Suchen Sie jetzt einen Anwalt:
   

JuraForum.deNachrichtenWissenschaftHerzkrank und Sport? Das ist kein Widerspruch! 

Herzkrank und Sport? Das ist kein Widerspruch!

10.02.2016, 14:10 | Wissenschaft | Autor: | Jetzt kommentieren


„herzblatt“, die Zeitschrift der Deutschen Herzstiftung für ein Leben mit angeborenem Herzfehler, präsentiert ihren Lesern in der ersten Ausgabe des Jahres 2016 das Schwerpunktthema „Sport und Bewegung“

Sport ist für alle Kinder wichtig. Denn die Entwicklung von Kindern wird maßgeblich von Bewegung beeinflusst. Bewegungserfahrungen bestimmen nicht allein das körperliche und motorische Heranreifen. Sie sind auch entscheidend für den psychosozialen, emotionalen und kognitiven Bereich – und damit für die gesamte Persönlichkeit. „Auch herzkranke Kinder sollten ihren natürlichen Bewegungsdrang ausleben dürfen und hierbei möglichst keine Einschränkungen erfahren“, betont Birna Bjarnason-Wehrens, Professorin an der Deutschen Sporthochschule in Köln. Was herzkranke Kinder und deren Eltern, Jugendliche und junge Erwachsene zum Thema Sport und Bewegung wissen und beachten sollten, fasst „herzblatt“ – das Magazin der Deutschen Herzstiftung für ein Leben mit angeborenem Herzfehler – für seine Leser in der ersten Ausgabe des Jahres 2016 zusammen.

Die meisten herzkranken Kinder können Sport treiben
Sehr viele angeborene Herzfehler, erläutert die Sportwissenschaftlerin Bjarnason-Wehrens im Gespräch mit „herzblatt“, können heute im Neugeborenen- oder Kleinkindalter vollständig korrigiert werden, sodass keine oder nur geringe körperliche Restbefunde vorliegen. Das schaffe gute Voraussetzungen für eine normale Entwicklung. Die meisten dieser Kinder könnten ihre Bewegungsaktivitäten unbeschränkt ausleben. Einschränkungen bestünden nur bei einer kleinen Gruppe von Patienten mit schweren Herzfehlern, die nur unvollständig korrigiert werden konnten und demzufolge bedeutungsvolle Restbefunde aufweisen. Doch auch sie sollten möglichst wenige Einschränkungen in ihrem Bewegungsverhalten erfahren und am Schulsport oder an Freizeitaktivitäten mit Gleichaltrigen teilnehmen können. Die neue Leitlinie „Sport bei angeborenen Herzerkrankungen“ der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie (DGPK) empfiehlt regelmäßige Untersuchungen beim Kinderkardiologen. Er bzw. sie kann Einschränkungen definieren und auf dieser Basis eine individuelle Sportempfehlung aussprechen. Die DGPK bietet auf ihrer Homepage (www.kinderkardiologie.org) ein kostenfreies Computerprogramm an, das es dem Arzt erlaubt, die Sporttauglichkeit eines Patienten ohne größeren zeitlichen Aufwand ausführlich zu beurteilen und ein „Sportattest“ auszustellen.

Sportgruppen eigens für Herzkinder
Die „herzblatt“-Grafik nennt bundesweit Sportgruppen eigens für Herzkinder: Die „Kinderherzsportgruppen“ haben zum Ziel, Kleinkinder und Kinder im schulfähigen Alter, die mit einem Herzfehler zur Welt kamen, in ihren motorischen Fähigkeiten so weit zu fördern, dass sie am regulären Schulsport teilnehmen können. Die „herzblatt“-Fotoreportage stellt exemplarisch einen Kletterkurs für Kinder mit angeborenem Herzfehler vor, den die Technische Universität München (TUM) in ihrem Modellprojekt „KidsTUMove“ anbietet. Mit integrativen Bewegungsgruppen, Wochenendfreizeiten, Sommercamps und vielfältigen Sportangeboten sprechen die Mitarbeiter des Münchener Lehrstuhls für Präventive Pädiatrie gezielt chronisch kranke Kinder und Jugendliche an, um ihnen einen Zugang zu Sport und Bewegung zu ermöglichen.

