Den Teufelskreis zwischen Armut und Krankheit durchbrechen

09.06.2015, 12:10 | Wissenschaft | Autor: | Jetzt kommentieren


Mit dem Forschungsprojekt „Den Teufelskreis zwischen Armut und Krankheit durchbrechen“ (Originaltitel: Breaking the Vicious Circle between Poverty and Ill-Health) wird die partnerschaftliche Zusammenarbeit der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg mit den Ländern Kenia und Ghana im Osten beziehungsweise Westen Afrikas weiter ausgebaut.

Ein internationales Konsortium aus fünf Hochschulen geht der Frage nach, ob sich Sozialgeldtransfers und Strategien zur öffentlichen Gesundheitsabsicherung ergänzen. Ziel ist die Entwicklung evidenzbasiert Handlungsempfehlungen für sozial- und wirtschaftspolitische Entscheidungsträger.

Das Projekt wird seit Mai 2015 von der WOTRO-Division mit einem Fördervolumen von insgesamt rund 300.000 Euro für die Dauer von zwei Jahren gefördert. Die WOTRO gehört zur der Netherlands Organisation for Scientific Research. Verantwortlich an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg sind die Professorinnen Katja Bender (IZNE) und Esther Schüring (Fachbereich Sozialversicherung).

Konkret interessiert die Wissenschaftler die Effizienz unterschiedlicher Kombinationen von Maßnahmen der sozialen Sicherung am Beispiel Ghanas und Kenias im Hinblick auf die Unterstützung inklusiver Wachstumsprozesse, an dem auch die Armen teilhaben, und Armutsreduzierung. Untersucht werden die Auswirkungen der verschiedenen Maßnahmen auf Gesundheit sowie damit zusammenhängende Aspekte wie die Teilnahme am Arbeitsmarkt oder Einkommens- und Vermögensbildung. Ein besonderes Augenmerk gilt der von Armut betroffenen Frauen und Kinder.

Das Konsortium wird geleitet von der University of Amsterdam. Weitere Mitglieder sind neben der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, die European Association of Development Research and Training Institutes (EADI, Bonn), die University of Nairobi in Kenia, die University of Ghana in Accra und die University of Development Studies in Tamale, Ghana. Um den Transfer zwischen Politik und Forschung zu gewährleisten, arbeiten die Wissenschaftler mit dem Ministry of Gender, Children and Social Protection in Ghana sowie dem Ministry of Labour, Social Security and Services in Kenia sowie den beiden Nicht-Regierungsorganisationen Social Enterprise Development Foundation Western Ghana (SEND) und Kenya Community Based Health Financing Association (KCBHFA) zusammen.

Trilaterales weiteres Entwicklungsprojekt

Das genannte Projekt ergänzt in hervorragender Weise die Aktivitäten der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg mit Afrika. Ausgehend von einem gemeinsamen Projekt zu „Unternehmertum in Afrika“ mit der Universität Cape Coast in Ghana hat sich eine trilaterale Partnerschaft, ergänzt um die Universität Nairobi (Kenia), entwickelt. Dieses Projekt ist im Januar 2015 gestartet und wird vom Bundesentwicklungsministerium (BMZ) und vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) finanziert. Die Hochschulen entwickeln dabei eine Plattform zur Unterstützung und Entwicklung von Existenzgründern ebenso wie von kleinen und mittelständischen Unternehmen.

Quelle: idw


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