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ENHANCE: Neues materialwissenschaftliches Marie Curie Initial Training Network an der RUB

26.06.2009, 15:00 | Wissenschaft | Autor: idw | 0 Kommentare

EU fördert Materialwissenschaftler an der RUB Internationaler Austausch mit 15 Partnern aus Industrie und ForschungKonzepte zur Herstellung und Integration funktioneller Dünnschichtmaterialien für Anwendungen in Mikro- und Nanoelektronik, Datenspeicherung und Photovoltaik stehen im Mittelpunkt des neuen Marie Curie-Programms ENHANCE, das Juniorprofessorin Dr. Anjana Devi an der Ruhr-Universität koordiniert. Die EU fördert das Programm zur Doktorandenausbildung mit 3,7 Mio. Euro im Rahmenprogramm FP-7-PEOPLE-ITN. In die Promotionsprojekte sind mehrmonatige Aufenthalte an den kooperierenden Standorten integriert, die sich von Helsinki bis Padua über ganz Europa erstrecken.









In Deutschland beteiligen sich das Forschungszentrum Jülich, die AIXTRON AG (Aachen), die Carl-Zeiss NTS GmbH (Jena) und das NamLab (Dresden).


Perfekte Kontrolle in der Nanowelt


Chemische Dünnschicht-Verfahren erlauben die Feinsteuerung von Materialeigenschaften auf der Nanoskala. Die perfekte Kontrolle über die chemische Zusammensetzung, Größe und Form sowie die Position der Strukturen an Oberflächen ist die Basis für neuartige Bauelemente in der Informationstechnologie und Energiegewinnung bzw. -speicherung. Maßgeschneiderte molekulare Vorstufen (Precursor) spielen dabei eine große Rolle. Erforscht werden ihre Anwendungen in der Metall-Organischen Chemischen Dampfabscheidung, der Atomaren bzw. Molekularen Lage-für-Lage Abscheidung und durch Plasma oder Elektronen bzw. Ionenstrahlen unterstützte Methoden. Sehr viel versprechend ist dabei die Kombination verschiedener Konzepte der physikalischen und chemischen Oberflächenbehandlung.


Interdisziplinäres und internationales Konsortium


Das Netzwerk bietet ein strukturiertes und fokussiertes Ausbildungsprogramm für Doktoranden in diesem Bereich der Nanotechnologie und schließt eine Lücke der traditionellen Studienprogramme in Chemie, Physik und Ingenieurwissenschaften. "Das Konzept ist einzigartig", sagt Junior-Professorin Dr. Anjana Devi, Koordinatorin von ENHANCE, "denn es verknüpft multidisziplinäre Grundlangenforschung unmittelbar mit der Praxis." Das Konsortium bilden acht akademische Gruppen und sieben Industriepartner aus Deutschland, Dänemark, Finnland, Italien, den Niederlanden und Österreich. "Diese internationale Ausrichtung mit projektspezifisch integrierten, mehrmonatigen Austauschphasen, entspricht den Zielen erstklassiger Doktorandenförderung", sagt Dr. Christiane Wüllner vom Koordinationsbüro der Research School der Ruhr-Universität Bochum und weist auf das Gastwissenschaftler-Programm hin: Die Gastdoktoranden aus dem Ausland können als assoziierte Mitglieder in die Research School aufgenommen werden (http://www.research-school.rub.de).


Spitzenposition im starken Wettbewerb um die Förderung


Das Marie-Curie-Programm unterstützt strukturierte Graduiertenprogramme und fördert die Mobilität junger Wissenschaftler auf höchstem Niveau. Entsprechend nachgefragt ist das Programm, und entsprechend groß ist die Konkurrenz um die Einrichtung der Netzwerke und Ausbildungszentren. Von den 886 Bewerbungen wurden insgesamt 92 Projekte zur Förderung empfohlen. Das Bochumer ENHANCE Netzwerk-Konzept schafft es auf Platz 2 des Chemie-Rankings. Außerdem erreichte ENHANCE Platz 2 (von 20) der erfolgreichsten Koordinatoren aus Deutschland.


Zwischen den Research Departments


Ein Grund für den Erfolg war die Kooperation zweier Nachwuchswissenschaftlerinnen aus Bochum und Jülich und die im Zuge des ebenfalls von der RUB koordinierten DFG-Schwerpunktprogramms 1119 (2001-2007) aufgebauten guten internationalen Kontakte. Thematisch ist das Projekt zwischen den Research Departments "Interfacial Systems Chemistry", "Integrity of Small Scale Systems/High Temperature Materials" und "Plasmas with Complex Interactions" angesiedelt.


Weitere Informationen


Jun. Prof. Dr. Anjana Devi, AG Chemie Anorganischer Materialien, Fakultät für Chemie und Biochemie, Tel: 0234 32 24150, Fax: 0234 32 14174; E-Mail: anjana.devi@rub.de oder enhance@rub.de


Redaktion: Meike Drießen


Quelle: idw



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