„Absolut – es wirkt!“
Aus der Sicht der Betroffenen beschreibt Joachim Mohr, 53 Jahre und Redakteur beim „Spiegel“ in Hamburg, seine Erfahrungen mit Sport und Bewegung. Die Ärzte haben ihm mit ihrer Heilkunst Lebenszeit geschenkt – gesund machen aber konnten sie ihn nicht. Gerade wegen seines Herzleidens, unterstreicht Mohr, müsse er seinen Körper pflegen und fit halten. Ein chronisch Kranker, der Sport betreibt, schreibt der Journalist in seinem Beitrag für „herzblatt“, müsse vor allem eines sein: ein Egoist. „Denn nur er selbst kann entscheiden, welchen Sport er wann und in welchem Umfang macht. Er kann sich nie nach anderen richten, denn damit könnte er sich schaden.“ Neben der körperlichen Fitness, ergänzt Joachim Mohr, habe das Training einen bemerkenswerten weiteren Effekt: Es erfrische die Seele und helfe gegen dunkle Gedanken.

„Was für ein Zirkus!“
Das „herzblatt“-Feuilleton präsentiert den „Circus Sonnenstich“, ein Projekt des Berliner Zentrums für bewegte Kunst. „Bei uns treten Artisten mit Handicap und besonderen Fähigkeiten auf“, erläutert Michael Pigl-Andrees, der Leiter des Zentrums. Zu seinen Künstlern zählen die 16-jährige Nina und der 24-jährige Felix. Sie sind beide mit Downsyndrom und einem Herzfehler zur Welt gekommen. Im „Circus Sonnenstich“ gehören sie zu den Stars. Vor ihren umjubelten Auftritten im glitzernden Zirkuszelt steht ein intensives Training, „herzblatt“ hat sie dabei begleitet. „Unsere Artisten erbringen Höchstleistungen“, sagt Michael Pigl-Andrees. Die soziale und künstlerische Persönlichkeit könne sich dabei voll entfalten. Und manches, fügt der Sonnenstich-Leiter hinzu, erscheine dabei „wie ein kleines Wunder“.

Der Ausgabe 1/16 von „herzblatt“ liegt die Broschüre „Mit Impfungen vor Krankheiten schützen“ bei. Der Kinderkardiologe Dr. med. René Höhn von der Klinik für Angeborene Herzfehler des Universitäts-Herzzentrums Freiburg/Bad Krozingen erläutert darin, worauf Eltern von Kindern mit angeborenem Herzfehler achten sollten.

Hinweis für Redaktionen: Ein Rezensionsexemplar der aktuellen Ausgabe von „herzblatt“ erhalten Sie per E-Mail unter koenig@herzstiftung.de

Das Magazin „herzblatt“ erscheint vier Mal jährlich. Es wendet sich an Eltern, deren Kind mit einem Herzfehler zur Welt kam, an die heranwachsenden Kinder und an junge Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern (EMAH). Mitglieder erhalten das Magazin der Kinderherzstiftung kostenfrei. Interessierte Nicht-Mitglieder können die aktuelle Ausgabe 1/2016 als Probeheft kostenfrei anfordern bei: Deutsche Herzstiftung e. V., Bockenheimer Landstr. 94-96, 60323 Frankfurt a. M., Tel. 069 955128-0, oder per E-Mail unter:

3/2016
Informationen:
Deutsche Herzstiftung e.V.
Pressestelle:
Michael Wichert / Pierre König
Tel. 069/955128-114/-140
Fax: 069/955128-345
E-Mail: wichert@herzstiftung.de
koenig@herzstiftung.de

