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Das Leben auf molekularer Ebene beobachten

04.06.2012, 17:10 | Wissenschaft | Autor: idw | 0 Kommentare

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Internationale Konferenz zur Massenspektrometrie DESORPTION 2012 – Hochauflösende Messmethoden im Blick – Anwendungen u.a. in der Medizin, Umweltforschung, Lebensmittelsicherheit – Pressegespräch am 6. Juni 2012 im Liebigmuseum

Alleskönner aus der chemischen Analytik sollen helfen, bei Sicherheitskontrollen auf Sprengstoffspürhunde zu verzichten, in der Medizin krankes von gesundem Gewebe zu unterscheiden, bei der Lebensmittelbewertung Obst und Gemüse auf eventuell enthaltene Giftstoffe zu untersuchen. Das „Intelligente Skalpell“ und tragbare Mini-Labore werden im Gießener Forschungsschwerpunkt „AmbiProbe“ unter der Leitung von Prof. Dr. Bernhard Spengler entwickelt. Die Wissenschaftler des Instituts für Anorganische und Analytische Chemie der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) richten nun vom 3. bis zum 7. Juni 2012 auf Schloss Rauischholzhausen die internationale Konferenz DESORPTION 2012 aus. Expertinnen und Experten aus der ganzen Welt kommen in Mittelhessen zusammen, um Vorträge und Poster zum gesellschaftlich wichtigen Gebiet der Massenspektrometrie zu präsentieren und künftige Anwendungen zu diskutieren.

Aus diesem Anlass laden Prof. Spengler und Dr. Bernd Commerscheidt die Vertreterinnen und Vertreter der Medien herzlich ein zu einem Pressegespräch am Mittwoch, 6. Juni 2012, um 18 Uhr, im Hörsaal des Liebigmuseums, Liebigstraße 12, 35390 Gießen.

Die Massenspektrometrie ist eine hochtechnologische Methode zum Messen der Anwesenheit und der Eigenschaften lebenswichtiger Bestandteile von Tieren und Pflanzen. Hierzu werden die zu untersuchenden Substanzen als einzelne Moleküle verdampft und elektrisch geladen. Die geladenen Teilchen werden durch ein elektrisches Feld beschleunigt und analysiert. Diese Methode wird beispielsweise in der Medizin, der Umweltforschung, der Klimaforschung und der Lebensmittelsicherheit eingesetzt. Anwendungen sind u.a. die Identifizierung von Mykotoxinen (Pilzgiften) auf Pflanzen, die Gewebeanalyse bei chirurgischen Eingriffen (Stichwort „intelligentes Skalpell“), der Nachweis von Umweltgiften, die Vor-Ort-Untersuchung mikroklimatischer Veränderungen oder die Aufklärung und Nutzung molekularer „Kommunikation“ zwischen Mikroben und Pflanzen.

Die Konferenzreihe wurde vor 34 Jahren in Marburg begründet und hat in der Zwischenzeit an Orten rund um die Welt – zuletzt in Kanada und Frankreich – stattgefunden. Der interdisziplinäre Ansatz hat in dieser Zeit zu wichtigen Fortschritten geführt, die die Entwicklung der Massenspektrometrie weltweit vorangetrieben haben.

Die hohe wissenschaftliche, gesellschaftliche sowie auch wirtschaftliche Bedeutung der Massenspektrometrie wurde auch vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst erkannt. Im Rahmen seiner Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz (LOEWE) fördert das Land Hessen mit insgesamt rund 4,5 Millionen Euro seit 2010 den Forschungsverbund „AmbiProbe“, der federführend an der JLU (Prof. Dr. Bernhard Spengler, Institut für Anorganische und Analytische Chemie), unter Beteiligung der Goethe-Universität Frankfurt, des GSI Helmholtzzentrums für Schwerionenforschung und des Deutschen Krebsforschungszentrums arbeitet. In den vergangenen 2,5 Jahren hat AmbiProbe neue Verfahren entwickelt, die sich an aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen der chemischen Sicherheit orientieren.

Die erste Analyse von Ionenstrahlen wurde 1898 von Wilhelm Wien durchgeführt, der damit die Entwicklung der Massenspektrometrie begründete. Wilhelm Wien wurde später Professor für Physik an der JLU, wo er im Jahr 1900 ein neues Institutsgebäude bezog, das heute von den Lebenswissenschaften genutzt wird. Mit der aktuellen Tagung DESORPTION 2012 schließt sich somit ein Kreis, der auch den Weg der Massenspektrometrie über die letzten 114 Jahre repräsentiert. Die Massenspektrometrie hat sich zu einem zentralen Bestandteil der molekularbiologischen und bioanalytischen Forschung und der Lebenswissenschaften insgesamt entwickelt, wird dabei jedoch weiterhin entscheidend durch die physikalische und physiko-chemische Grundlagenforschung vorangetrieben.

Termin:

Pressegespräch am Mittwoch, 6. Juni 2012, um 18 Uhr
Veranstaltungsort: Hörsaal des Liebigmuseums, Liebigstraße 12, 35390 Gießen

Kontakt:

Prof. Dr. Bernhard Spengler
Institut für Anorganische und Analytische Chemie
Justus-Liebig-Universität Gießen
Schubertstraße 60, Haus 16, 35392 Giessen
Telefon: 0641-9934800

Weitere Informationen:
- http://www.desorption2012.de

Quelle: idw



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