Mit „sozialen Innovationen“ gesellschaftliche Herausforderungen bewältigen – neue IAT-Publikation

20.09.2016, 10:13 | Wissenschaft | Autor: | Jetzt kommentieren


„Soziale Innovationen“ gelten als die neue Antwort auf drängende gesellschaftliche Probleme unserer Zeit. Mit neuen Ideen und in neuen Organisations- und Kooperations¬formen können sie zu einer integrativen, nachhaltigen und intelligenten Wirtschaft beitragen. Welche Akteure hier mitspielen, welche Rollen und Funktionen sie im sozialen Innovationsgeschehen einnehmen, hat das Institut Arbeit und Technik (IAT / Westfälische Hochschule) im Rahmen des EU-Projektes SI-Drive untersucht.

Basierend auf der Analyse von 1.005 Initiativen weltweit wurden das Engagement der unterschiedlichen Akteure, ihre Funktionen und Rollen untersucht. Soziale Innovationen finden sich heute in vielen Bereichen des alltäglichen Lebens: Das Konsum- oder Mobilitätsverhalten ändert sich und erzeugt soziale Initiativen wie Upcycling, Tauschbörsen, Car Sharing, im urbanen ebenso wie im ländlichen Raum z.B. Urban Gardening und im gemeinschaftlich organisierten Dorfladen.

An der Umsetzung sozialer Innovationen beteiligt sich ein breites Spektrum unterschiedlicher Akteure: Gemeinnützige/nichtstaatliche Organisationen (NPOs/NGOs) und öffentliche Einrichtungen engagieren sich in rund 46 Prozent der erfassten Initiativen, sie gelten als Schlüsselakteure im Innovationsprozess. Mit einigem Abstand folgen private Unternehmen (37%) – ihr Engagement zeigt, dass soziale Innovationen auch für traditionelle Unternehmen sehr wichtig sind. Soziale Unternehmen,

Einzelpersonen, Netzwerke, Stiftungen und Forschungseinrichtungen bleiben mit Anteilen von 13-15% deutlich dahinter zurück. Nutzer als Lieferanten von Wissen stellen unabhängig von der konkreten Lösung und deren Zielgruppe zentrale Akteure im Innovationsgeschehen dar.

Rund 38 Prozent der Initiativen arbeiten mit drei bis sechs Partnern bei der Realisierung sozial innovativer Lösungen zusammen, während die Realisierung von sozialen Innovationen in größeren Netzwerken (1,7%) eher die Ausnahme bildet. Dabei sind die Grenzen zwischen den einzelnen Funktionen fließend: NGOs/NPOs repräsentieren die Zivilgesellschaft, sie identifizieren Problemlagen und liefern Lösungen basierend auf gesellschaftlich relevantem Wissen; öffentliche Einrichtungen können Programme und Projekte initiieren und koordinieren; private Unternehmen stellen Infrastrukturen bereit. All diese Spezialisierungen sind gleichermaßen relevant für den Erfolg sozialer Innovationen.

Weitere Informationen:
Judith Terstriep, Durchwahl: 0209.1707-139, terstriep@iat.eu

Weitere Informationen:
- http://www.iat.eu/files/forschungaktuell2016-09.pdf (IAT-Forschung Aktuell 09/ 2016: Soziale Innovationen - Wer beteiligt sich an der Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen?)

Quelle: idw


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