrie an der Ruhr verloren nicht nur hunderttausende Bergleute und Stahlarbeiter ihren Arbeitsplatz, sondern auch tausende Hektar von Flächen ihre montanindustrielle Nutzung. Die Nachnutzung solcher Flächen stellt auch heute noch eine der großen Herausforderungen des Strukturwandels dar. „Gegenwärtig gibt es aber keine systematische Erhebung grundlegender Daten zu Montanflächen und auch keine Kenntnis darüber, welche Flächen in ihrer Gesamtheit überhaupt montanindustriell genutzt wurden“. Das zeigt ein aktueller Forschungsbericht aus dem Institut Arbeit und Technik (IAT / Westfälische Hochschule).

Im Rahmen des Projektes CultNature, das ehemalige Montanflächen mittels Biomasse, Wind und Photovoltaik energetisch nutzt, um Standorte und Stadtquartiere attraktiver zu machen, hat sich das Institut Arbeit und Technik in den letzten drei Jahren auch mit der Identifizierung und Erhebung von Bergbauflächen befasst. Dabei zeigte sich, dass grundlegende Informationen zur aktuellen Nutzung, Nutzungswandel, Zustand, Restriktionen oder siedlungsräumlichen Funktionen vieler Flächen fehlen.
Kenntnisse über Entwicklung und Zustand dieser ehemaligen und (noch) aktuell montanindustriell genutzten Flächen wären jedoch ein wichtiger Baustein, um Nachnutzungskonzeptionen im Kontext der Flächenentwicklung und den damit einhergehenden sozialen, ökonomischen und siedlungsstrukturellen Transformationsprozessen bewerten und entscheiden zu können, schreiben die Autoren Benedikt Leisering, Dr. Michael Krüger-Charlé und David Becker.

Gerade vor dem Hintergrund noch nicht bewältigter Problemfelder des Strukturwandels bestehen ein erhöhter Problemdruck und damit auch ein erhöhter Handlungsbedarf für die Stadt- und Regionalentwicklung des RVR-Gebiets. In diesem Zusammenhang spielen die Altflächen in der Metropole Ruhr aufgrund ihrer siedlungsräumlichen Verteilung und Lage sowie ihrer Anzahl und Größe eine nicht zu unterschätzende Rolle. „So wäre die Erhebung von Datengrundlagen für ehemalige und noch in aktueller Nutzung befindlicher Montanstandorte nicht nur für die Wiedernutzbarmachung ehemaliger Montanflächen von Bedeutung, sondern generell für Strategien der Stadt- und Regionalentwicklung sowie der Strukturpolitik, die sich auf den gesamten Siedlungsraum des Ruhrgebiets beziehen“. Auch die für das Ruhrgebiet typischen Debatten über Flächennutzungskonkurrenzen wie z. B. beim „New Park Projekt“ im Kreis Recklinghausen könnten mit diesen Informationen versachlicht und entschärft werden.

CultnNature ist ein Projekt zur nachhaltigen Stadt- und Regionalentwicklung in nordrhein-westfälischen Bergbaurückzugsgebieten, das vom Institut Arbeit und Technik in Zusammenarbeit mit RAG Montan Immobilien und NRWUrban sowie mit Kipar Landschaftsarchitekten und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus mehreren Hochschulen durchgeführt wird. Die darin entwickelten Gestaltungsszenarien reichen von temporären bis hin zu dauerhaften Nutzungsoptionen und beziehen neben der Herstellung und Verwertung erneuerbarer Energien alle Nutzungsarten von gewerblich/industriell über Wohnraum bis hin zu Freiraum und Grünflächen mit ein. Auf dieser Grundlage soll ein Beitrag zum strategischen Flächenmanagement im Ruhrgebiet wie auch zur Gestaltung der Energiewende und des Klimawandels in der Region geleistet werden.

Ihre Ansprechpartner: Benedikt Leisering, Durchwahl 0209/1707-114, leisering@iat.eu; Dr. Michael Krüger-Charlé, Durchwahl 0209/1707-122, kruegerc@iat.eu; David Becker, Durchwahl 0209/1707-184, becker@iat.eu

Weitere Informationen:
- http://www.iat.eu/forschung-aktuell/2015/fa2015-08.pdf

Quelle: idw


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