Weitere Informationen:
- http://www.herzstiftung.de

Quelle: idw


Weitere Nachrichten zum Thema
  • BildEBS Universität vergibt Sport-Stipendien (13.02.2014, 16:10)
    An ambitionierte junge Sportler will die EBS Universität für Wirtschaft und Recht vier neue Stipendien vergeben. Denn Sportler zeichnen sich durch Engagement, Disziplin und mentale Stärke aus – Fähigkeiten, die für das anspruchsvolle Studium an...
  • BildSport als Therapie bei Herzschwäche (10.02.2014, 11:10)
    Unimedizin sucht Studienteilnehmer zwischen 30 und 75 Jahren Im kardiologischen Studienzentrum der Universitätsmedizin Greifswald hat im Januar 2014 eine Studie (HOMEX-HF Pilotstudie) begonnen, die sich an Patienten mit Herzschwäche richtet. Die...
  • BildNeues Medikament und Sport bei Mukoviszidose (27.01.2014, 14:10)
    Das Mukoviszidose-Zentrum Heidelberg lädt Ärzte, Betreuer, Patienten und Angehörige am 1. Februar 2014 zu einem Symposium in die Thoraxklinik am Universitätsklinikum Heidelberg ein / Erste klinische Erfahrungen mit einem neuen Medikament werden...
  • BildWer in einer Paarbeziehung lebt, treibt weniger Sport als zuvor (20.01.2014, 15:10)
    Das Leben in einer Beziehung führt dazu, dass Menschen weniger Sport treiben. Besonders wenn die Partner zusammen leben und erst recht, wenn sie zudem verheiratet sind, lässt die Sportbegeisterung stark nach. Das sind die zentralen Ergebnisse...
  • BildAufwachsen mit Sport - Veranstaltung zur Studie am 23. Januar, Universität Paderborn (10.01.2014, 10:10)
    Vorstellung der Studie durch Prof. Dr. Wolf-Dietrich Brettschneider, Universität Paderborn und Prof. Dr. Erin Gerlach, Universität PotsdamPodiumsdiskussion mit Dr. Wolf-Dietrich Brettschneider, Prof. Dr. Erin Gerlach, Ingo Weiß, Vorsitzender...
  • BildMHH und TK bieten „Sport als Therapie“ für krebskranke Kinder (08.01.2014, 15:10)
    Pressegespräch mit Sozial- und Gesundheitsministerin am 15. JanuarJedes Jahr erkranken allein in Deutschland 1.800 Kinder und Jugendliche unter 15 Jahre neu an Krebs. Die Therapien werden immer besser und die Lebenserwartung erhöht sich. Die oft...
  • BildSport & Politik: Seminar im Institut für Fankultur (23.12.2013, 13:10)
    Das spannungsreiche Verhältnis von Sport und Politik steht im Mittelpunkt eines Seminars, zu dem das Institut für Fankultur am 31. Januar und 1. Februar 2014 alle Interessierten nach Würzburg einlädt. Namhafte Referenten werden sich dort mit dem...
  • Bild«Technology Briefing» an der Empa - Innovative Materialien im Sport (18.12.2013, 16:10)
    Materialforschung im Dienst des Sports: Wie neuartige Materialien und Fertigungstechniken für den Sportbereich eingesetzt werden könnten, um noch leichtere, komfortablere und sicherere Sportartikel herzustellen, vermittelte kürzlich ein gemeinsam...
  • BildSaarbrücker Sportmediziner bezweifeln hohen Einfluss des „Sport-Hormons“ Irisin (27.11.2013, 11:10)
    Vor knapp zwei Jahren hatte ein Nature-Artikel von US-Forschern über ein neu entdecktes Hormon hohe Wellen geschlagen. Die Wissenschaftler glaubten, mit Irisin ein „Sport-Hormon“ gefunden zu haben, das bei körperlicher Aktivität den...
  • BildPrimus-Preis geht an das Mülheimer Projekt „Sport vor Ort“ (18.11.2013, 12:10)
    Die Stiftung Bildung und Gesellschaft verleiht ihren Primus-Preis des Monats November an das Projekt „Sport vor Ort“ in Mülheim an der Ruhr. Durch das Projekt sollen Kinder aus sozial benachteiligten Elternhäusern animiert werden, erstmals in...

Ähnliche Themen in den JuraForen


Kommentar schreiben

93 - F/ünf =

Bisherige Kommentare zur Nachricht (0)

(Keine Kommentare vorhanden)



JuraForum.deNachrichtenWissenschaftHerzkrank und Sport? Das ist kein Widerspruch! 

Fragen Sie einen Anwalt!
Anwälte sind gerade online.
Schnelle Antwort auf Ihre Rechtsfrage.

JuraForum-Newsletter

Kostenlose aktuelle Urteile und Rechtstipps per E-Mail:

Top 10 Orte in der Anwaltssuche

JuraForum-Suche

Durchsuchen Sie hier JuraForum.de nach bestimmten Begriffen: