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Friedenszeichen aus der Krisenregion

09.11.2009, 11:00 | Wissenschaft | Autor: idw | 0 Kommentare


Neuer Band des Collegium Europaeum Jenense an der Universität Jena erschienen





Jena (09.11.09) Die verheerenden Auswirkungen des Nahost-Konflikts sind in den Medien nach wie vor omnipräsent. Noch immer bestimmen Verachtung und Diskriminierung gegenüber Mitgliedern der jeweils anderen Religionen, Konflikte und Selbstmordattentate den Alltag in der Region.


Hoffnung auf eine friedliche Zukunft zwischen Juden und Palästinensern im Nahen Osten vermittelt dagegen das jüngst erschienene Buch "Judentum - Christentum - Islam. Kennen - Respektieren - Akzeptieren". Das Collegium Europaeum Jenense (CEJ) an der Universität Jena hat den Band herausgegeben.


Das Buch dokumentiert die Verleihung des Preises für Internationale Verständigung und Menschenrechte der Ulrich-Zwiener-Stiftung an Wilhelm Goller. Am 29. April 2008 wurde der langjährige Leiter der Bildungseinrichtung "Talitha Kumi" für seine Arbeit ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand an der Universität Jena statt.


"Talitha Kumi" befindet sich in Beit Jala im Westjordanland - inmitten der Krisenregion des Nahen Ostens. Wilhelm Goller hat die ehemalige Mädchenschule zu einer Schule gemacht, in der heute über 800 jüdische und palästinensische Kinder gemeinsam lernen. Aus anonymen Gegnern wurden so Nachbarn und Freunde, mit Respekt füreinander. In seiner Dankesrede veranschaulicht Wilhelm Goller die starke Motivation seiner Schüler selbst, in Frieden miteinander zu leben. Ein Beispiel dafür lieferte die ihnen gestellte Aufgabe, ein Bild zu zeichnen zum Thema "Mein Traum für meine Zukunft". Einige Beispiele sind im Buchanhang zu finden: Friedenssymbole dominieren diese Bilder.


Die im Buch zusammengefasste Podiumsdiskussion widmete sich aktuellen Fragen der interreligiösen Verständigung zwischen Juden, Christen und Muslimen und ihren Voraussetzungen. "Etliche Eltern der Schüler sind in den Flüchtlingslagern, in den Camps bei Bethlehem untergebracht - alle Eltern haben zugestimmt: Für unsere Generation ist es zu spät, wir haben zu viel durchmachen müssen, aber für unsere Kinder besteht der einzige Weg im sich gegenseitig Kennenlernen", so Wilhelm Goller während der Diskussion. Ein Weg, auf dem viel erreicht wurde, wie das neue Buch belegt, aber der noch von vielen mehr beschritten werden muss, um den Konflikt irgendwann zu beenden.


Bibliographische Angaben:
Collegium Europaeum Jenense (Hg.): Judentum - Christentum - Islam. Kennen - Respektieren - Akzeptieren. Verleihung des Preises für Internationale Verständigung und Menschenrechte am 29. April 2008, Verlag IKS Garamond, Jena 2009, 57 Seiten, Preis: 9,90 Euro, ISBN 978-3-938203-87-3.


Quelle: idw



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